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Vierkanttretlager mit nachdenklichen Texten in der Groove-Station

Vierkanttretlager mit nachdenklichen Texten in der Groove-Station

Der Anfang ist ein Stück, das nur gesprochen wird: "In jedem seiner milden Blicke spiegelt sich das Leuchten unserer Augen. Er steht an keiner Kreuzung mehr. Jetzt ist er Mensch mit jeder Faser.

Wir sehen dann zu, wie er stirbt. Wir sehen dann seinen Kopf, der eben erst aus der Mutter ragt. Und wenn er dann wie selten spricht, sind es unsere Worte." Ein wuchtiger Anfang, einer der gleich von vornherein klar machen will, dass hier nicht irgendein Nullachtfünfzehn-Indie-Rock gespielt wird, sondern Musik mit Anspruch. Sicherlich ist es auf eine Weise Indie-Rock, aber unter das Label fällt ja inzwischen alles, was sich nicht (oder was sich ganz besonders) dagegen wehrt.

Vierkanttretlager aus Husum sind eine eigenständige Band, sie haben einen eigenen Stil, einen eigenen Sound und Schubladen also nicht nötig. Im Zentrum der Musik steht Sänger Max Leßmann, der sich live extrovertiert und sehr ernst gibt, sich aber ein Grinsen selten verkneifen kann, wenn er mit dem Publikum interagiert. Der Sound von Vierkanttretlager wird auch durch den besonders perkussiven, fast durchgängig unverzerrten Gitarrenklang von Christian Topf bestimmt. Dabei erklingen oft dissonante Akkorde, die aber durch die sehr gute und auf das Wesentliche reduzierte Rhythmusgruppe getragen werden. Vierkanttretlager spielen ein rundes Set, mit Höhepunkten wie der eingängigen Single "Das neue Gold" und "Fotoalbum", das mit Ziehharmonika und Dia-Projektoren überrascht.

Am Merchandise-Stand in der Groovestation liegen "Zeitungen" mit ästhetischem Layout, die man als Souvenir mitnehmen kann. In großen Lettern steht dort: "Die Natur greift an!". So heißt auch das Debütalbum von Vierkanttretlager, das Anfang des Jahres erschien. Im Stile eines Zeitungsartikels lässt uns die Band wissen: "Die hier besungene Naturgewalt ist der schleichende Tod. Die Gewissheit der zukünftigen Reue, wenn aus den jungen Männern endlich Greise geworden sind." Max Leßmann singt viel über das Mensch-Sein und Mensch-Werden und über das Finden des Platzes zwischen all den anderen Menschen. Doch während alle zwanghaft diesen Platz suchen und ihr Leben daraufhin zugeschnitten durchplanen, plädiert Leßmann für ein Passieren-lassen. Seine Parole: "Gib deinem Leben keinen Sinn". Das Stück mit diesem Namen wird dann auch in einer akustischen Version als Zugabe gespielt.

Den Refrain singen Band und Publikum zusammen, ganz ohne Mikrofone, einfach in den Raum hinein. Und alle gemeinsam sind sich einig, dem Druck der Gesellschaft unserer Zeit zu widerstreben. Einfach völlig ohne Sinn zu leben: "Ohne Ziel und ohne Zweck. Zieh dieser Zeit die Beine weg. Wir machen jetzt das Beste draus. Fahren diese Zeit ins Krankenhaus."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.04.2012

Falk Ulshöfer

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