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Lokales Ungebetene Gäste treiben ihr Unwesen im Dresdner Zoo
Dresden Lokales Ungebetene Gäste treiben ihr Unwesen im Dresdner Zoo
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13:00 11.08.2017
Sie sind die größte Plage im Zoo. Viele hundert Tiere sammeln sich im Herbst und Winter auf den Bäumen im Zoo. In kleinen Trupps sind sie unterwegs und stibitzen Futter. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Ungebetene Gäste treiben im Zoo ihr Unwesen. Einige haben es auf das Futter der legalen Bewohner, andere auf die Zootiere selbst abgesehen. Die einen, allen voran die Krähen in den Bäumen und die Stockenten auf dem Wasser, bekommen die Zoo-Besucher zu sehen. Von den anderen, darunter Füchse und Marder erfahren die Pfleger nur, wenn sie frühmorgens eine Runde durch den Zoo drehen und dabei zum Beispiel eine tote Ente finden oder Reste von ihr.

Plagegeist Nummer 1: Krähen

Sie sind die größte Plage im Zoo. Viele hundert Tiere sammeln sich im Herbst und Winter auf den Bäumen im Zoo. In kleinen Trupps sind sie unterwegs und stibitzen Futter, das eigentlich für die Zootiere gedacht ist. Ihre Schlafplätze haben die schwarzgefiederten Vögel zwar im Großen Garten. „Sie brüten aber im Frühjahr bei uns und holen nicht nur unsere Jungvögel, sondern auch neugeborene Erdmännchen, Zwergotter und Ziesel, um sie an ihren Nachwuchs zu verfüttern oder selber zu fressen“, berichtet Wolfgang Ludwig, der Zoologische Leiter. Wenn etwa die Erdmännchen unaufmerksam seien, könne die Krähe ein abseits sitzendes Tier mit dem Schnabel packen und sich mit ihm auf und davon machen. „Deshalb ein Netz über die Erdmännchen-Anlage zu spannen, lohnt sich nicht“, meint Ludwig.

Krähen sind die größte Plage. Aber auch Stockenten, Graureiher und Steinmarder sind auf Beutefang

Für durchaus sinnvoll hält er aber, die Enteneier aufzusammeln und sie dann in den Brüter zu legen, um sie vor den diebischen Krähen zu schützen. Die Küken wachsen dann in einer speziellen Voliere hinterm Ibishaus auf.

Außerdem darf der Zooinspektor hin und wieder sogenannte Vergrämungsschüsse abgeben. Dafür müsse jedes Jahr ein neuer Antrag bei der Stadt gestellt werden. „Unser Inspektor schießt dann mit einem Kleinkalibergewähr in die Luft – außerhalb der Besuchszeit natürlich.“ Die Krähen seien klug genug um zu begreifen, dass die Schüsse gegen sie gerichtet sind. Dann und wann werde auch eine Krähe abgeschossen.

Plagegeist Nummer 2: Füchse

Immer wieder treiben einzelne Füchse im Zoo ihr Unwesen. Sie sind im Großen Garten unterwegs, zerreißen entweder den Maschendrahtzaun und schlüpfen durch oder sie spazieren gleich durch die offenen Tore mit herein. „Wir haben mehrere kleine Parma-Kängurus, Flamingos und auch Enten durch Füchse verloren“, entsinnt sich der Zoo-Leiter. Entweder die Tiere fehlen ganz oder die Pfleger finden Reste von ihnen. „Wir hatten vor Jahren eine ganze Fuchsfamilie hier“, erzählt der Zoologische Leiter. Der zuständige Jäger habe sie schließlich mit Schüssen vertrieben.

Plagegeist Nummer 3: Stockenten

Sie bereiten den Pflegern gleich mehrere Probleme. Zum einen können Wildenten Krankheiten wie die Vogelgrippe übertragen. Die Seuche hatte dem Zoo über den Winter bekanntlich schwer zu schaffen gemacht, weil er seine sämtlichen Vögel einsperren musste. „Zum anderen okkupieren Stockenten den Platz auf den Teichen und fressen unseren Vögeln das Futter weg“, berichtet Ludwig. Damit die Stockenten nicht das ganze schöne Futter vertilgen, füttern die Pfleger deshalb Brot und billiges Futter vor. Zeitweise würden Hunderte dieser Enten auf dem Flamingoteich und den Kanalteichen sitzen – mehr als der Zoo Vögel hat. Zu den 180 Zoo-Enten und -gänsen zählen Kapp-, Spieß-, Berg- und Kolbenenten.

Vögel, die nicht in den Zoo gehören, können Ludwig zufolge nicht nur die Vogelgrippe, sondern auch Krankheiten wie Tuberkulose übertragen. „Wir mussten zum Beispiel unsere Bienenfresser töten, weil sie sich mit Tuberkulose angesteckt hatten“, kann sich der Biologe erinnern. Bienenfresser sind etwa 30 Zentimeter lang und gehören zu den buntesten Vögeln Europas.

Plagegeist Nummer 4: Steinmarder

Sie suchen sich Kleinsäuger und Futterreste, plündern Nester. „Sie haben ihre Reviere überall, man könnte sie auch fangen, aber dann würden von draußen sofort wieder neue nachrutschen, weil die Reviere frei geworden sind“, sagt Ludwig. Der Zoo habe sich jedoch eingestellt auf diese Räuber und die Volieren marderdicht gemacht. Die Pfleger beobachten auch kleinere Marderarten wie Iltis, Hermelin und Mauswiesel. Die Pikas oder Pfeifhasen – hasenartige Geschöpfe – beispielsweise seien den Mauswieseln zum Opfer gefallen, so Ludwig.

Plagegeist Nummer 5: Graureiher

Sie sitzen häufig bei den Pelikanen und holen sich Fisch. „Die Zahl der Graureiher nimmt extrem zu, weil sie ebenso wie Krähen und Elstern kaum noch gejagt werden“, weiß der Biologe. Solange sie noch nicht brüten wie im Görlitzer Zoo, sei das noch zu verkraften, meint er.

Von Katrin Richter

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