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VW eröffnet Gratis-Elektrotankstelle in Dresden

E-Golf startet VW eröffnet Gratis-Elektrotankstelle in Dresden

Volkswagen hat nun auch mit der Serienproduktion des e-Golfs in der Gläsernen Manufaktur am Straßburger Platz begonnen


Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden. Auf dem Weg zur Vorzeigestadt für Elektro- und Roboter-Autos ist Dresden seit gestern ein ganzes Stück weiter gekommen: Volkswagen hat nun auch mit der Serienproduktion des e-Golfs in der Gläsernen Manufaktur am Straßburger Platz begonnen. Gleichzeitig eröffnete der Konzern gestern neben der Manufaktur die leistungsstärkste Elektrotankstelle der Stadt, an der jeder E-Auto-Besitzer für vorerst ein Jahr kostenlos Strom zapfen kann. „Für Volkswagen beginnt jetzt in Dresden das Zeitalter der Mobilität“, betonte der neue Manufaktur-Chef Lars Dittert.

Den ersten elektrischen Golf, der dort gestern von der Schuppe (eine Art flexibles Fließband) rollte, kauft ein Fahrer aus Norwegen. Und das skandinavische Land wird vorerst auch der Hauptabsatzmarkt für die e-Golfs aus Dresden sein, gefolgt von den Zielmärkten Deutschland, Frankreich und Österreich, wie Standortsprecher Carsten Krebs einschätzte. Hintergrund: In all diesen Ländern subventioniert der Staat den Kauf von Elektroautos auf die eine oder andere Weise. In der Bundesrepublik beispielsweise bezuschussen Staat und Autoindustrie solche Käufe mit 4000 Euro pro Fahrzeug, um die Energiewende voranzubringen.

Ab Mai werden in der Dresdner Manufaktur zunächst 250 bis 300 Mitarbeiter – größtenteils aus der alten „Phaeton“-Belegschaft – bis zu 35 Elektrofahrzeuge täglich montieren. „Wir freuen uns sehr, dass in der Gläsernen Manufaktur gefertigt wird – noch dazu ein Elektrofahrzeug, dass die Mobilität der Zukunft beschreibt“, betonte der hiesige Betriebsratsvorsitzende Thomas Aehlig. Er erwarte allerdings vom Konzern, dass dieser weitere Mitarbeiter, die nach dem Produktionsstopp für den Phaeton an andere Standorte versetzt wurden, bald auch nach Dresden zurückkehren können.

In Sachsen wollen VW und Stadt das Thema Elektromobilität im größeren Zusammenhang angehen: Zum Elektroauto gehören neue Geschäftsmodelle und Carsharing-Ideen und ein dichtes Netz aus Elektro-Tankstellen. Ein Baustein dafür ist die neue E-Tankstelle neben der Manufaktur, die Buchsen für alle gängigen Elektroautos anbietet und an der jeder Elektroauto-Besitzer vorerst gratis seine Autobatterie nachladen kann. Je nach Modell und Außentemperatur dauert 30 bis 45 Minuten an der Schnellladesäule oder acht Stunden an der Standardsäule. Die Ladesäulen werden von Solarzellen gespeist und kommen auf bis zu 50 Kilowatt im Wechselstrombetrieb. Zum Vergleich: Die Drewag-Tankstellen für Elektroautos schaffen meist nur 11 Kilowatt. „Damit haben wir hier die attraktivste und leistungsstärkste Elektrotankstelle der Stadt eingerichtet“, betonte Standort-Sprecher Carsten Krebs. „Wir rechnen hier mit sehr hohen Einschaltquoten.“ Und da wollen auch die städtischen Wirtschaftsförderer nicht nachstehen: Etwa 200 Elektro-Ladesäulen sollen ab 2025 in Dresden ein flächendeckendes Tank-Netz für Elektroautos spannen, kündigte Wirtschafts-Amtsleiter Robert Franke an. „Außerdem prüfen wir, ob wir für Elektroautos kostenloses Parken in der Stadt einführen.“

Von Heiko Weckbrodt

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