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Lokales VVO wirft Deutscher Bahn schlampige Streckenpflege vor
Dresden Lokales VVO wirft Deutscher Bahn schlampige Streckenpflege vor
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12:55 22.03.2018
Bei einem Föhnsturm Ende 2017 sind drei Triebwagen der Städtebahn auf der Strecke nach Altenberg mit umgestürzten Baumen zusammengestoßen. Quelle: Städtebahn
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Dresden

Der Verkehrsverbund Oberelbe ärgert sich über die Deutsche Bahn. Grund: Immer wieder stoßen im VVO-Auftrag fahrende Züge mit umgestürzten Bäumen zusammen, zuletzt am Wochenende zwei Trilex-Züge der Länderbahn, die von Dresden in Richtung Görlitz und Zittau unterwegs waren. Nachdem im Januar die Strecke im Müglitztal mehrere Tage nicht befahren werden konnte, betonte die DB Netz AG, zukünftig die Vegetationskontrolle zu verbessern. „Bisher ist davon leider nichts zu merken“, bemerkt VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen. „In den letzten Tagen sind erneut Züge ausgefallen und wurden Strecken gesperrt, da umgestürzte Bäume die Gleise blockierten.“

Insgesamt sind nach VVO-Angaben in den letzten 15 Monaten im Verbandsgebiet mehr als 20 Triebwagen mit auf den Gleisen liegenden Bäumen kollidiert. Das habe Schäden in Millionenhöhe verursacht. Allein die Städtebahn, die nach einer Reihe von Zusammenstößen den Betrieb im Müglitztal Anfang des Jahres zeitweise ganz einstellte, beziffert den entstandenen Schaden mit einer Million Euro. Nach dem öffentlichen Aufschrei habe die zuständige Bahntochter ein Einsehen gezeigt und die Vegetation zurückgeschnitten, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper. An den übrigen Strecken sei aber wenig bis gar nichts passiert, treten die Probleme mit fallendem Geäst und Bäumen daher weiter auf.

„Neben den Kosten für die Bahngesellschaften bedeutet das auch Ausfälle und weniger Platz in den Zügen, die noch fahren“, sagt VVO-Chef Ehlen. Das war unter anderem bei Trilex-Fahrten am Wochenende ein Problem. Weil zwei Triebwagen nach der Kollision mit Bäumen angefallen sind, konnten sie nicht wie geplant mit anderen Triebwägen zu den üblichen Zweier oder Dreier-Verbünden zusammengekoppelt werden. Die Länderbahn musste deswegen bis Mitte der Woche mit geringerer Kapazität fahren. „So leidet der gesamte Nahverkehr unter den Folgen und die über Jahre gewonnen Kunden werden durch die Mängel abgeschreckt“, ärgert sich Ehlen.

Besonders häufig betroffen sind laut VVO die Regionalstrecken ins Erzgebirge und die Lausitz. „Wir bezahlen pro Jahr 19 Millionen Euro dafür, dass die Infrastruktur dieser Netze in einem guten Zustand ist und die Züge der Bahngesellschaften so fahren können, wie wir sie beauftragen“, sagt Ehlen. „Es ist schon skurril, dass die Staatsregierung uns mehr Mittel für den Zugverkehr zur Verfügung stellt und die bundeseigene Infrastrukturgesellschaft dann dafür sorgt, dass der Verkehr nicht rollen kann.“

Das Gebiet des VVO umfasst neben der Landeshauptstadt Dresden die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und den westlichen Teil des Landkreises Bautzen. Der kommunale Zweckverband ist für den Schienenpersonennahverkehr verantwortlich und hat sechs Bahngesellschaften beauftragt, den Nahverkehr mit Zügen und S-Bahnen abzuwickeln. Darüber hinaus kooperiert er mit den kommunalen Verkehrsbetrieben und gestaltet einen einheitlichen Tarif. Im Jahr 2017 waren rund 216 Millionen Fahrgäste im VVO unterwegs.

Von uh

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