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Lokales Veterinäramt nimmt Dresdner Bürger in die Pflicht
Dresden Lokales Veterinäramt nimmt Dresdner Bürger in die Pflicht
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17:56 21.02.2018
Über vierzig Wildschweine sind in der Nähe von Glaisin nach einer Treibjagd als Strecke ausgelegt. Die Jagden finden zur Verhinderung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest statt. Quelle: dpa
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Dresden

Die Seuchenlage in Ost-Europa im Hinblick auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist besorgniserregend. Deshalb wendet sich das Dresdner Veterinäramt an die Bürger der Stadt und bittet um die Einhaltung einiger Regeln, um einer möglichen Ausbreitung in unserer Region entgegenzuwirken.

Seit 2007 breitet sich das Virus kontinuierlich in Richtung Westen aus. Deshalb sei früher oder später auch hierzulande mit einer Einschleppung zu rechnen, teilte das Veterinäramt mit. Im vergangenen Jahr kamen ASP-Fälle bei Wild- und Hausschweinen in den europäischen Ländern Estland, Lettland, Litauen, Polen und erstmals in der Tschechischen Republik vor. Ursächlich werden die illegale Verfütterung von kontaminiertem Schweinefleisch sowie als Virusreservoir fungierende Wildschweine angenommen.

Auf einem Computerbildschirm ist das Virus der Afrikanischen Schweinepest in einer Wirtszelle eines Wildschweins zu sehen. Quelle: dpa

Afrikanische Schweinepest

Ursprünglich stammt die Afrikanische Schweinepest (ASP), wie auch der Name sagt, vom afrikanischen Kontinent. Durch die zunehmende Globalisierung verbreitet sich der Virus mittlerweile auch auf anderen Kontinenten.

ASP ist der klassischen Schweinepest in Symptomen und Verlauf sehr ähnlich, obwohl die Erreger gänzlich unterschiedliche Stämme haben. Die Ansteckungsgefahr ist jedoch deutlich niedriger als bei der klassischen Schweinepest.

Im Gegensatz zur klassischen Schweinepest ist eine Impfung der Tiere gegen ASP nicht möglich.

Für den Mensch und die gängigen Haustierarten ist der Erreger, der in Frischfleisch und Rohfleischprodukten von Schweinen sowie in Fellen, Jagdgegenständen u.ä. enthalten sein kann, nicht gefährlich.

In Deutschland ist diese Erkrankung bisher noch nie aufgetreten.

Menschliche Aktivitäten sind der Grund für die Verbreitung über große Distanzen sowie für die Einschleppung in Hausschweinbestände. Aktuell stuft das Friedrich-Loeffler-Institut in Niedersachsen die Gefahr, dass die Tierseuche in Deutschland auftritt, als groß ein. Es besteht weder eine Gefahr für den Menschen noch für Haustierarten.

Doch auch importierte Wurst aus betroffenen Ländern birgt eine große Gefahr, da so Erreger eingeschleust und in den Futterkreislauf heimischer Tiere gelangen können.

Ein Ausbruch in unserer Region hätte verheerende Folgen für die Tierbestände und die Wirtschaft, weshalb präventive Maßnahmen notwendig sind. Daher werden tot aufgefundene Wildschweine an der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Sachsen untersucht. Für den Fall einer Ausbreitung von ASP haben heimische Behörden bereits Notfallpläne geschmiedet.

Regeln des Veterinäramts

1. Lebensmittel dürfen nicht an Schweine verfüttert werden. Von virushaltigen Lebensmitteln geht eine hohe Ansteckungsgefahr aus.

2. Entsorgen Sie Speiseabfälle sicher in verschlossenen Müllbehältern und keinesfalls am Wegesrand.

3. Bringen Sie keine Wurst- und Fleischerzeugnisse (Schinken, Salami) aus osteuropäischen Ländern mit nach Deutschland.

4. Melden Sie tot aufgefundene Wildschweine sofort an die zuständige Veterinärbehörde.

5. Achten Sie auf Hygiene bei der Jagd; besonders beim Jagdtourismus in betroffenen Gebieten müssen Schuhe, Kleidung und Geräte desinfiziert werden.

6. Schweinehalter sollten auf strikte Einhaltung bzw. Erhöhung der Biosicherheitsmaßnahmen achten (siehe Schweinehaltungshygieneverordnung).

a. Kontakt von Haus- zu Wildschweinen verhindern

b. wildschweinsichere Lagerung der Futtermittel

c. Personen- und Handhygiene beachten

Von dnn

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