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Viele Altkleider-Container sind nicht genehmigt

Spenden Viele Altkleider-Container sind nicht genehmigt

Wer alte Kleidung nicht weiterverkaufen oder an Freunde verschenken will, kann sie in die Altkleidersammlung geben. Doch nicht immer tut man damit Gutes. Überall im Stadtgebiet tauchen immer wieder illegal aufgestellte Container auf. Mit deren Inhalt wird Geld gemacht.

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Dresden. Die Deutschen besitzen insgesamt rund 5,2 Milliarden Kleidungsstücke, aber ungefähr 40 Prozent davon werden nur selten bis nie getragen. Der Markt boomt, was vor allem daran liegt, dass die Kleidung im Verhältnis zum Lohnniveau immer günstiger wird. Frauen besitzen durchschnittlich 118 Teile, Männer immerhin 73, aber jeder dritte Deutsche hat sogar doppelt soviel – Socken und Unterwäsche nicht mitgezählt. Klamotten werden immer öfter zum One Hit Wonder. Wer kann schon von sich behaupten, noch kein Kleidungsstück für nur einen Sommer oder Winter oder sogar nur für einen einzigen Anlass gekauft zu haben.

Wer seine Sachen nicht weiterverkaufen oder an Freunde verschenken will, kann sie in die Altkleidersammlung geben. Damit hilft man Bedürftigen in der ganzen Welt – oder auch den Leuten in der Nachbarschaft, die schlicht nicht soviel Geld haben. Aber ist das wirklich so? Landet ein Kleidungsstück, das in den Altkleidercontainer geworfen wurde, automatisch bei jemandem, der es wirklich braucht?

In Dresden gibt es insgesamt 249 vom Straßen- und Tiefbauamt genehmigte Container. Zusätzlich stehen auf Flächen anderer Ämter oder privater Eigentümer welche, die separat verwaltet werden, und auch die acht städtischen Wertstoffhöfe nehmen Altkleidung an. Die Dunkelziffer ist jedoch weit höher, denn überall im Stadtgebiet tauchen immer wieder illegal aufgestellte Container auf. Eine genaue Statistik wird vonseiten der Stadt darüber nicht geführt. Der Dachverband „FairWertung“, unter dem sich über 125 Organisationen mit dem Ziel des transparenten und verantwortlichen Umgangs mit gesammelter Kleidung zusammengeschlossen haben, geht jedoch deutschlandweit von einer Zahl von rund 10000 illegalen Altkleidercontainern aus. Das wären ungefähr zehn Prozent. Diese ausfindig zu machen ist allerdings nicht immer einfach, denn sie werden meist über Nacht auf- oder abgebaut und stehen oft auf privaten Grundstücken. „Wir kontrollieren im Rahmen unserer Möglichkeiten, wenn wir die Hinweise auf solche Container bekommen“, lässt das in Dresden zuständige Straßen- und Tiefbauamt verlauten. Wer diese ohne erforderliche Nutzungserlaubnis an öffentlichen Straßen oder Plätzen abstellt, riskiere eine Ordnungsstrafe von 500 Euro. Wenn aber der Ursprung nicht bekannt ist, kann auch niemand belangt werden.

Offizielle Altkleidersammlungen werden von Einrichtungen wie dem Deutschen Roten Kreuz, den Johannitern oder Maltesern durchgeführt. In Dresden ist unter anderem auch die Volkssolidarität, Veolia oder die KuB GmbH dazu berechtigt. Daran erkennt man auch, ob ein Container echt ist. „FairWertung“ klärt auf: „Illegale Container locken oft mit Symbolen wie Kreuz, Kirche oder Weltkugel, emotional klingenden Vereinsnamen wie ‚Spenden für Flutopfer e.V.’ und irreführenden Aufklebern wie ‚Dieser Container ist genehmigt.’“ Zur Aufstellung befuge Organisationen geben immer ihren korrekten Namen samt vollständiger Kontaktdaten an. „Wenn man nur eine Handynummer findet und unter dieser sich möglicherweise nicht einmal jemand meldet, kann man davon ausgehen, dass da etwas faul ist.“ Um ganz sicher zu gehen, kann man zum Beispiel auch über die Internetseite altkleiderspenden.de suchen. Diese zeigt nach einem Suchbefehl alle Altkleidercontainer karitativer Organisationen in einem Stadt- oder Postleitzahlengebiet.

Aber wie sieht es mit den Teilen aus, die im „richtigen“ Container landen? Etwas über die Hälfte davon sind überhaupt nur für den Second-Hand-Gebrauch geeignet, nachdem sie von Textilsortierbetrieben geprüft wurden. Lediglich zwei bis vier Prozent schaffen es in die Second-Hand-Läden in Westeuropa, der Rest geht in den Mittleren Osten, nach Osteuropa und Afrika. Die andere knappe Hälfte der gespendeten Textilwaren ist nur noch zur Weiterverarbeitung zu Putzlappen oder Recyclingstoffen geeignet oder muss ganz entsorgt werden. Der Bedarf scheint jedoch trotzdem gedeckt; Sammelstellen wie die DRK-Kleiderläden – in Dresden zum Beispiel der Fair-Kauf in Pieschen – verkaufen regelmäßig die zu ihnen gebrachte Ware weiter an Textilsortierbetriebe. Der Erlös davon geht an soziale Projekte oder Erhaltung des Ladens.

Auch bei vielen Second-Hand-Läden kann jeder seine Ware persönlich vorbei bringen. „Wir bestellen zwar einmal im Quartal Kleidung bei einem Sortierbetrieb in Berlin“, sagt Nicole Bittner vom Second-Hand-Laden Humana in der Wallstraße. „und bekommen eine Lieferung, die alles in allem rund 300 Kilo wiegt.“ Zusätzlich kämen aber noch täglich Personen in den Laden, um gebrauchte Kleidung abzugeben. Hier kommen noch mal circa 30 Kilo pro Woche zusammen. Die Qualität scheint dabei aber deutlich höher zu sein, als bei den Sachen, die im Container landen. „Wir können fast alles verwenden, mindestens 80 bis 85 Prozent“, schätzt Bittner. „Die Leute wissen, dass wir hier direkt an die Menschen weiter verkaufen und nah mit ihnen arbeiten.“ Was Humana erwirtschaftet, fließt direkt in diverse karitative Projekte.

Von Gerrit Menk

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