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Lokales Versteckte Orte, neue Möglichkeiten
Dresden Lokales Versteckte Orte, neue Möglichkeiten
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16:27 29.08.2017
Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

„Auf den ersten Blick sieht das hier alles toll aus. Aber wenn man genauer hinschaut, entdeckt man überall Arbeit“, sagt Ulrich Finger. Der Chef der Messe Dresden GmbH hat seit fünf Jahren den Hut für eines von Dresdens prächtigen Schlössern auf: dem Schloss Albrechtsberg. Er vermarktet es nicht nur, sondern sieht sich auch in der Verantwortung, die städtische Immobilie baulich zu erhalten.

500 000 Euro brutto schießt die Stadt jedes Jahr für das Betreiben des Schlosses zu. „Bleiben netto etwa 420 000 Euro, abzüglich 80 000 Euro Versicherung und anderer Kosten, zuzüglich der Einnahmen, die wir erzielen, können wir jährlich zwischen 100 000 und 200 000 Euro verbauen“, rechnet der Messechef vor.

Blick in das eingerüstete ehemalige Arbeitszimmer des Prinzen mit einer reich verzierten Lederimitattapete an der Wand. Quelle: Catrin Steinbach

Zurzeit ist das einstige Arbeitszimmer des Prinzen auf der Ballsaal-Etage eingerüstet, wird saniert und restauriert. Besonders die Ledertapete an den Wänden hat es in sich. Es handelt sich nicht wirklich um Leder, sondern ein Imitat aus Pappe, das aufwändig mit grazilen Ornamenten geschmückt ist, die mit Metallfarbe überzogen wurden.

„Vom Arbeitszimmer geht ein Geheimgang ab“, erzählt Ulrich Finger. „Den wollen wir auch restaurieren. Aber es gibt da Forderungen von der Denkmalpflege – wie den Einbau einer Heizung – die richtig Geld kosten. Das hatten wir so nicht eingeplant. Deshalb müssen wir jetzt erst mal sehen, wie wir das weiter angehen.“ Doch wohin führt der Geheimgang? „Der Teil, den wir kennen, bis in den Keller zu einer zugemauerten Stelle. Die Legende sagt, der Geheimgang geht bis zur Elbe. Natürlich möchten wir das auch gern herausfinden, aber dafür ist jetzt noch nicht die Zeit. Alles schön der Reihe nach.“

Blick vom Ballsaal auf die Südterrasse und das Römische Bad. Letzteres ist nicht in Verantwortung der Messe Dresden GmbH, sondern der Stadt. „ich bin guter Hoffnung, dass für 2019 Mittel in den Haushalt eingestellt werden, damit diese ewige Baustelle endlich verschwindet“, so Messechef Ulrich Finger. Quelle: Catrin Steinbach

Das nächste Projekt, mit dem der Schlossbetreiber im Oktober beginnen möchte, ist die Sanierung und Begradigung der Südterrasse. Zudem soll der Sand abgetragen und durch Sandsteinplatten ersetzt werden. „Der Sand, den die Leute an den Schuhen von der Terrasse mit ins Schloss nehmen, macht einfach die Fußböden kaputt“, erklärt Ulrich Finger den Sinn der Aktion.

In der Rangfolge der erforderlichen Baumaßnahmen folgt dann die Sanierung der Ostterrasse, die undicht ist. In diesem Zusammenhang schwebt dem Hausherren vor, das Gewölbe des ehemaligen Eiskellers darunter herzurichten und für Feierlichkeiten nutzbar zu machen. „Aber das ist erst noch eine Vision“, sagt Finger. Pläne für Baumaßnahmen im Schloss hat er noch viele weitere. „Den großen Rundumschlag wird es hier aber nicht geben, sondern eine Etappe nach der anderen.“

Schließlich muss Geld in die Kasse. Von März bis in den Oktober hinein ist das Schloss gut gebucht. Viele feiern im einstigen Wohnsitz von Prinz Albrecht von Preußen (1809-1872) Hochzeit oder eine andere große Familienparty, so der Messechef. „Es könnten gern noch mehr Firmen sein, die hier feiern.“

Eine der nächsten großen öffentlichen Veranstaltungen auf Schloss Albrechtsberg findet am Sonntag, dem 10. September, statt. Zeitgleich zum Tag des offenen Denkmals gibt es die Messe „Dresden (er)lesen“. „So können wir den Besuchern an diesem Tag im Schloss nicht nur Dresdner Geschichte sondern auch Geschichten bieten. Denn sächsische Verlage präsentieren sich und ihre Bücher. Zudem gibt es Autorenlesungen im Kronensaal, auf der Südterrasse, im Märchenzelt auf der Ostterrasse und im Türkischen Bad.

Der Kleine Muck posiert auf Schloss Albrechtsberg im Türkischen Bad. Das ist sonst nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, ist aber zur Messe „Dresden (er)lesen“ am 10. September für zwei Lesungen geöffnet. Weil das türkische Bad winzig ist, werden die Karten verlost. Quelle: Catrin Steinbach

„Dort entführt der Dresdner Schauspieler Ahmad Mesgarha mit dem Gitarristen Philipp Makolies in die Welt der orientalischen Märchen“, macht Ulrich Finger neugierig. Doch während zu allen andern Lesungen und Buchvorstellungen an den genannten Orten freier Zugang ist, wenn man den Eintritt von 5 Euro in Schloss entrichtet hat, werden die jeweils 25 Plätze für die Lesungen 13 und 15 Uhr im winzigen türkischen Bad verlost. Auch über die DNN. Die Modalitäten veröffentlichen wir in unserer gedruckten Ausgabe vom 30. August.

Von Catrin Steinbach

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