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Lokales Vorjohann stellt von Rot-Grün-Rot geplanten Umzug des Gehe-BSZ in Dresden in Frage
Dresden Lokales Vorjohann stellt von Rot-Grün-Rot geplanten Umzug des Gehe-BSZ in Dresden in Frage
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15:26 23.03.2017
   Quelle: dpa
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Dresden

 Der Entwurf des Schulentwicklungsplans wird derzeit überarbeitet. „Er könnte im Mai das Licht der Welt erblicken“, sagte Schulbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) am Mittwochabend bei einer Veranstaltung der CDU in Klotzsche.

Ende vergangenen Jahres hatte der seinerzeit für die Schulen verantwortliche Bürgermeister Peter Lames (SPD) auf frühe Bürgerbeteiligung gesetzt und einen Entwurf für die Weiterentwicklung des Dresdner Schulnetzes zur Diskussion freigegeben. Auf diesen „Testballon“, wie Vorjohann jetzt sagte, habe es viele Stellungnahmen gegeben. Förmliche Antworten würden darauf aber nicht erteilt, weil das Verfahren noch keine förmliche Phase erreicht habe. Der Schulentwicklungsplan-Entwurf befinde sich in der Überarbeitung, werde demnächst in der Dienstberatung aller Bürgermeister beim Oberbürgermeister auf dem Tisch liegen und dann nach dem Ressortumlauf etwa vier Wochen später veröffentlicht werden können.

Der Entwurf hatte unter anderem im Dresdner Norden bei Elternvertretern schon für viel Kritik gesorgt, weil die Prognosen der Schülerzahlen deutlich hinter der tatsächlichen Entwicklung hinterher hinken würden. „Damit fehlt hier ein ganzer Klassenzug“, kritisierte am Mittwochabend Silvana Wendt, die als Nachrückerin inzwischen für die CDU im Stadtrat sitzt, erneut die Pläne.

Probleme mit Schülerprognosen im Dresdner Norden

Vorjohann räumte die Probleme mit den Zahlen ein. Das Schulverwaltungsamt sei hier „auf dem falschen Fuß erwischt“ worden. Die Prognosen seien aber immer schwierig, wenn Leute nicht dort hinziehen würden, wo man es annimmt oder Gerichte neue Rechtsgrundlagen schaffen würden, wie bei der Bildungsempfehlung. Zuzug und Wegzug seien genauso schwer vorhersehbar, wie der Generationenwechsel in Eigenheimsiedlungen, der mit einer starken Änderungen der Kinderzahl einher gehen könne.

Entspannung deutet sich bei Kapazitätsproblemen in Weixdorf und Langebrück an. Hier sollen Container mehr Platz schaffen, in Langebrück droht ab kommendem Schuljahr das Fehlen von fast 20 Hortplätzen. Im Herbst sollen aber nun die Erweiterungen bereitstehen. „Der Zeitplan ist so, dass wir das schaffen“, sagte Vorjohann und fügte dann sicherheitshalber noch ein „können“ an.

Absage an zusätzliche Container für Gymnasium Klotzsche

Eine klare Absage erteilte Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann bei der CDU-Veranstaltung am Mittwochabend zusätzlichen Containern für das Gymnasium Klotzsche. Elternvertreter kämpfen dort vehement um eine Lösung. Bislang würde nur reichlich ein Drittel der Schüler an der Schulspeisung teilnehmen, weil die Bedingungen so schlecht seien. Es gebe viel zu wenig Platz, die Wartezeiten seien lang, die Qualität des Essens nicht berauschend. Stattdessen würden viele Gymnasiasten in einem nahegelegenen Discounter mittags „nach Essbarem suchen“, heißt es. Wenn hier nicht nach acht Jahren Diabetes behandelt werden soll, müsse sich schnell etwas ändern, forderte Elternsprecherin Kerstin Förster von Vorjohann. Die Aufstellung von zusätzlichen Containern könnte mehr Pausenraum schaffen, erklärte sie.

