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Vandalismus am Wahlplakat: In Dresden sind ganze Straßen entplakatiert

Zerstörungswut Vandalismus am Wahlplakat: In Dresden sind ganze Straßen entplakatiert

Überall in der Stadt erleiden Politikergesichter in diesen Wochen das gleiche Schicksal: Mit Filzstift angemalte Bärte und Monobrauen zieren ihre Gesichter. Die Wahlplakate, auf denen sie zu sehen sind, werden beschädigt oder gleich ganz abgerissen.

Vandalen haben ein Plakat der SPD heruntergerissen.
 

Quelle: sl

Dresden.  Überall in der Stadt erleiden Politikergesichter in diesen Wochen das gleiche Schicksal: Mit Filzstift angemalte Bärte und Monobrauen zieren ihre Gesichter. Die Wahlplakate, auf denen sie zu sehen sind, werden mit Beschimpfungen und Parolen versehen, beschädigt oder gleich ganz abgerissen. Vandalismus am Wahlplakat betrifft fast alle Parteien, auch wenn sich manche durch vergleichsweise weit oben angebrachte Werbeträger einen kleinen Vorteil sichern.

Die SPD schätzt, dass derzeit bis zu zehn Prozent ihrer Plakate betroffen sind. Die Linke spricht von täglich eingehenden Meldungen über Zerstörungen, zum Teil seien ganze Straße entplakatiert worden. Das berichtet auch die FPD, zum Beispiel von der Könneritz- und der Königstraße, der Lennéstraße und der Pillnitzer Landstraße: „Wir haben den Eindruck, dass sich der Vandalismus auf einzelne Straßen beschränkt, und das sowohl stadtteil- als auch parteiübergreifend“, heißt es. Bei der Dresdner CDU sind vor allem Plakate in der Äußeren Neustadt und auf dem Weißen Hirsch betroffen. Die Grünen melden ebenfalls Zerstörungen, einen Überblick über Anzahl und Schwerpunkte habe sich die Partei aber noch nicht verschafft.

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Vandalismus an Wahlplakaten in Dresden

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„Es kann nicht sein kann, dass einige Wenige glauben, demokratischer Wahlkampf hat etwas mit Zerstörung von Plakaten und Missachtung von öffentlicher Ordnung zu tun“, erklärt Robert Malorny, FDP-Direktkandidat für den Wahlkreis Dresden I. Deshalb habe man bereits Anzeige erstattet. Die SPD tut dies ebenfalls, wenn sich rassistische/antisemitische Beschmierungen auf den Plakaten finden. Die CDU erstattet Anzeige, wenn Täter auf frischer Tat gestellt werden, wenn es sich um gravierende Zerstörungen oder um verfassungsfeindliche Parolen handeln. Bei den Grünen berät man noch darüber, ob und in welchen Fällen Anzeige erstattet wird. Die Linken werden bei beschmierten Großplakaten und Vandalismus in gravierendem Ausmaß tätig. Die Dresdner AfD reagierte nicht auf Nachfragen zum Thema.

Noch ist es zu früh, ein objektives Urteil darüber zu fällen, ob sich der Wahlplakat-Vandalismus in seiner Größenordnung wesentlich vom Wahljahr 2013 unterscheidet. „Wir nehmen aber deutlich mehr Zerstörungen als in der Vergangenheit wahr. Außerdem fragen wir uns mittlerweile, ob teilweise systematisch vorgegangen wird“, sagt Grünensprecher Achim Wesjohann. Nach Empfinden der Linken ist das Vandalismusproblem definitiv angewachsen – auch im Vergleich zur Landtagswahl 2014 – „nicht jedoch im Vergleich zur Dresdner Oberbürgermeisterwahl 2015, wobei da unserem Eindruck nach im Gegensatz zu jetzt vor allem die Plakate der rot-grün-roten Kandidatin Frau Stange angegriffen wurden“, erklärt Jens Matthias, Vorsitzender der Dresdner Linken.

Mit Stand vom Dienstag ermittelt die Polizei bisher in zwölf Fällen wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung, davon zehn in der Landeshauptstadt und zwei im Landkreis Meißen. Zweimal konnten Täter auf frischer Tat ertappt werden. Betroffen waren 17 Plakate der Linken, gefolgt von der FPD (12) und der SPD (11), CDU und AfD (beide je 4). Grüne und NPD sind mit jeweils einem Fall in der Polizeistatistik vertreten.

Von Franziska Schmieder

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