Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Uneinigkeit in der Stadtratsmehrheit beim Umgang mit Dynamo-Stadion

Sportpolitik Uneinigkeit in der Stadtratsmehrheit beim Umgang mit Dynamo-Stadion

In der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit herrscht Uneinigkeit über den Umgang mit dem Stadion von Dynamo Dresden. Die SPD denkt über die Rekommunalisierung nach und will auch Einfluss auf die Namensgebung nehmen. Bei den Grünen gibt es Widerspruch.

Wie soll das Stadion heißen?

Quelle: dpa

Dresden.  In der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit herrscht Uneinigkeit über den Umgang mit dem Stadion von Dynamo Dresden. Die SPD denkt über die Rekommunalisierung der Spielstätte nach und will auch Einfluss auf die Namensgebung nehmen. Bei den Grünen gibt es dagegen Widerspruch. Derzeit befassen sich verschiedene Stadtratsausschüsse mit dem Komplex.

„Wir haben Bedenken gegenüber den Anträgen der SPD“, erklärt Torsten Schulze, wirtschaftspolitischer Sprecher der Bündnisgrünen im Dresdner Stadtrat. Namensrechte für die Spielstätten seien für die Vereine mit Einnahmen verbunden. Dieses Potenzial sollte ihnen erhalten bleiben. Die SPD sage nicht, wie sie mit den entgangenen Geldern umgehen will. „Es gibt keinen Bedarf, sich in diesem Bereich überhaupt einzumischen“, meinte Schulze, der auch im Sportausschuss des Stadtrates sitzt. Wer das Gedenken an Persönlichkeiten erhalten will, sollte zunächst genau hinschauen, um wen es geht und könne das dann auch mit anderen Lösungen tun. Dafür müsse nicht unbedingt die gesamte Spielstätte einen Namen tragen.

Die SPD will die Sportanlage auf der Bodenbacher Straße in Luise-Krüger-Stadion (Speerwerferin) umbenennen. Das Dynamo-Stadion soll wieder den Namen „Rudolf Harbig“ (Läufer) tragen und eine Tribüne möglichst nach Walter Fritzsch (Dynamo-Trainer) benannt werden. Die Sozialdemokraten wollen damit einerseits Tendenzen zur überbordenden Kommerzialisierung entgegen wirken und andererseits an verdienstvolle Sportler erinnern.

Mit einem weiteren Antrag unter dem Titel „Dynamo-Stadion – Stadion für Dresden“ will die SPD die Verwaltung auffordern, dem Stadtrat detaillierte Informationen über die Verträge mit dem privaten Stadionbetreiber vorzulegen. Das Rathaus soll zudem prüfen, ob der Betrieb auch vom Eigenbetrieb Sportstätten in der Hoheit der Stadt geführt werden könnte und welche Vor- und Nachteile das hätte. Hinter der Initiative steht im Prinzip die Absicht, das Stadion zu Rekommunalisieren. Es ist durch die Gesellschaft HBM errichtet worden. Dynamo zahlt eine Miete und HBM eine Konzessionsabgabe an die Stadt. Der Verein wiederum erhält von der Stadt einen Zuschuss zur Stadion-Miete, der jetzt durch die höhere Spielklasse der Schwarz-Gelben gesunken ist.

Auch diesen Rückkauf können die Grünen bislang nicht mittragen. Schulze hält dafür bis zu 36 Millionen Euro für notwendig. „Dazu haben wir in der Stadt keine wirtschaftliche Chance.“ Außerdem fehle es an einem Gesamtkonzept für Konzerte und Events in Dresden, in das ein Stadion als städtischer Betrieb eingebunden sein müsste. Schulze kann auch nicht erkennen, warum es dem Eigenbetrieb möglich sein sollte, das Stadion wesentlich günstiger zu bewirtschaften als der private Betreiber jetzt. „Es ist absolut fraglich, ob wir uns als Stadt solche Aufgaben auf den Tisch ziehen sollten“, meinte Schulze, der gegenwärtig viel dringendere Aufgaben sieht. Für das auch von Oberbürgermeister Dirk Hilbert befürwortete neue Trainingsgelände für Dynamo Dresden im Ostragehege fehle noch immer der Bauantrag, der im September vorliegen sollte. Es sei bislang unklar, wie der Investor zu Baurecht kommen soll. Das anvisierte Areal sei Überflutungsgebiet, befinde sich im Außenbereich und sei schon für andere Bauten als Ausgleichsfläche veranschlagt. Zudem müssten vermutlich Zauneidechsen umgesiedelt werden. Ohne Bebauungsplan werde es nicht gehen. Da gebe es eine Menge ernstzunehmende Planungsaufgaben, meinte Schulze. Die Debatte um die Namensrechte sei da eher marginal. Am 29. September sollen beide SPD-Anträge im Stadtrat behandelt werden.

Von Ingolf Pleil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
24.11.2017 - 12:42 Uhr

Nach langer Verletzungspause stehen Manuel Konrad und Aias Aosman wieder auf dem Trainingsgelände

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.