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Verdacht auf unrechtmäßige Mieterhöhungen – Dresdner Vonovia in der Kritik

Großvermieter weist Anschuldigungen zurück Verdacht auf unrechtmäßige Mieterhöhungen – Dresdner Vonovia in der Kritik

Zum Jahresbeginn sprach Vonovia über 5000 Mieterhöhungen an Dresdner Mieter aus. Dafür hagelte es schnell Kritik. Sowohl der Mieterverein als auch die Dresdner Grünen vermuten darunter überwiegend unrechtmäßige Fälle, unter anderem wegen falscher Wohnlageneinstufung. Vonovia weist die Anschuldigungen gegenüber den DNN zurück.

Das Wohnen wird ab April für viele Vonovia-Kunden teurer.
 

Quelle: DNN/Archiv

Dresden. In den vergangenen Jahren ging es für die Dresdner Mietpreise nur in eine Richtung – steil nach oben. Ab April eröffnet Vonovia eine neue Mieterhöhungsrunde für 5000 Dresdner Haushalte. Der Mieterverein, der sich für die Interessen seiner 14.000 Mitglieder in Dresden und Umgebung einsetzt, steht den Forderungen jedoch kritisch gegenüber. Wie Pressesprecher Mathias Wagner den DNN mitteilte, seien knapp 90 Prozent der ausgesprochenen Mieterhöhungen nicht rechtmäßig.

Auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, Thomas Löser, übt Kritik an den Forderungen des Großvermieters. Während einer Podiumsdiskussion der Grünen Landtagsfraktion hatten sich nach Lösers Angaben mehrere Betroffene zu Wort gemeldet und über eine falsche Wohnlageneinordnung geklagt. Die Stadt Dresden wird grob in drei Wohnlagen eingeteilt: Einfache Wohnlage, mittlere Wohnlage und gute Wohnlage. Anhand der Abstufung können Vermieter unter anderem Mieterhöhungen rechtfertigen. Sei die Einstufung aber falsch, handle es sich nicht nur um eine Unrechtmäßigkeit, sondern unterstütze das gleichzeitig einen Anstieg der Vergleichsmieten in der betroffenen Gegend. Als Beispiel nennt Löser die Hohlbeinstraße, die bei der Vonovia als gute Wohnlage geführt würde. Laut Dresdner Mietspiegel handle es sich aber nur um eine mittlere Wohnlage, erklärt der Stadtrat.

Bettina Benner, Pressesprecherin der Vonovia, weist die Anschuldigungen zurück: „Über 800 Mieter haben der Erhöhung zugestimmt. Natürlich gab es auch einige Widersprüche. Es sind definitiv keine 90 Prozent der Mietanhebungen, die unrechtmäßig ausgesprochen wurden.“ Die Anpassung der Mieten sei ein ganz normaler Prozess und werde regelmäßig durchgeführt.

„In Widerspruchsfällen prüfen wir die Richtigkeit des Widerspruchs. Sollten dabei Merkmale versehentlich falsch angesetzt worden sein, korrigieren wir unser Mieterhöhungsverlangen. Dabei kann es vorkommen, dass die Mieterhöhung hinfällig wird“, so Benner weiter. In einigen Fällen sei nach einer internen Qualitätskontrolle festgestellt worden, dass die Forderungen nicht eindeutig waren. Hier hätte die Wohnungsgesellschaft von einer Mietanpassung abgesehen.

Um Unrechtmäßigkeiten aber von vornherein vorzubeugen, rät Mathias Wagner allen Mietern, jegliche Mieterhöhungen zunächst prüfen zu lassen. „Die Gefahr besteht darin, einer solchen Forderung sofort zuzustimmen. Haben die Mieter die Mieterhöhung einmal akzeptiert, können selbst im Falle einer Unrechtmäßigkeit keine Ansprüche mehr erhoben werden“, warnt Wagner. Eine Prüfung kann sowohl über den Mieterverein als auch selbstständig anhand des Mietspiegels erfolgen.

Von Justine Büschel

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