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Lokales Verwaltungsgericht muss sich mit Aufnahme an Gymnasien in Dresden befassen
Dresden Lokales Verwaltungsgericht muss sich mit Aufnahme an Gymnasien in Dresden befassen
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13:19 31.07.2018
Quelle: dpa
Dresden

Die Aufnahme von Schülern an Dresdner Gymnasien beschäftigt das Verwaltungsgericht: „Es geht darum, ob der jeweilige Schulleiter im Falle der Kapazitätsüberschreitung jeweils sachgerechte Auswahlkriterien ermessensfehlerfrei aufgestellt und zur Anwendung gebracht hat“, erklärte Gerichtssprecher Robert Bendner auf DNN-Anfrage. An manchem Gymnasium konnten trotz Aufstockung der Klassenzahl nicht alle Kinder aufgenommen werden.

Mehr Bewerbungen als Plätze

Nach dem ersten Halbjahr der vierten Klasse gibt es die Bildungsempfehlungen für Gymnasien oder Oberschule. Alle Jahre wieder kommt es dann zum gleichen Bild. An vielen Gymnasien liegen mehr Anmeldungen vor als Plätze vorhanden sind. In diesem Jahr führte das Gymnasium Bürgerwiese die Liste mit mehr als 190 Anmeldungen an, dicht gefolgt von den Gymnasien in Bühlau und Marie-Curie. Tschirnhaus-Gymnasium und Gymnasium Tolkewitz lagen nur knapp dahinter.

Dann haben die Schulleiter den „Schwarzen Peter“. Sie müssen entscheiden, wer an ihrer Schule aufgenommen wird und wer nicht. Für hunderte Dresdner Kinder wurde der künftige Schulweg dabei zur Lotterie. An sieben Gymnasien und acht Oberschulen in Dresden gab es mehr Anmeldungen als Plätze. In den meisten Fällen dürfte die Entscheidung im Losverfahren gefallen sein. Für die Auswahl unter den Bewerbern gibt es ansonsten kaum Kriterien, die einer gerichtlichen Überprüfung standhalten würden.

Keine Gesamtzahlen aus Landesamt

Nach den Angaben des Landesamtes für Schule und Bildung vom Mai wurden an 15 Dresdner Schulen exakt 365 Schüler an andere Einrichtungen „umgelenkt“. Wo wie viele Kinder nach welchem Verfahren für Aufnahme oder Ablehnung ausgewählt worden sind, sagte die Behörde nicht. Das sei Sache der Schulleiter, bei denen aber eher von klaren Vorgaben des Landes zu hören ist.

Am Gymnasium Bürgerwiese (Altstadt) gab es 195 Bewerber für 160 Plätze in sechs fünften Klassen. 128 Plätze wurden verlost. Die übrigen waren durch hauptsächlichen durch Geschwisterkinder von Schülern belegt, die schon an der Schule lernen. Schulleiter Jens Reichel bedauert die nun schon seit Jahren übliche Verfahrensweise. Er habe aber keinerlei Gestaltungsmöglichkeit. Lediglich ein kurzer Schulweg sei noch ein anerkanntes Vergabekriterium. Reichel würde gern auch nach dem Notenschnitt auswählen, hatte er kürzlich gegenüber DNN erklärt. Doch er muss sich vor drohenden Rechtsstreitigkeiten hüten.

Etwa 2300 Dresdner Viertklässler waren für Gymnasien angemeldet worden. Wie viele Widersprüche gegen die Bescheide von Schulleitern eingingen, die eine Aufnahme an der Wunschschule ablehnten, war beim Landesamt noch nicht zu erfahren. Die Daten würden erst nach Schuljahresbeginn erfasst, erklärte Sprecherin Petra Nikolov.

Verfahren teilweise erst seit wenigen Tagen anhängig

Das Dresdner Verwaltungsgericht teilte auf Anfrage mit, es gebe am Gymnasium Bühlau drei Fälle und am Gymnasium Bürgerwiese und dem Bertolt-Brecht-Gymnasium jeweils einen Fall. Es handele sich um vorläufige Rechtsschutzverfahren. Im Falle das Gymnasiums Bürgerwiese sei die Sache er am 27. Juli bei Gericht eingegangen. Schulleiter Jens Reichel konnte am Dienstag keine Angaben zu dem Verfahren machen, ihm lägen bislang keine Informationen dazu vor.

Vor sieben Jahren habe es am Gymnasium Bühlau die letzten Widersprüche gegeben, erläutert Schulleiterin Sylvia Sobieraj gegenüber DNN. Damals sei die Kapazität auf sechs Klassen pro Jahrgang erweitert worden. „Das hat bisher immer gereicht.“ Bei 28 Kindern pro Klasse sind das 168 Plätze. Doch nun reichte auch das nicht mehr. „25 Familien mussten umgelenkt werden“, rechnet die Schulleiterin vor. Die Klagen betreffen drei Kinder aus zwei Familien. Sie hofft im Interesse der Kinder und Familien, dass es zügig zu einer Entscheidung kommt. Damit sie wissen, wo es für sie weiter geht.

Auch am Bertolt-Brecht-Gymnasium wurde in der Vergangenheit auf große Anmeldezahlen mit zusätzlichen Klassen reagiert. Statt vier sind in diesem Jahr fünf Klassen gebildet worden, berichtet Schulleiter Marcello Meschke. Trotzdem reichten die 140 Plätze nicht. Acht Bewerber mussten herausgelost werden. Es gab mehrere Widersprüche, eine Familie hat die Sache nun bis zum Gericht gebracht.

Von Ingolf Pleil

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