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Lokales Vogelgrippe im Dresdner Zoo nachgewiesen – mehrere Enten getötet
Dresden Lokales Vogelgrippe im Dresdner Zoo nachgewiesen – mehrere Enten getötet
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17:47 09.02.2017
Der Verdacht auf Vogelgrippe im Dresdner Zoo hat sich bestätigt. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Die Vogelgrippe hat den Dresdner Zoo erreicht. Wie Vertreter der Stadtverwaltung und Zoodirektor Karl-Heinz Ukena am Donnerstag mitteilten, ist das Geflügelpestvirus H5N8 bei einer Ente und einem Rotschenkel nachgewiesen worden. Bei zwei weiteren Enten wird derzeit von Verdachtsfällen gesprochen, weil zunächst nur der H5-Stamm nachgewiesen wurde. „Die Situation ist Stress pur für Tiere und Pfleger“, erklärte Zoo-Chef Ukena.

Wie Lutz Meißner, Abteilungsleiter Tierschutz in der Stadt, erläuterte, stammte eine der Enten mit dem Vogelgrippeverdacht aus der Voliere der Felsensittiche. Weil dort bei einer weiteren Ente ein Verdachtsfall ermittel wurde, entschlossen sich Zoo und Verwaltung die übrigen sechs Enten einzuschläfern. Die Sittiche wurden nicht getötet, da bei ihnen bei Tests keine Infektion nachgewiesen wurde.

Zoo testet alle Vögel

Der Zoo testet derzeit alle Vögel auf einen Virusbefall mit Vogelgrippe, die Auswertung laufe noch. Bis zum Donnerstag gab es keine weiteren Befunde. Nach 21 Tagen soll erneut getestet werden. Während ein Nutztierbestand, also Hühner oder Puten zur Lebensmittelversorgung beispielsweise, bei einem Vogelgrippe-Nachweis komplett getötete würde in Deutschland, gelten für Zoos und Tierparks Ausnahmeregelungen.

Der konkrete Umgang hänge dann auch von einer „Risikoanalyse“ ab, erläuterte die Leiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes, Kerstin Normann. Dabei gehe es unter anderem um die Virus-Empfänglichkeit, die Unterbringung und auch den Wert der Tiere. So gelten beispielsweise Singvögel als weniger gefährdet.

Keine Konsequenzen für Besucher

Konsequenzen für die Zoo-Besucher hat der Nachweis der Vogelgrippe derzeit nicht. Der Zoo bleibt weiter geöffnet. Es bestehe keine Gefahr für Besucher, da kein Kontakt mit den Tieren möglich sei. Ukena danke für das Augenmaß, mit dem die Situation in Dresden behandelt werde.

Seit Mitte November müssen aufgrund des deutschlandweiten Vogelgrippeausbruchs alle Vogel- und Geflügelhalte ihre Tiere in Ställen halten. Im Zoo sind daher seit Monaten beispielsweise Flamingos unter sehr beengten Verhältnissen untergebracht, Volieren sind mit Planen abgedeckt. Der Stress führe nach den Angaben der Zoo-Tierärzte auch zu einer leicht erhöhten Zahl toter Tiere als üblich. Insgesamt hält der Zoo 530 Vögel aus 95 Arten. „Wir werden schauen, ob wir uns auf weniger konzentrieren, um sie in solchen Situationen besser unterbringen zu können“, sagte Ukena. Für konkrete Entscheidungen sei es jedoch noch zu früh.

Wie die Erreger in den Zoo gekommen sind, lässt sich naturgemäß schwer sagen. Auch trotz Aufstallungspflicht bevölkern Wildvögel die Gewässerflächen. „Es ist wie bei einer menschlichen Grippe, bei wem sie sich da angesteckt haben, können sie auch schwer sagen“, erklärte Meißner.

Anzeigen zu freilaufenden Haustieren

Mit den Nachweisen im Zoo sind in Dresden erstmals „gehaltene Tiere“ betroffen. Bislang war das Virus nur bei Wildvögeln aufgetaucht. Laut Normann gibt es bislang sieben Fälle mit einer unterschiedlichen Zahl betroffener Tiere, als Beispiele wurden unter anderem Schwäne vom Carolasee und Gänse an der Reinhold-Becker-Straße und der Fritz-Meinhardt-Straße genannt. Seit Ende Januar ist das gesamte Stadtgebiet zum Sperrbezirk erklärt, die dazugehörigen Beobachtungsgebiete erstrecken sich weit in die angrenzenden Landkreise hinein. In diesen Gebieten herrschen unterschiedlich scharfe Regeln für Geflügelhalter. Für die Besitzer von Hunden und Katzen ist einheitlich vorgeschrieben, dass die Tiere nicht frei herumlaufen dürfen.

Dies werde in Dresden „im Rahmen der Möglichkeiten“ auch vom Ordnungsamt kontrolliert, sagte Veterinär-Amtsleiterin Normann. Bei Verstößen drohen Geldstrafen. Teilweise gebe es Anzeigen von Bürgern. Sie appellierte an die Dresdner, die Bestimmungen einzuhalten. Zwar könnten Katzen sogar erkranken und es sei auch nicht möglich, die ohnehin freilaufende Population einzufangen und wegzusperren. Die Gefahr sei aber sehr groß, „dass über freilaufende Hunde und Katzen die Erreger in Geflügelbestände eingeschleppt werden“. In solchen Fällen drohen den Tierhaltern auch Schadenersatzforderungen.

Von Ingolf Pleil

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