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Verfahren wegen Unterschlagung eingestellt – Mitarbeiter gnadenlos ausgenutzt

Autohändler Verfahren wegen Unterschlagung eingestellt – Mitarbeiter gnadenlos ausgenutzt

„Ich habe mir noch schnell einen Anwalt gesucht, ich selbst bin zu aufgeregt“ sagte der Angeklagte. Das hätte er schon früher tun sollen, da wäre ihm sicher manche schlaflose Nacht erspart geblieben. Jahrelang hatte der 56-Jährige die Dresdner Niederlassung eines Berliner Autohandels betrieben.

Verfahren wegen Unterschlagung eingestellt

Quelle: dpa

Dresden. „Ich habe mir noch schnell einen Anwalt gesucht, ich selbst bin zu aufgeregt“ sagte der Angeklagte. Das hätte er schon früher tun sollen, da wäre ihm sicher manche schlaflose Nacht erspart geblieben. Jahrelang hatte der 56-Jährige die Dresdner Niederlassung eines Berliner Autohandels betrieben. Als das Arbeitsverhältnis endete, behielt er rund 3000 Euro aus der Kasse für sich. Sein Ex-Chef zeigte ihn an. Wegen Unterschlagung stand er nun vor Gericht.

Ich habe das Geld behalten“, gestand der Angeklagte und fügte hinzu, „aber ich bin der Meinung, das es mir zusteht.“ Er hatte viele Jahre die Niederlassung auf der Breitscheidstraße, betrieben und Autos verkauft. Die Wagen musste er quer durch Deutschland ausliefern, Autos aus anderen Niederlassungen holen, teilweise sogar aus dem Ausland. Die Firma erwartete das von ihm. Laut Vertrag stand ihm ein Firmenwagen für solche Fahrten zu, den hatte er allerdings nur zwei Monate, dann wurde er verkauft. Einen Neuen bekam er nicht. Damit es weiter lief, fuhr er mit seinem eigenen Auto. „Immer wieder habe ich nachgefragt und gesagt, dass es so nicht weitergehen kann, das ist mein Familienauto. Aber ich wurde immer vertröstet.“ Insgesamt fuhr er rund 100.000 Kilometer mit seinem Privatauto - Geld dafür bekam er nicht, man suchte in Berlin ja jahrelang nach einer Lösung

In der Zentrale hatte man wohl eigenen Vorstellung von Unternehmensführung, hatte eigene Regeln aufgestellt und hielt sich nicht an Verträge - seriös geht irgendwie anders. Kurz,der Angeklagte der sich immer an mündliche Abmachungen gehalten, dummerweise nie Schriftliches eingefordert, sich über Gebühr engagiert und nie mit der Faust auf den Tisch gehauen hatte, wurde gnadenlos ausgenutzt. Als er aufmuckte, folgte die Kündigung. Kurz zuvor hatte er noch zwei Autos verkauft, seine Provision dafür behielt man ein und er dafür dann die 3000 Euro.

„Er kann nicht einfach Geld für sich behalten,“ erklärte sein Ex-Chef. Stimmt, er aber auch nicht. Der Herr hatte auch noch ein Zivilverfahren gegen den 56-Jährigen angestrengt. Das Strafverfahren gegen den Angeklagten wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft ohne Auflagen eingestellt. Den Berliner Autohandel gibt es übrigens nicht mehr, er wurde wegen finanzieller Probleme eingestellt.

Von Monika Löffler

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