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Lokales VW setzt heute auf der Cebit Dresdens Startup-Inkubator in Gang
Dresden Lokales VW setzt heute auf der Cebit Dresdens Startup-Inkubator in Gang
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09:35 22.03.2017
Heute zündet Volkswagen die nächste Stufe, um die Gläserne Manufaktur in Dresden noch enger mit der Konzernidee vom Mobilitätsdienstleiter der Zukunft zu verweben.  Quelle: dpa
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Dresden/Hannover

Am 22.März startet die Gläserne VW-Manufaktur auf der Cebit in Hannover ihren Startup-Inkubator. Vier Wochen lang können sich Gründer mit einer tragfähigen Idee für die mobile Zukunft um ein 200-Tage-Sorglos-Paket in Dresden bewerben. Dort sollen zunächst fünf ausgewählte Startups in die Manufaktur einziehen und ihre Idee zur Marktreife bringen – ausgestattet mit 15 000 Euro und einer Rundum-Betreuung, an der sich auch die Stadt beteiligt. Ziel: innovative Köpfe in Dresden behalten.

Die Gläserne Manufaktur wird zur Ideenschmiede. Hier sollen noch im Frühjahr Tüftler aus aller Welt einziehen, die sich die mobile Zukunft bestens vorstellen können, jede Menge Ideen haben, welche Dienstleistungen darin gebraucht werden und vor allem: wie sich Anbieter und Kunden künftig virtuell darüber verständigen. Es geht um digitales Fuhrparkmanagement, Car-Sharing, Concierge-Services (von der Autowäsche bis zum Reiseberater), Parksysteme und das oft bemühte vernetzte Haus (Smart Home Services).

Am 22. März wirft Volkswagen dafür den sogenannten „Startup-Inkubator“ (zu deutsch: Gründer-Brutkasten) an. Kai Siedlatzek, Finanzchef bei VW-Sachsen, wird 9.45 Uhr per Knopfdruck die Website https://ideationhub.de/ freischalten, auf der sich vier Wochen lang junge Startups bewerben können. Den symbolischen Akt hat der Konzern auf die Cebit in Hannover verlegt, wo viele derjenigen versammelt sein dürften, die er ansprechen will. Dort wird auch gleich der erste Mieter gekürt – für das goldene Ticket gab es bereits im Vorfeld Dutzende Bewerbungen. Dort fiebern auch die Dresdner Kleinbusvermieter Carl&Carla mit.

Das VW-Angebot hat es in sich. Ende April werden die vielversprechendsten Aspiranten eingeladen und müssen ihre Idee jeweils zehn Minuten einer Jury präsentieren. Die fünf Besten können 200 Tage lang unbeschwert in perfekt ausgestatten Räumen direkt über e-Golf-Montage in der Gläsernen Manufaktur forschen. Nach 100 Tagen sind Zwischenergebnisse fällig. Wer überzeugt, kann die 200 Tage ausschöpfen. Im Herbst sollen dann die nächsten fünf Gründer einziehen.

Pro Startup gibt es 15 .000 Euro, dazu Infrastruktur (vom Rechner über Bürodienste bis zur Kantine), ein Mentorenprogramm (um die Idee zur Marktreife zu treiben), Kontakt zu Entwicklern und Entscheidern von VW, Beratung durch die Sächsische Aufbaubaubank (SAB) und finanzielle sowie personelle Unterstützung durch die Landeshauptstadt.

Überhaupt: die Landeshauptstadt. Die muss extra Erwähnung finden, denn Robert Franke, Chef der städtischen Wirtschaftsförderung und natürlich mit auf der Cebit, darf wohl als Co-Vater des Projekts gelten. Als im März 2016 die Produktion der VW-Luxuskarosse Phaeton auslief, mochte er nicht nur im Büro sitzen und warten, was der Autobauer mit dem gläsernen Prestigebau am Großen Garten wohl anstellen wird. Seine Idee: ein Gründer-Durchlauferhitzer im Herzen der Stadt. Von dem sollten, mal abgesehen vom exzellenten Image, alle etwas haben: VW – wenn das Produkt zur Konzernstrategie passt; die Stadt – wenn Gründer trotzdem in Dresden bleiben und hier eine zukunftsfähige Firmenstruktur etablieren. „Die Hightech-Startups sind das perfekte Scharnier zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“, sagt er, „sie beleben die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes ungemein“.

Franke kündigte an, die Stadt wolle sich kümmern – um Räume, Plätze in Gründerzentren, um potenzielle Finanziers, um administrative Dinge. Dafür stellt sie auch Personal zur Verfügung. „Wir wollen ein funktionierendes Ökosystem für Gründer schaffen, das im Wettbewerb der Städte heraussticht. Wir können einen schönen Magneten bilden.“ Nun ist Robert Franke mit auf der Cebit. Kommentar: „Wir wollen uns nicht in Dresden gegenseitig beatmen, sondern hier die Rakete steigen lassen, damit viele das Licht sehen.“

Darauf hofft auch Dresdens OB Dirk Hilbert (FDP): Der Startup-Inkubator“, sagt er, „wird Dresdens Profil als Gründungs-Standort im Hightech-Bereich weiter schärfen. Wir senden ein starkes Signal an Gründer und Investoren aus der ganzen Welt“.

So wie der handfeste Wirtschaftsförderer glaubt auch der sächsische VW-Manager Kai Siedlatzek an die Strahlkraft des VW-Angebots. „Wir öffnen den jungen Leuten die Schnittstelle zu Autos. Sie haben die Chance, Apps direkt mit der Technologie zu verproben! Wo gibt’s das schon?“

Die Gläserne Manufaktur arbeitet dabei eng zusammen mit dem „Ideation Hub“ von Volkswagen. Die Chefin des konzerneigenen Innovationslabors, Jennifer Sarah Geffers, ist festen willens, „Startups und ihre Ideen mit Partnern im gesamten Unternehmen zu vernetzen“.

Vorgesehen ist, dass sich in zwei Tranchen zunächst pro Jahr zehn Startups auf den 30 gesponserten Arbeitsplätzen tummeln. Ende offen, Erweiterung auch. Möglich, dass am Ende nur zwei oder drei der Ideen fliegen. Und das vielleicht nicht mal für VW, denn der Konzern kauft mit seinem finanziellen Engagement nicht das Copyright. Das bleibt beim Gründer, hieß es. Der solle am Ende frei darüber entscheiden, ob er – wenn es passt – unterm Konzerndach weitermacht oder sein Glück allein versucht. Am besten für die Stadt wäre in dem Fall: Er versucht es in Dresden.

https://ideationhub.de/

Von Barbara Stock

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