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Lokales Versuchter Mord: Feuer gelegt, um Freundin zu töten
Dresden Lokales Versuchter Mord: Feuer gelegt, um Freundin zu töten
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10:01 16.01.2018
Angeklagter wegen versuchten Mordes vor Gericht Quelle: dpa
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Dresden

„Egal was ich trinke, ich bin ein lustiger Mensch und habe dann immer Spaß“, erzählte Viktor E. gestern im Landgericht. Spaß hatten andere Leute weniger, wenn er getrunken hat, denn dann wird der 56-Jährige unberechenbar. Derzeit muss er sich wegen versuchten Mordes vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, am Abend des 2. April 2017 die Wohnungstür seiner Freundin in einem Mehrfamilienhaus auf der Budapester Straße angezündet zu haben. Er habe, so die Anklage, Benzin unter der Tür in die Wohnung geschüttet und dann angezündet, ebenso ein Schuhregal im Hausflur. Verletzt wurde glücklicherweise niemand, seine Freundin war nicht zu Hause und durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte schlimmeres verhindert werden. Laut damaligem Polizeibericht kam es durch das Feuer zu Schäden an mehreren Türen und dem Fußboden. Zudem war die Wohnung total verrußt und vorübergehend nicht bewohnbar. Grund für die Attacke, so die Anklage, sei die hochgradige Eifersucht des Angeklagten gewesen, der glaubte, dass seine Freundin ein Verhältnis mit einem anderen Mann hatte und sich beide in der Wohnung aufhalten.

„Ja, ich habe das gemacht Ich war so sauer und wütend. Ich kann nicht viel sagen, ich erinnere mich nicht mehr“ erklärte Viktor E. zu Beginn des Prozesses. Dann erzählte der 56-Jährige doch, aber eine äußerst wirre Geschichte, über einen Besuch der Frau bei ihrem Ex-Mann und Sohn, dubiosen Drogengeschäfte und Anrufen, die sich nicht annahm. Der 56-Jährige glaubte wohl seine jüngere Freundin kontrollieren zu müssen und reagierte dann über, als sie sich nicht meldete.

Seine Erinnerungslücken haben sicher auch mit seinem Alkoholkonsum zu tun, auch wenn der Angeklagte dazu eine andere Meinung als seine Umwelt hat. Er fühlt sich missverstanden und ungerecht behandelt. Ein Trinker der vor allem sich selbst nicht eingestehen will, dass er da ein Problem hat. Und das Problem scheint erheblich zu seien. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte wegen seines permanenten Alkoholmissbrauchs möglicherweise vermindert schuldfähig ist.

Viktor E. kam 2000 mit seiner damaligen Frau und dem Sohn aus Kasachstan nach Deutschland, arbeitete zunächst als Kraftfahrer bis er, wohl auch wegen seiner Sauferei, den Job verlor und Straftaten beging. 2008 stand er schon einmal vor der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts. Damals hatte ihm die Staatsanwaltschaft versuchten Totschlag vorgeworfen. Er soll volltrunken im Juli 2007 versucht haben, seine damalige Frau und seinen Sohn zu töten. Wegen gefährlicher Körperverletzung wurde er dann zu zwei Jahren Haft verurteilt. Diesmal geht es möglicherweise auch um eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. „Es ist davon auszugehen, dass er weitere Straftaten begeht und gefährlich für die Allgemeinheit ist“, so Oberstaatsanwalt Christian Avenarius. Der Prozess wird fortgesetzt, zunächst sind sechs Verhandlungstage angesetzt.

Von DNN

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