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Lokales Universitätsschule bleibt umstritten
Dresden Lokales Universitätsschule bleibt umstritten
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16:53 10.04.2018
Dana Frohwieser. Quelle: Archiv
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Dresden

Der CDU-Landtagsabgeordnete und Bildungspolitiker Patrick Schreiber hat gegenüber DNN gefordert, den Start der Universitätsschule um ein Jahr zu verschieben. „Aus meiner Sicht ist der Schulversuch derzeit nicht nur überstürzt, sondern gefährdet auch völlig unnötig die Existenz der bestehenden, etablierten 101. Oberschule“, erklärte der Wahlkreisabgeordnete am Rande eines Besuchs von Kultusminister Christian Piwarz (CDU) in der 101. Oberschule.

Die Anmeldezahlen für die Universiätsschule würden eine deutliche Sprache sprechen. „Für meine Begriffe sollte der Schulversuch geordnet im Schuljahr 2019/2020 anlaufen – und zwar an einem anderen Standort“, so Schreiber. Rot-Grün-Rot im Stadtrat agiere nach dem Motto „Koste es, was es wolle“. „Eine Hauruck-Aktion hilft aus meiner Sicht weder der einen noch der anderen Schule“, erklärte Schreiber.

Dana Frohwieser, Bildungspolitikerin der SPD-Fraktion, lobte Piwarz für sein Bekenntnis zu einer Oberschule in Johannstadt und erinnerte daran, dass der Schulnetzplan von Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) am Standort der 101. Oberschule in der Pfotenhauerstraße ein Gymnasium vorgesehen hatte und die Oberschule an einen Neubau auf der Cockerwiese verlagert werden sollte.

Für sie gehe es darum, so die Sozialdemokratin, daran zu arbeiten, dass der interkulturelle Bildungsstandort Pfotenhauer Straße Wirklichkeit werde. „Die 101. Oberschule hat seit Jahren viel zu wenige Anmeldungen.“ 125 Fünftklässler sollten hier Platz finden, nur etwa 40 würden Jahr für Jahr von ihren Eltern angemeldet. „Unsere Überzeugung ist weiterhin: Das Konzept der Universitätsschule passt zur 101. Oberschule. Zusammen können sie die Kapazitäten des Standortes zur Wirkung bringen.“

Universitätsschule und 101. Oberschule könnten zu einer gemeinsamen Schule verschmelzen, formulierte Frohwieser eine Vision. Diese 101. Universitätsschule könne gemeinsam mit der benachbarten 102. Grundschule zukunftsweisende Projekte gestalten und bei den Themen Ganztagsangebote oder Integration Maßstäbe setzen.

Frohwieser kritisierte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der schon am 6. Februar vom Bildungsausschuss aufgefordert worden sei, einen moderierten Dialog zwischen allen Beteiligten in Gang zu setzen, um den Start der Universiätsschule im Schuljahr 2018/2019 zu ermöglichen. „geschehen ist bis jetzt nichts.“

Die Gründung der Universitätsschule stünde in Frage, so die Sozialdemokratin. „Das ist kein Zustand für die Eltern, die sich bewusst für dieses Konzept entschieden haben.“ Demokratisch gefasste Beschlüsse des Stadtrats seien von der Stadtverwaltung sabotiert worden. „Ich gehe davon aus, dass sich das Schulverwaltungsamt vom Standort Johannstadt verabschiedet“, vermutet Frohwieser.

Am Donnerstag tagt eine Arbeitsgruppe zur Universitätsschule, auf der eine Entscheidung fallen könnte.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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