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Uniklinikum Dresden präsentiert neueste Technologie

Millionenschwere Investition Uniklinikum Dresden präsentiert neueste Technologie

Hilfe für Krebs- und Schlaganfallpatienten bringt die neue Technologie des Uniklinikums Dresden. Azurion heißt das Gerät, das eine Million Euro gekostet hat. Die neue Angiographie-Plattform stellt die Blutgefäße des Menschen live in hochauflösenden 3D-Bildern dar und ermöglicht den Eingriff über einen Katheter in der Blutbahn direkt am Tumoren oder Blutgerinseln.

Die neue Technik kann Blutgefäße des Menschen live in 3D-Bildern darstellen.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Am Mittwoch wurde im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in einer Weltpremiere neueste Technologie für die Behandlung von Krebs- und Schlaganfallpatienten vorgestellt: die von der Firma Phillips entwickelte Angiographie-Plattform „Azurion“. Das Gerät liefert Bilder in 3D-Qualität zur Darstellung von Blutgefäßen des Menschen mit geringer Strahlungsbelastung für Arzt und Patient. Das Gerät „Azurion“ kostete eine Million Euro und stellt einen weiteren Schritt der Universitätsklinik auf dem Weg zu einem der modernsten Behandlungszentren Deutschlands für Onkologie dar.

Nach einer Testphase mit weltweit 20 Geräten und über 2000 Eingriffen in führenden Krankenhäusern kommt das Gerät nun in Dresden zum Einsatz. Erste Patienten wurden bereits erfolgreich behandelt. Fünf Oberärzte der Radiologie und fünf Oberärzte der Neuroradiologie stehen im Schichtsystem für Eingriffe zur Verfügung und wurden an dem Gerät geschult. Als besondere Vorzüge der Neuentwicklung wurde die intuitive Bedienung, die Steuerung mit dem Touchscreen und der hoch auflösende Monitor mit einer Bilddiagonale von 150 Zentimetern genannt, die dem Arzt die Arbeit erleichtern. Die Bildqualität sei fast so gut, wie die eines Computertomografen, ohne die belastende Bildgewinnung in der „lauten Röhre“.„Azurion“ liefert hochauflösende live-Bilder. Der Patient, häufig bei den Eingriffen nur örtlich betäubt, kann in der Regel die Behandlung auf dem Bildschirm mitverfolgen.

Seit 30 Jahren ist das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg führend in der Tumorforschung. Seit 2004 bauen Uniklinikum und Medizinische Fakultät ihre krebsmedizinische Expertise systematisch aus. Inzwischen stehen im Bereich der Krebsmedizin modernste Apparaturen zur Diagnostik und Behandlung von Tumorerkrankungen zur Verfügung.

„Unser erklärtes Ziel ist es, in Europa in Sachen bildgebender Diagnostik in die Top Ten aufzurücken. Wir spezialisieren uns in experimenteller Bildgebung und experimenteller onkologischer Chirurgie. Dafür wurden bereits zwei Professuren geschaffen und eine davon bereits besetzt. In diese Aufbauarbeit fließen bereits Millionenbeträge an Fördermitteln. Ab 2019 mit der Inbetriebnahne des neuen Forschungsgebäudes werden dies jährlich 15 Millionen sein. Für das Gebäude gab es weitere 22 Millionen Euro“, erläutert Wilfried Winzer, kaufmännischer Vorstand. Der Ausbau eines interdisziplinären Forschungszentrums mit Erfahrungsaustausch auf internationaler Ebene seien seit Jahren in vollem Gange. Forschungsergebnisse werden in Datenbanken erfasst und weltweit ausgetauscht.

Durch die Anschaffung des „Azurions“ profitiert vor allem der Patient. Durch die verbesserte Technologie ist es nun möglich, zum Beispiel Tumoren mit einem Katheter durch das Blutgefäß direkt zu erreichen, radioaktiv zu bestrahlen, Chemotherapie anzuwenden oder kleine Tumoren gar zu entfernen. Diese schonende Behandlungsmethode kommt gerade älteren Patienten zu gute, wenn, im besten Fall, dadurch ein operativer Eingriff vermieden werden kann. In der Diagnostik kann die Lage und Größe, vor allem aber genau auch die Tumorgrenze, bildlich dargestellt werden. Somit werden operative Eingriffe optimal vorbereitet.

Die Blutgerinnsel bei Schlaganfällen wurden bisher vor allem durch Medikamente im sogenannten Lyse-Verfahren wieder verflüssigt. Die Neuroradiologie-Abteilung der Universität verfügt schon länger über die Angiographie-Technologie um per Katheter diese Blutgerinnsel zu erreichen und direkt vor Ort abzusaugen, aufzulösen oder zu zerstören. Mit Azurion steht für diese Eingriffe nun ein weiteres und besseres Gerät zur Verfügung, womit noch mehr Menschen von dieser Behandlungsmethode profitieren können. Für diesen Eingriff gibt es ein Zeitfenster von vier bis sechs Stunden nach dem Schlaganfall, bevor im Gehirn des Patienten irreparable Schäden entstanden sind. Seit einigen Jahren gibt es im Raum Sachsen ein Notfallsystem, damit Schlaganfallpatienten möglichst schnell in die Uniklinik weiter geschickt werden.

www.uniklinikum-dresden.de/rad

Von Claudia Atts

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