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Lokales Veranstalter für Ski-Weltcup in Dresden müssen noch um Förderung des Landes bangen
Dresden Lokales Veranstalter für Ski-Weltcup in Dresden müssen noch um Förderung des Landes bangen
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08:00 16.03.2017
Die Strecke am Elbufer zwischen Carolabrücke und Japanischem Palais. Quelle: Archiv
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Dresden

Im Dezember sollte es ganz schnell gehen: Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wollte sich vom Stadtrat Ausgaben für die Förderung des Ski-Weltcups am Elbufer absegnen lassen. Doch bislang prüfen die Stadträte die Pläne noch und auch der Freistaat hat seine Förderung noch nicht zugesagt.

Am 13. und 14. Januar soll die Weltelite im Ski-Langlauf am Elbufer zwischen Carolabrücke und Japanischem Palais entlangsprinten. Veranstalter ist die City-Ski GmbH, deren Gesellschafter Torsten Püschel und René Kindermann sind. Auf 1,2 Millionen Euro beziffern sie den Gesamtetat der Veranstaltung, 300000 Euro sollen sowohl vom Freistaat als auch von der Stadt Dresden kommen. Der Rest komme vom Ski-Weltverband FIS und Sponsoren sowie Ticket-Verkäufen und Catering. Die Veranstalter versprechen erhebliche Werbeeffekte für die Stadt vor allem durch die umfangreiche Berichterstattung und die Kommunikation in sozialen Netzwerken rund um die Veranstaltung. Püschel und Kindermann planen langfristig: der Weltcup soll dann möglichst mindestens fünf Jahre lang am Elbufer die Fans begeistern.

Im Dresdner Stadtrat haben sich die Linken bereits festgelegt. Sie werden die Vorlage des OB zur Förderung der Veranstaltung nicht unterstützen. Das Geld soll lieber für andere Sachen eingesetzt werden. Eine mehrheitliche Zustimmung gibt es bislang aus dem Umweltausschuss, am Donnerstag befasst sich der Sportausschuss mit dem Thema. Die Grünen enthalten sich bislang, weil sie sich noch keine Fraktionsmeinung gebildet haben. Von den anderen Parteien ist bislang keine Ablehnung zur Förderung des FIS-Weltcups bekannt.

Mittlerweile geraten die Förderpläne auch ins Fahrwasser der Debatte um höhere Beiträge für Dresdner Vereine in den Sportstätten. Die CDU wetterte am Mittwoch, dass sich Rot-Grün-Rot im Haushalt Zusatzausgaben für Jugendhilfe und Woba gönne, aber im Gegenzug den Sportvereinen mit höheren Gebühren in die Tasche greifen will. Wie sich diese Gemengelage auf die Ausgaben für den Weltcup auswirkt, bleibt abzuwarten.

Bislang fehlt aber auch noch die Zusage des Freistaats für die erwartete Förderung. „Bei entsprechender Antragsstellung und bei Vorliegen aller Fördervoraussetzungen gemäß Sportförderrichtlinie des Freistaates Sachsen hat das sächsische Innenministerium eine Fördersumme von bis zu 150 000 Euro für 2018 in Aussicht gestellt“, teilte das für die Sportförderung zuständige Ministerium von Ressortchef Markus Ulbig (CDU) auf DNN-Anfrage mit. Über die möglichen Folgejahre sei nicht gesprochen worden, hieß es. Und auch für die Auftaktveranstaltung steht damit bislang nur das halbe Geld relativ sicher bereit. „Ob darüber hinaus die Voraussetzungen für eine werbliche Kooperation im Rahmen der Standortkampagne des Freistaates Sachsen erfüllt sind, wird derzeit geprüft“, erklärte das Ulbig-Ministerium zum Rest der benötigten Summe.

Das vom Innenministerium in Aussicht gestellte Geld des Freistaats kommt aus dem Fördertopf für Großsportveranstaltungen. „Die Veranlassung für die mögliche Förderung besteht in dem bedeutenden Interesse für den Freistaat Sachsen an der öffentlichkeitswirksamen Durchführung von internationalen Großsportveranstaltungen“, erklärte das Ministerium. Die Förderung von Großsportveranstaltungen auf der Basis der Sportförderrichtlinie solle „anknüpfend an die große Sporttradition Sachsens“ die internationale Reputation des Freistaates als „bedeutender internationaler Sportstandort stärken“. Und der Freistaat erwartet noch mehr: Internationale Sportereignisse hätten eine große Signalwirkung für den Nachwuchsleistungssport sowie für Wirtschaft und Tourismus.

Großes Zuschauerinteresse bei den Veranstaltungen vor Ort oder hervorragende Einschaltquoten im Fernsehen seien ebenso Beleg für eine erfolgreiche Förderung, wie die breit aufgestellte und erfolgreiche Sportlandschaft des Freistaates Sachsen. Veranstaltungen in jüngster Vergangenheit wie diverse Weltcups in Klingenthal oder Altenberg, die Förderung der Hallenhockey-WM in Leipzig, der Shorttrack-Weltcup in Dresden oder die Deutschen Hallenmeisterschaften in der Leichtathletik in Leipzig würden das belegen.

Der Freistaat geht von einer gemeinsamen Förderung mit der Stadt Dresden aus. Die Gespräche dazu zwischen Stadt und Land sind noch nicht abgeschlossen. Für eventuelle Mehreinnahmen der Veranstalter wird der Freistaat vorsorgen: Eine Förderung erfolgt generell subsidiär – also nachrangig zu den vorhandenen oder erzielten und nachgewiesenen Einnahmen. Heißt im Klartext: Bei der Endabrechnung werden sie von der Förderung abgezogen.

Von Ingolf Pleil

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