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Lokales Verwaltung bringt Gründung des Gymnasiums Gorbitz auf den Weg
Dresden Lokales Verwaltung bringt Gründung des Gymnasiums Gorbitz auf den Weg
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07:30 02.07.2018
Quelle: dpa
Dresden

Die Verwaltung bringt die Gründung des Gymnasiums Gorbitz auf den Weg. Die Schule soll nach der Vorlage aus dem Bereich von Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) im August 2019 am Leutewitzer Ring in Betrieb gehen. Nach den Beratungen im Bildungsausschuss und im Ortsbeirat Cotta soll der Stadtrat nach den Sommerferien über die Gründung entscheiden.

Das Rathaus ist vom Stadtrat zur Ansiedlung des Gymnasiums in Gorbitz verpflichtet worden. In der Schulverwaltung hatten andere Pläne bestanden. In der Stadt besteht aufgrund steigender Einwohnerzahlen auch ein wachsender Bedarf an Gymnasialplätzen. Der Vorjohann-Bereich wollte das Gymnasium jedoch an der Freiberger Straße ansiedeln.

Die Stadt sieht in der sogenannten Planungsregion „Linkselbisch Süd/West“ – sie umfasst das Gebiet der Ortsämter Plauen und Cotta sowie die Ortschaften Altfranken, Cossebaude, Gompitz, Mobschatz und Oberwartha – einen Mangel an gymnasialen Schulplätzen. Dies gelte auch für die Planungsregion Rechtselbisch Mitte (Ortsämter Neustadt und Pieschen).

Rathaus wollte Gründung an Freiberger Straße

Darauf wollte die Stadt mit der Gründung des Gymnasiums an der Freiberger Straße reagieren. Gleichzeitig sollte dort die 150. Grundschule angesiedelt werden. Deren Vorgründung an der Cämmerswalder Straße zum Schuljahr 2018/19 scheiterte an zu geringen Schüleranmeldungen. Jetzt soll zunächst darauf verzichtet werden. An der Cämmerswalder Straße will die Stadt zum Schuljahr 2019/20 mit der Universitätsschule starten.

Die Pläne für die Freiberger Straße (ehemaliger Kohlebahnhof) waren wiederum in der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit auf Widerstand gestoßen. SPD, Linke und Grünen wollen auf der Brache nur eine Oberschule ansiedeln, die dann Entwicklungsmöglichkeiten bei den Schülerzahlen hätte. Beim Modell der Stadt können die Oberschule und das Gymnasium an der Freiberger Straße höchstens dreizügig sein, also in jeder Altersstufe bis zu drei Klassen haben. Nach Ansicht der Stadtratsmehrheit vernachlässige das Rathaus die Oberschulen. Außerdem wurde von Rot-Grün-Rot Wert auf ein Gymnasium in Gorbitz gelegt. Seit Jahren gebe es entsprechende Wünsche der Einwohner im Dresdner Westen. Damit könne der Stadtteil entwickelt werden. Ein Gymnasium in Gorbitz wird auch von der CDU begrüßt.

Stadt soll sich mit dem Freistaat abstimmen

An der Entscheidung für die Ansiedlung des Gymnasiums am Leutewitzer Ring hängt auch die Zukunft des Beruflichen Schulzentrum „Franz-Ludwig-Gehe“. Das hat derzeit seinen Sitz am Leutewitzer Ring, soll aber umziehen. So wird als künftiger Standort des Berufsschulzentrums die Boxberger Straße oder die Bodenbacher Straße diskutiert, mit Tendenz zu Prohlis.

Das all dies von der Verwaltung nicht befürwortet wird, klingt in der Vorlage zur Gymnasiums-Gründung unmissverständlich an. Wenn die Berufsschule ausgezogen ist, könnte das Gymnasium zwar fünfzügig geführt werden. Der Bedarf dafür sei gesamtstädtisch perspektivisch vorhanden, „allerdings nicht im Einzugsbereich des Standortes Leutewitzer Ring“, schreiben die Vorjohann-Mitarbeiter. Es müsse daher „mit der dauerhaften Hinlenkung von Schülern an dieses Gymnasium gerechnet werden“.

Bei Dana Frohwieser löst das nur Kopfschütteln aus. Die Bildungspolitikerin der SPD ließt die Prognosezahlen zu den Schülern im Dresdner Westen ganz anders. Viele würden derzeit in anderen Stadtteilen Gymnasien besuchen. Es gebe aber keinen Grund, warum diese Schüler bei einem guten inhaltlichen Angebot nicht auch ein Gymnasium in Gorbitz besuchen könnten. Außerdem lasse die Vorlage wichtige Fragen offen. So hätte die Stadt bis Februar mit dem Land klären sollen, welcher Standort für die Berufsschule zustimmungsfähig ist. „Bislang haben wir da nichts gehört“, sagte Frohwieser.

Von Ingolf Pleil

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