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Und stetig lockt das Fußballstadion: Liebhaber von Stadionansichten treffen sich am Sonnabend in Dresden

Und stetig lockt das Fußballstadion: Liebhaber von Stadionansichten treffen sich am Sonnabend in Dresden

Jörg Bartko aus Dresden ist Fußballfan. So weit so gewöhnlich in einer fußballverrückten Stadt wie dieser. Doch Jörg Bartko gibt sich nicht mit Schals, Wimpeln und anderen gängigen Fan-Memorabilia zufrieden, für den 47-Jährigen muss es schon eine Nummer ausgefallener sein: Er sammelt Postkarten mit Ansichten von Fußballstadien aus aller Welt.

Von Jane Jannke

Allein ist er mit seiner Leidenschaft allerdings keineswegs: Am kommenden Sonnabend treffen sich im Heinz-Steyer-Stadion Gleichgesinnte aus dem ganzen Land zum mittlerweile 20. Jahrestreffen der "Deutsche Stadionansichtskarten Sammlervereinigung 1992".

Mehr als 11 000 Karten hat Bartko in den vergangenen 17 Jahren in seiner Sammlung vereint. Und wie das ganz einfach so ist bei echten Sammlern: Stetig werden es mehr. