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Lokales Verkaufsoffene Sonntage in Dresden: Was bedeutet das für die Angestellten?
Dresden Lokales Verkaufsoffene Sonntage in Dresden: Was bedeutet das für die Angestellten?
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17:25 09.09.2015
Quelle: dpa
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Doch wie ist die Situation tatsächlich für die Angestellten im Einzelhandel?

„Ich persönlich halte nicht viel von den verkaufsoffenen Sonntagen. Es gibt an sechs Tagen in der Woche die Möglichkeit, einkaufen zu gehen. Da muss der Sonntag schon größtenteils frei bleiben“, so Marie Meyer (Name von der Redaktion geändert). Die 29-Jährige ist Verkäuferin in einem Dekoladen in der Dresdner Innenstadt. Zwei offene Sonntag in der Vorweihnachtszeit seien vertretbar, mehr aber nicht, so Marie Meyer. „Stehe ich Sonntags im Laden, bekomme ich keinen extra Aufschlag auf jede Stunde, darf aber meine Stunden doppelt schreiben. Für vier Stunden Arbeit schreibe ich also acht auf meinen Stundenzettel“, so die Fachfrau im Einzelhandel.

Problematisch sei allerdings, die Stunden, die am Sonntag zusätzlich gearbeitet wurden, in der Woche abzufeiern. „Meine Kollegen und ich sind angehalten, keine Überstunden zu machen. Doch gerade in der Vorweihnachtszeit mit viel Kundenaufkommen und Warenlieferung ist es schwierig, die Sonntagsstunden einfach mal unter der Woche abzufeiern“, so Meyer. Sonderregelungen für Mütter mit Kindern gibt es in ihrem Laden nicht, erzählt die Dresdnerin. „Die zwei offenen Sonntage teilen wir gerecht unter allen Angestellten auf.“

„Wir befürworten verkaufsoffene Sonntage, vor allem die anlassgebundenen wie die in der Adventszeit“, stellt dagegen Industrie- und Handelskammer Dresden-Sprecher Lars Fiehler klar. Von den IHK-Mitgliedsbetrieben kämen überwiegend positive Rückmeldungen zum verkaufsoffenen Sonntag, so Fiehler. „Die Betriebe melden, sie hätten nie Probleme bei der personellen Besetzung eines Sonntags. Im Gegenteil: Viele Mitarbeiter schätzen den freien Ausgleichstag unter der Woche“, so Fiehler. In der Regel bekämen die Verkäufer, die nach Tarif bezahlt werden, Stundenausgleich und einen extra freien Tag, betonte der Sprecher. Doch die Tarifbindung sei gerade im Osten nicht hoch, läge bei nur 25 Prozent. Gerade im kleinteiligen Handel arbeiten viele Beschäftigte im Einzelhandel ohne Tarifvertrag.

Kritisch steht die Gewerkschaft Verdi den Sonntagsöffnungen gegenüber und betont, der Sonntag sollte frei für die Familie bleiben. Ob die Beschäftigen für die Sonntagsarbeit zusätzlich entlohnt werden, sei je nach Bundesland verschieden. Verdi-Sprecherin Eva Völpel betont, dass nur 40 bis 45 Prozent der Arbeitgeber nach Tarif bezahlen. Tarifgebundene Firmen entlohnen ihre Angestellten im sächsischen Einzelhandel mit einem Sonntagszuschlag von 120 Prozent, so Völpel. Für die Angestellten eine Chance, ihr Einkommen aufzustocken. Stehen bei Verkäufern bis zum vierten Berufsjahr rund 11,28 Euro pro Stunde auf dem Lohnzettel, erhalten erfahrene Kräfte ab dem 7. Berufsjahr 14,10 Euro die Stunde. Fachkräfte im Einzelhandel kommen somit nach sieben Berufsjahren auf 2300 Euro brutto im Monat. „Die Arbeitswelt erfordert sowieso eine immer stärkere Flexibilisierung der Arbeitnehmer, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird spürbar schwieriger. Wenigstens der Sonntag sollte den Verkäuferinnen und Verkäufern für die Familie bleiben“, so die Verdi-Sprecherin.

jv

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