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Lokales Von Pfotenhauer bis Orosz: Sie regierten Dresden
Dresden Lokales Von Pfotenhauer bis Orosz: Sie regierten Dresden
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20:50 09.09.2015

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In wenigen Tagen wählen die Dresdner einen neuen Oberbürgermeister. Dieses Amt gibt es erst seit 1853, davor gab es lediglich Bürgermeister. Der erste nachweisbare Name eines Dresdner Bürgermeisters ist Hermanus von Blankenwalde aus dem Jahr 1292.

Im Mittelalter wurde der Stadtchef jährlich vom Rat der Stadt, das waren 19 Personen, darunter elf Ratsherren und sieben Schöffen, bestimmt, meist Mitglieder vornehmer und wohlhabender Familien. Die Wahl fand bis 1517 übrigens vor Weihnachten statt. Die Amtszeit begann dann im Januar des Folgejahres. Erst ab 1599 fand die Ratswahl nach den Ostertagen statt. Zudem musste der Landesherr den neugewählten Rat bestätigen.

1517 wurde die alte Ratsordnung durch eine neue Ratsverfassung abgelöst, welche mit einigen Veränderungen bis 1832 gültig blieb. Der Rat bestand fortan aus 21 Personen, die abwechselnd regierten. Dem für ein Jahr bestimmten regierenden Rat gehörten immer zwölf Ratsherren an, von denen jeweils zwei sowie der Bürgermeister in das Folgejahr wechselten. Die Räte waren auf Lebenszeit gewählt. Nur bei Verstößen oder dem Wegzug aus Dresden endete die Ratsmitgliedschaft, sonst erst beim Tod. 1632 wurde ein Hans Jentzsch wegen schlechter Geschäftsführung abberufen und 1716 ein anderer Rat wegen Verwendung öffentlicher Mittel.

Bis 1832 sind mindestens 125 Bürgermeister namentlich bekannt. An einige erinnern heute noch Straßen und Plätze in der Stadt, vor allem in Striesen, so zum Beispiel an Gabriel Tschimmer, Marcus Dornblüth, Friedrich Bergmann, Friedrich Glasewaldt, Friedrich August Ermel oder Carl Christian Pohland. Erst seit 1853, als Dresden die Marke von 100000 Bewohnern überschritten hatte, wird die Stadt von einem Oberbürgermeister regiert. Herbert Wagner war 1994 übrigens der erste von der Dresdner Bevölkerung direkt gewählte Oberbürgermeister.

Am 7. Juni sind die Dresdner nun aufgerufen einen neuen OB zu wählen. Vielleicht funktioniert es diesmal gleich beim ersten Mal. Seit 1994 waren immer zwei Wahlgänge nötig, bis das Dresdner Stadtoberhaupt feststand.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.05.2015

Monika Löffler

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