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Verband bezeichnet Woba-Gründung als Segen für die Stadt Dresden

Wohnungswirtschaft Verband bezeichnet Woba-Gründung als Segen für die Stadt Dresden

Seltenes Lob für die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit: Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen (vdw) hat den Beschluss zur Gründung einer neuen städtischen Wohnungsbaugesellschaft begrüßt. „Für Dresden ist das ein Segen“, erklärte Verbandsdirektor Rainer Seifert.

Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen (vdw) hat den Beschluss zur Gründung einer neuen städtischen Wohnungsbaugesellschaft begrüßt.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  Seltenes Lob für die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit: Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Sachsen (vdw) hat den Beschluss zur Gründung einer neuen städtischen Wohnungsbaugesellschaft begrüßt. „Für Dresden ist das ein Segen“, erklärte Verbandsdirektor Rainer Seifert am Dienstag bei der Bilanz seines Verbandes für das Jahr 2016.

Reiner Seifert

Reiner Seifert

Quelle: Archiv

Es sei gut, dass preiswerter Wohnraum gebaut werde, fügte er hinzu. Seifert mahnte zwar, die Woba dürfe nicht zu einer Kanibalisierung des ländlichen Raums führen und dort die Abwanderung weiter fördern. Für Dresden sei das eigene städtische Wohnungsunternehmen aber die Möglichkeit, auf die Wohnungssituation in der Stadt gestaltend Einfluss zu nehmen. Seiferts Verband vertritt 123 Unternehmen mit insgesamt 314000 Wohnungen, einem Viertel des Wohnungsbestandes in ganz Sachsen. Dabei handelt es sich um einen Großteil kommunaler Wohnungsgesellschaften, aber auch um Unternehmen in genossenschaftlicher, privater oder kirchlicher Hand. Natürlich hoffe er, dass die neue Dresdner Woba auch Verbandsmitglied werde. In Dresden gehören unter anderem bereits die Stesad, die Vonovia oder auch die Wohnungsgenossenschaft Aufbau Dresden eG dazu.

Anfang des Monats hatte der Stadtrat mit den Stimmen von SPD, Grünen und Linken die Gründung einer neuen Woba als GmbH & Co. KG beschlossen, an der die Stadt zu 100 Prozent beteiligt sein wird. Sie soll vor allem für am Markt benachteiligte Menschen Wohnraum schaffen, bis zu 65 000 Haushalte kämen in Frage. Mietpreise von 5,85 Euro pro Quadratmeter sollen erreicht werden, in dem die Baupreise unter anderem mit Fördergeldern des Landes subventioniert werden. In einem ersten Schritt sollen 800 Wohnungen entstehen. In den nächsten Jahren sind dann nach bisherigen Plänen bis 2025 rund 8000 Einheiten geplant.

Der Zuspruch des vdw hebt sich deutlich ab, vom Tenor der Kommentare, die Rot-Grün-Rot beispielsweise bei der letzten Stadtratssitzung um die Ohren flog. Da war von Ghetto-Bildung die Rede, von einer Klientel-Politik mit Tunnelblick, auch die Ost-West-Karte wurde gezogen. Die Stadtratsmehrheit wiederhole die Fehler aus dem Westen – was auch mit der Herkunft einzelner Stadträte verbunden sein müsse.

Verbandsdirektor Seifert sieht das etwas anders. Gleichwohl griff er einen Diskussionspunkt auf. Bislang sind die Wohnungen für Menschen mit Wohnberechtigungsschein gedacht. Es stelle sich aber die Frage, was mit den Geringverdienern sei, die darauf keinen Anspruch hätten, aber ebenfalls nur schwer bezahlbaren Wohnraum finden. Mit der Woba könne die Stadt unter Einbeziehung von Fördermitteln ein Immobilienbesitz entwickeln. Dresden baue damit sehr kontrolliert Vermögen auf, dass ihr irgendwann zur Verfügung stehe. Er könne die Aufregung nicht verstehen, sagte Seifer und fügte hinzu: „Das ist keine politische Bewertung, sondern rein wirtschaftlich gesehen.“

Von Ingolf Pleil

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