Daran hat Vorjohann aber kein Interesse, was vor allem an der geplanten Sanierung des Gymnasiums liegt. Sein „Kampfziel“ ist dafür ein Baubeginn 2019. Bislang sind die Baukosten aber von der Stadt noch nicht eingeplant. Dresden investiert jetzt im Doppelhaushalt 2017/18 jährlich etwa 130 Millionen Euro in den Schulbau, das soll auch in den Folgejahren in dieser Größenordnung weitergehen. Dann müsse die Stadt aber doppelt so viel Eigenmittel bereitstellen wie heute, weil die Förderung des Landes unter anderem mit dem Programm „Brücken in die Zukunft“ ausgelaufen ist. Stadt und Eltern müssten gemeinsam beim Freistaat für eine Fortsetzung der Förderung werben, appellierte Vorjohann an Mütter und Väter. „Ohne Fördergelder des Landes werden wir es nicht schaffen“, erklärte er. Bis 2019 noch Container in Klotzsche aufzustellen, sei nicht wirtschaftlich.

Förster stellte anschließend umgehend fest, dass diese Auskunft „nicht befriedigend“ sei. Es sei noch längst nicht sicher, dass 2019 die Sanierung beginne. In einem Schreiben des Petitionsausschusses des Landtags vom Februar 2017 wird die Landeshauptstadt mit Aussagen wiedergegeben, wonach die Sanierung des Gymnasiums Klotzsche „in Abwägung der Prioritäten notwendiger Sanierungen beziehungsweise Ersatzneubauten, insbesondere der Gymnasien Plauen und Cotta, erst in den Jahren 2021 bis 2023 in der mittelfristigen Finanzplanung eingeordnet ist“ und somit ein „Baustart im Jahr 2019 nach gegenwärtigem Kenntnisstand eher unwahrscheinlich“ sei.

Vorjohann will Gymnasium Klotzsche nach Pieschen auslagern

Vorjohann strebt für die Sanierung des Gymnasiums Klotzsche den Baustart 2019 an. Damit würde sich die Gelegenheit ergeben, das Gymnasium in den neu entstehenden Schulkomplex an der Gehestraße in Pieschen auszulagern. Der habe nach der Fertigstellung 2019 noch freie Kapazitäten, später würden die knapp und das Auslagerungsproblem nehme zu, dann stehe die Aufteilung zwischen Pieschen und Terrassenufer im Raum. Könne 2019 in Klotzsche mit dem Bau begonnen werden, seien zwei Jahre später auch die Bedingungen für die Schulspeisung deutlich besser. Deshalb heiße es jetzt: „Augen zu und durch.“

Doch auch hier melden die Eltern im Dresdner Norden Bedenken an. Sie fürchten, dass Pieschen mit dem Nahverkehr nicht innerhalb von 60 Minuten für alle Kinder zu erreichen ist und fordern daher einen Bus-Shuttle wie es ihn bei anderen Gymnasien schon gegeben habe. Bislang geht das Schulverwaltungsamt aber von der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs aus und Vorjohann stellte dies am Mittwoch auch nicht in Frage.

„Offen lassen, ob das Gehe-BSZ umzieht“

Die Stadt müsse stets auch schauen, vor welchen Herausforderungen andere Stadtteile stehen. In Prohlis und Gorbitz sei die Situation bei Arbeitslosigkeit, niedrigen Einkommen und sozialen Problemen mit Jugendlichen ganz anders als im Dresdner Norden. Aus Stadtentwicklungssicht müssten dort Gymnasien angesiedelt werden. Er bezweifle aber, ob dafür der Umzug des Beruflichen Schulzentrums „Franz Ludwig Gehe“ vom Leutewitzer Ring nach Prohlis und dort die Schaffung eines beruflichen Gymnasiums „der Weisheit letzter Schluss ist“. Damit stellte er die Vorstellungen von Rot-Grün-Rot und seines Amtsvorgängers Lames in Frage. „Ob das BSZ umzieht oder nicht, muss ich offen lassen“, sagte Vorjohann. Diese Frage dürfte sich dann wohl erst am Tisch des Oberbürgermeisters in den nächsten Wochen entscheiden.

Von Ingolf Pleil

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