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Vermieter in Dresden um 3000 Euro geprellt

Amtsgericht Dresden Vermieter in Dresden um 3000 Euro geprellt

Constanze K. und ihr Lebensgefährte hatten einen Mietvertrag mit unseriösen Leuten. Als sie im Sommer 2015 für ein halbes Jahr ins Auslang gingen, vermieteten sie für diese Zeit ihre Wohnung an Andrea und Renee L. Nur zahlte Familie L. nicht. Am Montag stand das Paar wegen Betruges vor dem Amtsrichter.

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Quelle: dpa

Dresden. „Wir haben uns keinen Ausweis zeigen lassen und nichts überprüft, das war unser Fehler. Wir waren einfach zu vertrauensselig“, waren sich Constanze K. und ihr Lebensgefährte gestern einig. Ihre Vertrauensseligkeit wurde böse ausgenutzt, sie hatten einen Mietvertrag mit unseriösen Leuten. Als sie im Sommer 2015 für ein halbes Jahr ins Auslang gingen, vermieteten sie für diese Zeit ihre Wohnung an Andrea und Renee L. 650 Euro Monatsmiete wurden ausgehandelt und ein Vertrag geschlossen. Nur zahlte Familie L. nicht. Am Montag stand das Paar wegen Betruges vor dem Amtsrichter.

„Ich habe das alles in die Wege geleitet und den Vertrag aufgesetzt, da mein Mann eine Lese- und Schreibschwäche hat“, erklärte Andrea L. Sie wohl auch, denn Name und Adresse im Vertrag stimmten nicht. Oder sie machte, so die Anklage, absichtlich falsche Angaben, um zu verhindern, dass sich Constanze K. bei den früheren Vermietern erkundigt – denn auch dort stand Familie L. in der Kreide. Den Vorwurf wies die 50-Jährige zurück. Es sei nicht bewusst geschehen, sondern ein Versehen – ein Zahlendreher und ein bedauerlicher Schreibfehler. Ein Schreibfehler beim eigenen Namen?

Als die Vermieter nach dem Geld fragten, erfand die Angeklagte immer neue Ausreden – auch vor Gericht. Mietnomaden seien sie nicht, erklärte sie, es sei eben so passiert. „Ich hatte Schulden, einen Kredit bei einer Bank und musste meinen Sohn unterstützen“ räumte sie dann doch ein.“ Sie wusste vorher, dass es finanziell nicht zu stemmen war. Dass sie dann noch auf den Namen ihrer Vermieterin Kleidung bestellte, war richtig dreist – aber, so Andrea L. auch nur ein Versehen.

Am Ende waren 3500 Euro Mietschulden aufgelaufen und Familie L. machte sich aus dem Staub. „Wir hatten keinen Kontakt mehr, sie gingen an kein Telefon. Eineinhalb Jahre haben wir vergeblich versucht, sie zu erreichen“, sagte Konstanze K. Ihr war nach der Rückkehr noch etwas aufgefallen. „Ich bekam kaum noch Post, wartete auf Unterlagen von der Krankenversicherung und der Bank, nichts kam. Dann stellte ich fest, dass jemand einen Nachsendeauftrag für meine Post ausgelöst hatte“. Die ging, sicher auch rein zufällig, an die neue Adresse von Andrea L.

Sie wollen die Schulden zurückzahlen, erklärten beide Angeklagte, die nicht vorbestraft sind und jetzt getrennt leben, und schlossen mit den Vermietern einen Vergleich. Beide stottern monatlich je 50 Euro ab. Andrea L. erhielt zudem wegen Betruges eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Bedient sie den Vergleich nicht oder begeht weitere Straftaten muss sie zudem eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen à 10 Euro zahlen. Das Verfahren gegen Renee L. wurde eingestellt, er kannte den Vertrag nicht, lesen fällt ihm wirklich schwer.

Von Monika Löffler

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