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Lokales Vorläufiges Aus für eine innovative Technologie
Dresden Lokales Vorläufiges Aus für eine innovative Technologie
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13:01 04.04.2018
Oberbürgermeister Dirk Hilbert Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Die Idee erschien genial: Abwasser fließt auch im Winter mit einer gewissen Grundtemperatur durch den Kanal. Warum soll diese Wärme nicht kommerziell genutzt werden? Es handelt sich ja um eine Ressource, die kostenlos zur Verfügung steht und die Umwelt nicht zusätzlich belastet. Doch der Praxistest war ernüchternd.

„Wegen der schwierigen Wirtschaftlichkeit hat die Stadtentwässerung Dresden GmbH ihre Akquisitionstätigkeit in Bezug auf die Nutzung von Wärme aus Abwasser eingestellt“, teilte jetzt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) auf Anfrage von Helfried Reuther mit, dem umweltpolitischen Sprecher der CDU-Stadtratsfraktion.

Das 2010 eingeweihte Brand- und Katastrophenschutzzentrum in Übigau hatte als Pilotprojekt eine Abwasserwärmeanlage erhalten. Doch schon 2014 wurde die Abwasserwärmenutzungsanlage wieder ausgebaut. „Die Abwasserwärmenutzung hat sich im laufenden Betrieb als nicht wirtschaftlich gezeigt“, erklärte Hilbert.

Planung der Anlage und der übrigen Haustechnik in dem Gebäude in Übigau seien nicht Hand in Hand gegangen, so dass es zu wechselseitigen Funktionsstörungen gekommen sei. Überdies sei die Anlage wegen „nicht kongruenter Planungsparameter“ nur minimal ausgelastet worden.

Immerhin sind im Stadtgebiet noch zwei Anlagen zur Nutzung von Abwasserwärme in betrieb: In der Weinbergskirche in Trachenberge sowie auf dem Betriebsgelände der Kläranlage in Kaditz für ein Laborgebäude. „Beide Anlagen arbeiten störungsfrei“, stellte Hilbert fest.

Weitere potenzielle Standorte, die ab 2007 untersucht wurden, würden nicht weiter verfolgt. Die Ergebnisse von Machbarkeitsstudien für die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt eG sowie zu einzelnen Objekten am Schillerplatz, an der Neubertstraße und der Berggartenstraße hätten ergeben, dass eine Wirtschaftlichkeit nur mit einem hohen Zuschuss zu den Baukosten erreicht werden könne. So sei der Einbau in der Weinbergskirche zu 80 Prozent gefördert worden – ein Satz, der kaum bis gar nicht zu erreichen sei, erklärte Hilbert.

Derzeit werde gemeinsam mit den Dresdner Stadtwerken GmbH und dem Verein „e.qua impuls – Wasserwirtschaftliches Energiezentrum“ geprüft, ob die Technologie im Kontext von „grüner Fernwärme“ an bestimmten Standorten zum Einsatz kommen könnte.

Die hohen Kosten für die Herstellung einer Anlage zur Abwasserwärmenutzung hätten sich in den vergangenen Jahren kaum verändert, erklärte Hilbert. Innovative Entwicklungen und einen relevanten Wettbewerb gebe es nicht, so dass mit Preissenkungen nicht zu rechnen sei. Ganz im Gegensatz zu traditionellen Versorgungsvarianten, die sich wegen fallender Gaspreise im Wirtschaftlichkeitsvergleich verbessert hätten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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