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Vision: Kompakte Stadt mit Grünzügen

Wie soll sich Dresden weiter entwickeln? Vision: Kompakte Stadt mit Grünzügen

Dresden ist eine wachsende Stadt. Damit die Lebensqualität erhalten bleibt, will die Verwaltung einen neuen Landschaftsplan vorsehen, der Neubauvorhaben vorwiegend auf die Innenstadt und die Stadtteilzentren beschränkt, um die Wege kurz zu halten.

Bachlauf hinter der Lärmschutzwand: Der Weidigtbach verbessert das Klima in Gorbitz.

Quelle: Archiv

Dresden. Er führte, verborgen in Rohren und Betonprofilen, ein Schattendasein. Mit drei Millionen Euro Aufwand hat die Stadt den Weidigtbach zwischen Gompitz und der Schlehenstraße am Rand von Gorbitz offengelegt und ans Tageslicht zurückgeholt. Das Bachufer besitzt jetzt Naherholungscharakter und tut dem Stadtklima gut: Gewässerverläufe und Kaltluftschneisen sind zumeist identisch, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen). In jedem Fall sorgt ein offener Bachlauf für Abkühlung an heißen Tagen.

Jähnigen stellte am Freitag den vom Umweltamt erarbeiteten neuen Landschaftsplan vor und zählte den Weidigt-bach als positives Beispiel in Sachen Klima- und Umweltschutz auf. Dieser erlebe aber auch Rückschläge, etwa wenn Waldinseln im elbnahen Bereich in Kleinzschachwitz einer Bebauung weichen müssten, da die Bäume nach Baurecht nicht geschützt seien.

Der Landschaftsplan analysiere den Ist-Zustand von Natur und Umwelt und definiere ein langfristiges strategisches Leitbild: Dresden solle sich als kompakte Stadt im ökologischen Netz entwickeln, so die Umweltbürgermeisterin. Was heißt: Neubauvorhaben werden auf die Innenstadt und die Stadtteilzentren konzentriert, um die Wege in der wachsenden Stadt kurz zu halten. „Solche Strukturen ermöglichen eine effiziente Energieversorgung und Müllentsorgung, aber auch einen wirtschaftlichen öffentlichen Nahverkehr, erklärte Jähnigen.

Wolfgang Socher, Abteilungsleiter Stadtökologie im Umweltamt, konnte es anhand der Daten einer einmaligen Aktion der Verwaltungsmitarbeiter am 8. August 2015 nachweisen. Damals machten sich viele Frauen und Männer mit Fahrrädern und Thermometern auf den Weg und maßen die Temperatur an verschiedensten Punkten in der Stadt. An Straßen liegt ist es teilweise fünf Grad Celsius wärmer als am Elbufer. „Asphalt nimmt Wärme auf und gibt sie wieder ab“, so der Abteilungsleiter.

Die Folgen des Klimwandels ließen sich nicht mehr aufhalten, die Stadt müsse aber darauf eingestellt werden. Deshalb sei neben Neubauten der Ausbau von Grünzügen und Grünflächen sowie deren Anbindung an die freie Landschaft wichtig. Die Umverlegung des Prohliser Landgrabens oder der weitere Ausbau des Grünzugs Weißeritz sind für Socher Vorhaben in diesem Kontext, aber auch die Begrünung von Dächern in den Neubaugebieten von Kaditz und Mickten.

Der erste Landschaftsplan wurde 1997 fertiggestellt, als die Fläche von Dresden ohne die Ortschaften noch um 40 Prozent kleiner war. Deshalb sei es höchste Zeit gewesen, einen neuen Landschaftsplan aufzustellen, so Socher. Das mehr als 300 Seiten starke Dokument, das jetzt in den Gremien des Stadtrats diskutiert werde, richte sich vor allem an ein Fachpublikum. Es weise keine Standorte für Bauvorhaben aus, sondern sei zu Rate zu ziehen, wenn in bestimmten Gebieten gebaut werden soll. „Die Investoren erhalten Klarheit darüber, was wo erwartet wird und was man als Ausgleich für Eingriffe in die Natur leisten muss“, erklärt die Umweltbürgermeisterin, die hofft, dass der Stadtrat den Landschaftsplan im Frühjahr verabschiedet.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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