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Lokales Vattenfall legt Pumpspeicher doch nicht ganz still: Nullbetrieb soll Baden im Stausee Cossebaude sichern
Dresden Lokales Vattenfall legt Pumpspeicher doch nicht ganz still: Nullbetrieb soll Baden im Stausee Cossebaude sichern
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17:42 09.09.2015
Der Stausee Cossebaude hängt an den Wasseraufbereitungs-Anlagen des Pumpspeicherwerks Niederwartha. Quelle: Martin Förster

Das hat ein Vattenfall-Sprecher auf Anfrage bestätigt. Ein entsprechender Vorstandsbeschluss, der auch die Bademöglichkeiten dauerhaft sichert, werde derzeit vorbereitet.

Vorgesehen ist, das Pumpspeicherwerk aus Kostengründen in einen "geregelten Nichtbetrieb" zu versetzen. Das heißt: Vattenfall wird das Werk nicht mehr als Energiespeicher nutzen, aber so warten, dass es rasch wieder in Betrieb gehen kann, die Staudammsicherheit und die Wasseraufbereitung im darunterliegenden Stausee Cossebaude gewährleistet bleiben.

Dies stelle zumindest sicher, dass die Dresdner dort weiter baden können, begrüßte der Cossebauder Ortsvorsteher Lutz Kusche die Vattenfall-Pläne. Bedauerlich sei es indes, dass die Anlagen nicht wieder als Energiespeicher genutzt würden. "Anderswo in Deutschland haben sich Bürgerinitiativen gegen neue Pumpspeicherwerke formiert, bei uns gibt es eine Bürgerinitiative für den Weiterbetrieb", skizzierte er den absurden Aspekt der ganzen Debatte. Auf der anderen Seite verstehe er die wirtschaftlichen Zwänge, unter denen der schwedische Energieriese agiere.

Vattenfall hatte im Oktober 2012 angekündigt, das Pumpspeicherwerk Niederwartha binnen Jahresfrist stillzulegen. Das Unternehmen begründete dies mit den hohen Netzentgelten in Deutschland, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich machen würden. Im Folgemonat hatte sich eine örtliche Bürgerinitiative gegründet, die sich gegen diese Pläne wandte: Der Pumpspeicher sei wichtig für die Energiewende, sichere das Stauseebad Cossebaude und gehöre einfach zu Niederwartha dazu. In der Praxis hat Vattenfall das PSW bereits nicht mehr im aktiven Betrieb, aber wegen der Dresdner Proteste eine offizielle Stilllegung immer wieder verschoben.

Das Pumpspeicherwerk ging 1929 ans Netz und war damals eine der modernsten Anlagen im Reich. Es pumpte in nachfragearmen Zeiten nachts Wasser ins Oberbecken und trieb damit in nachfragestarken Tageszeiten Turbinen an, die dann wieder Strom erzeugten. Das Jahrhunderthochwasser im August 2002 beschädigte den Maschinenraum jedoch stark, seitdem sind nur zwei der sechs Turbinen-Pump-Linien einsatzfähig.

Das Problem: Seit dem Zusammenbruch der DDR-Industrie wechseln sich nachfragestarke und -arme Zeiten für Strom viel zu schnell ab. Dazu tragen auch die diskontinuierlichen Betriebsregimes von Solar- und Windstrom-Einspeisern bei. Mit diesen raschen Wechseln sind die alten Sachsenwerk-Anlagen in Niederwartha überfordert.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.09.2014

Heiko Weckbrodt

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