Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Uniklinikum Dresden präsentiert neueste Technologie
Dresden Lokales Uniklinikum Dresden präsentiert neueste Technologie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 24.02.2017
Prof. Ralf-Thorsten Hoffmann am Touchscreen von Azurion.   Quelle: Dietrich Flechtner
Anzeige
Dresden

Am Mittwoch wurde im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in einer Weltpremiere neueste Technologie für die Behandlung von Krebs- und Schlaganfallpatienten vorgestellt: die von der Firma Phillips entwickelte Angiographie-Plattform „Azurion“. Das Gerät liefert Bilder in 3D-Qualität zur Darstellung von Blutgefäßen des Menschen mit geringer Strahlungsbelastung für Arzt und Patient. Das Gerät „Azurion“ kostete eine Million Euro und stellt einen weiteren Schritt der Universitätsklinik auf dem Weg zu einem der modernsten Behandlungszentren Deutschlands für Onkologie dar.

Nach einer Testphase mit weltweit 20 Geräten und über 2000 Eingriffen in führenden Krankenhäusern kommt das Gerät nun in Dresden zum Einsatz. Erste Patienten wurden bereits erfolgreich behandelt. Fünf Oberärzte der Radiologie und fünf Oberärzte der Neuroradiologie stehen im Schichtsystem für Eingriffe zur Verfügung und wurden an dem Gerät geschult. Als besondere Vorzüge der Neuentwicklung wurde die intuitive Bedienung, die Steuerung mit dem Touchscreen und der hoch auflösende Monitor mit einer Bilddiagonale von 150 Zentimetern genannt, die dem Arzt die Arbeit erleichtern. Die Bildqualität sei fast so gut, wie die eines Computertomografen, ohne die belastende Bildgewinnung in der „lauten Röhre“.„Azurion“ liefert hochauflösende live-Bilder. Der Patient, häufig bei den Eingriffen nur örtlich betäubt, kann in der Regel die Behandlung auf dem Bildschirm mitverfolgen.

Seit 30 Jahren ist das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg führend in der Tumorforschung. Seit 2004 bauen Uniklinikum und Medizinische Fakultät ihre krebsmedizinische Expertise systematisch aus. Inzwischen stehen im Bereich der Krebsmedizin modernste Apparaturen zur Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen zur Verfügung.

„Unser erklärtes Ziel ist es, in Europa in Sachen bildgebender Diagnostik in die Top Ten aufzurücken. Wir spezialisieren uns in experimenteller Bildgebung und experimenteller onkologischer Chirurgie. Dafür wurden bereits zwei Professuren geschaffen und eine davon bereits besetzt. In diese Aufbauarbeit fließen bereits Millionenbeträge an Fördermitteln. Ab 2019 mit der Inbetriebnahne des neuen Forschungsgebäudes werden dies jährlich 15 Millionen sein. Für das Gebäude gab es weitere 22 Millionen Euro“, erläutert Wilfried Winzer, kaufmännischer Vorstand. Der Ausbau eines interdisziplinären Forschungszentrums mit Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene seien seit Jahren in vollem Gange. Forschungsergebnisse werden in Datenbanken erfasst und weltweit ausgetauscht.

Durch die Anschaffung des „Azurions“ profitiert vor allem der Patient. Durch die verbesserte Technologie ist es nun möglich, zum Beispiel Tumoren mit einem Katheter durch das Blutgefäß direkt zu erreichen, radioaktiv zu bestrahlen, Chemotherapie anzuwenden oder kleine Tumoren gar zu entfernen. Diese schonende Behandlungsmethode kommt gerade älteren Patienten zu gute, wenn, im besten Fall, dadurch ein operativer Eingriff vermieden werden kann. In der Diagnostik kann die Lage und Größe, vor allem aber genau auch die Tumorgrenze, bildlich dargestellt werden. Somit werden operative Eingriffe optimal vorbereitet.

Die Blutgerinnsel bei Schlaganfällen wurden bisher vor allem durch Medikamente im sogenannten Lyse-Verfahren wieder verflüssigt. Die Neuroradiologie-Abteilung der Universität verfügt schon länger über die Angiographie-Technologie um per Katheter diese Blutgerinnsel zu erreichen und direkt vor Ort abzusaugen, aufzulösen oder zu zerstören. Mit Azurion steht für diese Eingriffe nun ein weiteres und besseres Gerät zur Verfügung, womit noch mehr Menschen von dieser Behandlungsmethode profitieren können. Für diesen Eingriff gibt es ein Zeitfenster von vier bis sechs Stunden nach dem Schlaganfall, bevor im Gehirn des Patienten irreparable Schäden entstanden sind. Seit einigen Jahren gibt es im Raum Sachsen ein Notfallsystem, damit Schlaganfallpatienten möglichst schnell in die Uniklinik weiter geschickt werden.

www.uniklinikum-dresden.de/rad

Von Claudia Atts

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Dresden werden für Flüchtlinge und Zuwanderer aktuell mehr als 70 Sprachkurse angeboten. Das geht aus einer neuen Übersicht hervor, die das Bildungsdezernat der Stadtverwaltung erarbeitet hat. Diese listet alle regelfinanzierten Sprachkurse auf, die aktuell oder demnächst stattfinden.

22.02.2017

Sachsens Lehrer bilden sich am Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf weiter. Thema der ganztägigen Veranstaltung am 24. Februar: „Physik trifft Informatik – Aktuelle Aspekte für Wissenschaft & Schule“.

22.02.2017

Das Straßen- und Tiefbauamt sperrt ab Freitag, 4 Uhr die Caspar-David-Friedrich-Straße für den Linienbusverkehr. Ab diesem Zeitpunkt werden die Haltestellen „Rubensweg“, „Dora-Stock-Straße“ und „Schurichtstraße“ der Buslinie 85 für eine derzeit unbekannte Dauer nicht mehr bedient.

22.02.2017
Anzeige