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Vonovia will in Dresden Wohnungen bauen – Plätze für Seidnitzer Straße umstritten

Marktführer in Dresden Vonovia will in Dresden Wohnungen bauen – Plätze für Seidnitzer Straße umstritten

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia bekennt sich zum Wohnungsbau. „Wir identifizieren deutschlandweit an unseren Standorten Potenziale für Nachverdichtung“, erklärte Vonovia-Sprecherin Bettina Benner. Ziel seien bezahlbare Wohnungen mit Mieten deutlich unter zehn Euro pro Quadratmeter.

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Zander erklärte, gegenwärtig seien in dem betreffenden Wohngebiet 18 Prozent der Fläche bebaut.
 

Quelle: dpa-tmn

Dresden.  Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia bekennt sich zum Wohnungsbau. „Wir identifizieren deutschlandweit an unseren Standorten Potenziale für Nachverdichtung“, erklärte Vonovia-Sprecherin Bettina Benner. Ziel seien bezahlbare Wohnungen mit Mieten deutlich unter zehn Euro pro Quadratmeter.

Ob sich Vonovia um Fördermittel des Freistaats für den Sozialen Wohnungsbau bewerben wird, steht laut Benner noch nicht fest. „Das kommt ganz auf den Standort an.“ Die Förderrichtlinie schreibe den Bauherren die Wohnungsgröße vor. Da Vonovia auf den modularen Bau von Wohngebäuden setze, könne es an dieser Stelle zu Schwierigkeiten kommen.

In Dresden ist Vonovia mit einem Bestand von 37.888 Wohnungen Marktführer. Der Konzern hat für ein erstes Neubauvorhaben in der Seidnitzer Straße eine Vorstudie in Auftrag gegeben. Dort sollen in einem grünen Innenhof neben Wohngebäuden aus den 1950er Jahren 100 neue Wohnungen in fünf Baukörpern entstehen. Architekt Jens Zander erklärte, das Vorhaben biete die Chance, die zergliederten Grünflächen neu zu ordnen. „Es handelt sich um Außenanlagen, die ihre Zeit überlebt haben“, stellte er fest.

Mit den Neubauten könnte ein zentraler Stadtplatz mit neuen Funktionen entstehen. „Unser Ziel ist eine deutliche Aufwertung der Anlage“, sagte Zander, als der die Machbarkeitsstudie am Mittwochabend im Ortsbeirat Altstadt vorstellte. Während die Pläne bei den Ortsbeiräten auf geteiltes Interesse stießen, wurden sie von der Mehrheit der Anwohner rundherum abgelehnt. Ortsamtsleiter André Barth erteilte den Anwohnern Rederecht, das sie für fundamentale Kritik nutzten.

„Ich wohne seit 50 Jahren hier und lehne die Pläne entschieden ab. Das ist ein Verlust an Lebensqualität“, erklärte ein älterer Herr. Mieter fürchten den Verlust von Belüftung, Sonneneinstrahlung und bangen um die Trockenplätze. Sie äußerten die Befürchtung, dass die denkmalgeschützten Bestandsgebäude bei den Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Auch Ängste vor den Auswirkungen von Bombenfunden wurden geäußert. Eine Gemeinschaft befürchtet den Verlust ihrer Garagen und beklagte die mangelhafte Kommunikation mit Vonovia.

Zander erklärte, gegenwärtig seien in dem betreffenden Wohngebiet 18 Prozent der Fläche bebaut. „Wenn die Neubauten stehen, sind es 28 Prozent.“ Das spreche gegen einen rapiden Verlust von Lebensqualität. Martina Pansa, Regionalgeschäftsführerin Südost der Vonovia, erklärte, das Unternehmen prüfe die Anordnung von oberirdischen Stellplätzen auf dem Standort der Garagen. „Wenn wir dort mehr Parkplätze schaffen können, haben die Garagen keine Zukunft“, stellte sie klar.

Stadtplaner Christoph Mann sagte, es gebe schon seit den frühen 1990er Jahren Pläne für die Pirnaer Vorstadt. „Dabei gab es auch Überlegungen für Neubauten und Nachverdichtungen.“ Die Stadtverwaltung plane gegenwärtig keinen Bebauungsplan für das Gebiet. Das werde nur geschehen, wenn die Gefahr von Wildwuchs bestehe.

„Wir wollten die Anwohner frühzeitig über unsere Pläne informieren“, erklärte Benner. Die Zusammenarbeit mit den Mietern werde fortgesetzt. Pansa schlug vor, die Probleme in kleinen Gruppen anzusprechen und nach Lösungen zu suchen. Eine „Initiative zum Schutz der denkmalgeschützten Wohnhäuser auf der Seidnitzer Straße“ sammelte Unterschriften gegen die Neubaupläne.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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