Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Verkehrsmuseum Dresden mit Museumsmobil auf Schulhoftour
Dresden Lokales Verkehrsmuseum Dresden mit Museumsmobil auf Schulhoftour
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 25.09.2018
Museumspädagogin Nicole Auerswald hat im Museumsmobil eine Reihe von Schaustücken dabei. Im Bild zeigt sie den Querschnitt einer Eisenbahnschiene. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Mit lautem Knattern fährt Nicole Auerswald mit ihrem Barkas auf den Schulhof der Christlichen Schule in Großzschachwitz. „Museumsmobil“ steht auf dem mehr als 40 Jahre alten Gefährt – die Museumspädagogin Auerswald ist im Auftrag des Verkehrsmuseums unterwegs, bringt mit ihrem Barkas Verkehrsgeschichte an Schulen in Dresden und Umgebung. „Museen müssen immer mehr Aufgaben erfüllen“, sagt ihr Chef Joachim Breuninger. „Sie sollen bei Schülern Interesse für MINT-Fächer wecken, außerschulische Lernorte werden und sie sollen rausgehen“, fügt der Direktor des Verkehrsmuseums an. Dafür hat man nun das Museumsmobil.

Zehntklässlerin Susanne Abendroth ließ es sich nicht nehmen, auf dem im Museums-Barkas aufgebauten Moped Platz zu nehmen. Quelle: Anja Schneider

Die Idee dafür wurde bereits im Frühjahr 2017 geboren. „Ich hatte immer schon den Plan, einmal mit dem Museum unterwegs zu sein“, sagt Auerswald. Als es für diesen Wunsch grünes Licht gab, hat sie monatelang an einem richtigen Konzept gefeilt, so dass jetzt für Kinder fast jeden Lernalters zwischen Kindergarten und Oberstufe etwas Passendes angeboten werden kann. „Wir haben uns eng am Lehrplan orientiert, bieten unter anderem etwas zur Entwicklung und Arbeitsweise des Verbrennungsmotors, zur Industrialisierung oder zu den Auswirkungen der Mobilitätsentwicklung an“, sagt die Museumspädagogin. Verpackt wird das in einem zweistufigen Workshop – zuerst wird das Thema auf dem eigenen Schulhof in zwei bis drei Stunden angerissen, dann beim Museumsbesuch vertieft. „Zur Schule kommen wir kostenfrei, aber dann erwarten wir einen Gegenbesuch“, sagt Museumsdirektor Breuninger dazu. Das Museumsmobil sei auch geeignet, Kontakt zu Schulen zu knüpfen, die sich bisher nicht ins Verkehrsmuseum getraut hatten – sei es weil ihnen der Weg zum Museumsbau am Neumarkt zu weit schien oder weil sie ihren Schülern museumsgerechtes Verhalten nicht so ganz zutrauen.

So findet auf dem Schulhof auch eine Art Kennenlernen statt. Museumspädagogin Auerswald schiebt dafür den nicht ganz kompletten Aufbau eines Zweitakt-Motorrads aus der geöffneten Seitentür des Barkas’. Das Gefährt hat Nick Bernhardt von Dirty Bikes Dresden extra so konstruiert, dass möglichst viele Motorbauteile einsehbar sind, während die Maschine läuft. So ist zum Beispiel zu sehen, wie die Zündkerze das Luft-Benzin-Gemisch mit Funken zündet. Er habe viel mit der Restauration alter Gefährte und speziellen Kundenwünschen zu tun, sagt Konstrukteur Bernhardt. „Aber das wahr mal eine willkommene Abwechslung“, fügt er an. „Das hat Spaß gemacht.“

Die eigens aufgebaute Zweitaktmaschine soll den Schülern die Arbeitsweise eines Zweitaktmotors näherbringen. Im Bild ist zu sehen, wie eine Zündkerze Funken gibt. Quelle: Anja Schneider

Das sieht man dem Gefährt an. Den Motor lieferte ein Troll (Tourenroller) aus dem VEB Industriewerke Ludwigsfelde (IWL). Eine bewusste Wahl. „Der war auch in der MZ verbaut und basiert auf einer DKW-Entwicklung, die um die ganze Welt ging“, sagt Bernhardt. Der Lenker stammt dagegen von einem Simson-Moped, Sattel, Leuchte und Tasche dagegen von einem Fahrrad. Andere Teile hat Bernhardt extra für das Schaustück konstruiert. Die eigenwillige, aber stimmige Konstruktion entstand in sechs Wochen Arbeit. Jetzt knattert sie auf dem Schulhof der Christlichen Schule, umringt von einem Pulk Kinder. „Mal schauen, wie das Angebot angenommen wird“, sagt Museumspädagogin Auerswald.

Gut, wenn man die Reaktion der Kinder zum Maßstab nimmt. Es gäbe schon viele Anmeldungen von Schulen aus Dresden und dem Umland. „Vorrang haben erst einmal die Schulen in der Stadt“, sagt Auerswald. Allerdings besucht sie von ihnen nur noch einige, ehe das Projekt in die Winterpause geht. Angeboten wird ein Besuch des Museumsmobils von April bis Oktober. Schulen und Kindergärten können sich im Internet unter www.verkehrsmuseum-dresden.de/museumsmobil für einen Besuch des Museumsmobils bewerben.

Von Uwe Hofmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) hat die Verbreiterung der Autobahn 4 in und um Dresden beim Bund beauftragt. Dort sind die Pläne, die A4 von drei auf vier Spuren je Fahrtrichtung zu verbreitern, allerdings schon einmal abgeblitzt. Zeitgleich arbeitet man an der Wiederaufnahme einer altbekannten Alternative.

25.09.2018

28 Kinder und Jugendliche sind in den vergangenen 60 Jahren im Bistum Dresden-Meißen von katholischen Priestern sexuell missbraucht worden. Im Zeitraum von 1953 bis 2014 seien insgesamt 15 des sexuellen Missbrauchs beschuldigte Priester bekannt. Unter den 28 Opfern sind nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats vom Dienstag in Dresden 15 Mädchen und 13 Jungen.

25.09.2018

Baden-Württembergs Landeshauptstadt Stuttgart bleibt nach einem neuen Ranking unangefochten Deutschlands Kulturmetropole Nummer eins. Dresden landet auf Platz zwei, glänzt mit den meisten Museumsbesuchern und führt das Feld bei den Kinositzplätzen an.

25.09.2018