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22:20 23.10.2018
Die Betten blieben leer: In der Ballsporthalle wurden die Feldbetten unbenutzt am Dienstagmorgen wieder abgebaut. Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

Die Koffer waren gepackt, die Übernachtungen gebucht, die Mitarbeiter in einen zusätzlichen freien Tag geschickt und 9000 Quadratmeter Bodenbelag in den Notunterkünften ausgelegt.

Alles war bereit für eine reibungslose Evakuierung. Doch dann entpuppte sich die vermeintliche Bombe, welche im Dresdner Ostragehege zweieinhalb Meter unter der Erde vermutet wurde, am Montagnachmittag als Wasserrohr mit Muffe. Gegen 14.30 Uhr blickten die Einsatzkräfte ungläubig auf die bis dahin unbekannte Leitung.

Es blieb also genug Zeit, den kurzfristigen freien Tag wieder zu streichen. So begaben sich am Dienstag in der Zentrale des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) alle Mitarbeiter wie gewohnt an ihre Arbeitsplätze. Der VVO hatte zuvor alles für den Evakuierungstag vorbereitet: eine Notunterkunft bei den Dresdner Verkehrsbetrieben, um die Telefonhotline in Betrieb halten zu können, ein geschlossenes Kundenbüro und Beratungen nur außer Haus. Doch es blieb bei der Theorie, lediglich bereits vereinbarte Beratungen fanden dann auch wirklich außer Haus statt, informiert VVO-Sprecher Christian Schlemper. „Wir wissen jetzt, dass wir in einem solchen Ernstfall schnell reagieren können. Wir sind zufrieden, wie es gelaufen ist.“, resümiert er.

„Eine professionelle Übung für uns alle“

Auch in unmittelbarer Nähe des vermeintlichen Fundortes verlief der Tag danach, als wäre nichts gewesen. In der Messe Dresden habe man die Auf- und Abbaupläne so vorbereitet, dass am Evakuierungstag nichts stattfindet und auch Kundentermine, beispielsweise zur Besichtigung, wurden gar nicht erst vereinbart, informiert Sprecherin Antje Andrich. Ähnlich reibungslos verlief der Abbau der Notunterkünfte. So schnell, wie sie in den Sporthallen am Montagmorgen aufgebaut wurden, sind sie am Dienstag auch wieder verschwunden, informiert Sven Mania, Verwaltungsleiter des Sozialamtes. Er war für die Betreibung, Ausstattung und Herrichtung der Evakuierungsobjekte zuständig. „Wir haben direkt am Dienstagmorgen mit dem Abbau begonnen. Wir sehen es als Übung, die wir mit Bravour gemeistert haben“, sagt Mania.

Auch die 9000 Quadratmeter Belag, die den Boden der Sporthallen schonen sollten, landeten nicht komplett im Müll. „Wir konnten rund 5300 Quadratmeter an die Landestalsperrenverwaltung abgeben, die nun Verwendung dafür haben“, erklärt Mania. 16 Uhr am Dienstagnachmittag konnten alle Sporthallen den jeweiligen Nutzern wieder übergeben werden. Dass sich die vermutete Bombe als gusseisernes Rohr entpuppte, freut auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP): „Ich bin erleichtert und froh, dass keine Fliegerbombe gefunden wurde. Der Aufwand war nicht gering, aber die Vorbereitungen waren richtig. Gemeinsam mit der Polizei würden wir jederzeit wieder so handeln“. Die tagelange Vorbereitung habe Stress und Hektik vermieden, sagt er rückblickend: „Das war eine professionelle Übung für uns alle“.

Größte geplante Aktion in Dresden

Das speziell für die Evakuierungsaktion eingerichtete Bürgertelefon war zwischen dem 18. und 23. Oktober durchgehend besetzt. Insgesamt zählten die Mitarbeiter 1200 Anrufe. Allein zehn Ämter der Stadtverwaltung, darunter auch das Sozialamt und Schulverwaltungsamt waren mit hunderten Mitarbeitern in die Vorbereitungen einbezogen. Bis dato sei dies die größte geplante Aktion in Dresden im Zusammenhang mit einer Bombenentschärfung gewesen, erklärt die Stadtverwaltung in einer abschließenden Mitteilung.

Von Lisa-Marie Leuteritz

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