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Lokales Uniklinikum Dresden weiht neuen 111-Millionen-OP ein
Dresden Lokales Uniklinikum Dresden weiht neuen 111-Millionen-OP ein
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17:48 21.08.2018
Der fünfstöckige Neubau wurde am Dienstag eingeweiht. Quelle: dpa
Dresden

Das Dresdner Uniklinikum hat ein Mammutprojekt eingeweiht: 17 OP-Säle, eine chirurgische Notaufnahme, ein Ambulanzbereich und Pflegestationen für insgesamt 111 Millionen Euro gehen im Herbst schrittweise in den Betrieb. Ein spezieller MRT-OP ermöglicht den Neurochirurgen, das Gehirn des Patienten während der Operation im MRT zu scannen.

„Das Gehirn fällt während der OP zusammen“, erklärt Oberarzt Matthias Kirsch. „Deswegen muss der Kopf während der OP gescannt werden“. Durch die neuen Aufnahmen während der OP können die Ärzte sichergehen, kein gesundes Hirnmaterial zu schädigen. „Bisher mussten wir den Patienten dafür aufwecken, das MRT in einem anderem Raum durchführen und anschließend die Operation fortsetzten“, berichtet der Neurochirurg. Dadurch, dass das MRT nun während der OP in Vollnarkose durchgeführt werden kann, verringert sich die OP-Anzahl und die Behandlung von beispielsweise Epilepsieerkrankungen und Hirntumoren funktioniert schneller.

Unter den neuen OP-Sälen im Zentrum des Uniklinikum-Geländes findet sich auch ein moderner Hybrid-OP für die Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Ein Röntgenroboter macht während der Operation Aufnahmen, damit zum Beispiel Tumore noch gezielter entfernt werden können. Über neue Brücken sind auch die Augenklinik und die HNO-Klinik an das neue OP-Zentrum angeschlossen.

Matthias Kirsch, Facharzt für Neurochirurgie, steht in einem neurochirurgischen Operationssaal im neuen Gebäudekomplex des Universitätsklinikums Dresden. Quelle: dpa

Mit dem Neubau entstehen 190 Arbeitsplätze. Insgesamt 530 Menschen werden im neuen OP-Zentrum im Haus 32 arbeiten. Und auch die müssen ab und zu Pause machen. Damit das einfacher funktioniert, wird eine „einmalige, sterile Cafeteria direkt an den OP-Bereich angeschlossen“, berichtet Uniklinikum-Vorstand Michael Albrecht. Die Ärzte und Mitarbeiter im sterilen OP-Bereich brauchen dann nicht mehr durch die Schleuse hinaus und wieder hinein, wenn sie etwas essen wollen.

17 OP-Säle und 132 Patientenbetten, davon 30 Intensivbetten, bedeuten eine Menge OP-Besteck und medizinische Geräte, die gereinigt werden müssen. Wie ein kleines Amazon geben die Mediziner Bestellungen durch das rund 4500 Meter lange Rohpostsystem auf und erhalten anschließend das benötigte, sterilisierte OP-Besteck von den Mitarbeitern der neuen Zentralsterilisation im Keller des fünfstöckigen Gebäudes. Rund 15 neue Mitarbeiter sorgen rund um die Uhr für die Reinigung, Pflege und Aufbereitung der Scheren, Klemmen und Roboterteile. Je moderner die Geräte, desto schwieriger wird die Reinigung für die Mitarbeiter. „Das kann nie komplett eine Maschine übernehmen“, sagt Schichtleiter Norbert Riedel.

Die Mitarbeiter müssen alle Instrumente kennen, sie auseinander bauen und wieder zusammenschrauben können. In modernen Waschmaschinen wird das OP-Besteck bei 95 Grad gespült und anschließend in Vakuumkisten gepackt, die mit Wasserdampf behandelt werden.

In einer immer älter werdenden Gesellschaft wird die Medizin immer wichtiger. Mit dem neuen OP-Zentrum will sich das Uniklinikum für die Zukunft rüsten. „Mittlerweile ist jeder siebte Arbeitsplatz mit der Medizinwirtschaft verknüpft“, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Von tg

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