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Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen Mission Lifeline

Dresden Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen Mission Lifeline

Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen die Dresdner Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline. Eine Privatperson hat den Vereinsvorsitzende Axel Steier und seinen Vize Sascha Pietsch angezeigt, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lorenz Haase den DNN bestätigte. Ihnen werde vorgeworfen, Ausländer einzuschleusen.

Statt der Fox hat Mission Lifeline nun doch ein anderes Schiff im Visier, das mit Kran und Beibooten komplett ausgerüstet sein soll.

Quelle: Archiv

Dresden.  Die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt gegen die Dresdner Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline. Eine Privatperson hat den Vereinsvorsitzende Axel Steier und seinen Vize Sascha Pietsch angezeigt, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Lorenz Haase den DNN bestätigte. Ihnen werde vorgeworfen, Ausländer einzuschleusen.

„Der Vorwurf ist völlig absurd und an den Haaren herbeigezogen“, reagiert Vereinschef Steier auf die Ermittlungen. Er hatte die am Sonnabend zugestellte Vorladungen zu einer Anhörung bei der Bundespolizei zunächst für ein „Fakeschreiben“ gehalten, da es weder Paragraphen noch eine Rechtsbehelfsbelehrung enthielt, wie er sagt. Die anfängliche Belustigung wich dann, als ein Anruf bei der Bundespolizei die Echtheit bestätigte.

„Wenn derartige Vorwürfe erhoben werden, sind wir dazu verpflichtet, sie zu prüfen“, verteidigt Haase die staatsanwaltlichen Ermittlungen. Die Anhörung könne ja auch dazu dienen, die Vorwürfe zu entkräften. Genau davon geht Steier aus. „Das wird sich alles in Luft auflösen“, sagt er. Man werde gegen den Verfasser der Anzeige rechtlich vorgehen, kündigt er an.

Das hat Mission Lifeline in ähnlicher Lage schon einmal mit Erfolg getan. Pegida-Anführer Lutz Bachmann hatte den Verein als „kriminell agierende, private Schlepperorganisation“ und als „Gesetzesbrecher“ bezeichnet und musste Anfang des Jahres vor Gericht in einem Vergleich einräumen, diese Behauptung nie wieder zu wiederholen. Ohne namentliche Nennung war der Dresdner Verein, der im Mittelmeer Menschen vor dem Ertrinken retten möchte, jedoch anschließend immer wieder bei Pegida-Demonstrationen Thema. Vereinschef Steier vermutet daher, dass der Anzeigenautor aus dem Umfeld der „1500 Verirrten“ stammt, „die wöchentlich dem Kriminellen hinterherlaufen“, wie er sagt.

Ihn beschäftigt vielmehr, „welche Kapriolen die sächsische Justiz“ schlage. Warum trotz der gerichtlichen Bewertung erneut ermittelt werde, erschließt sich ihm nicht. Die Staatsanwaltschaft kommentiert nicht, ob es einen begründeten Anfangsverdacht gebe. Zu den vor der Anhörungseinladung getätigten Recherchen und ihren Ergebnissen will Sprecher Haase nichts sagen. „Der Vorwurf ist derart absurd, dass jeder der darauf eingeht, uns entweder mit Publicity helfen will oder uns richtig Schaden will“, meint Steier.

Nach Vereinsangaben fehlen derzeit noch knapp 50 000 Euro Spendengelder, um zur Lebensrettung ins Mittelmeer zu stechen. Die Verhandlungen zum Kauf eines komplett ausgerüsteten Schiffs stünden kurz vor dem Abschluss, sagt Steier. Sechs Einsätze seien ab August mit jeweils 15-köpfigen Teams geplant, „realistisch betrachtet werden wir es wahrscheinlich erst ab September schaffen“, räumt der Vereinschef ein. Derzeit wird Einsatzpersonal bei anderen Organisationen geschult.

mission-lifeline.de

Von uh

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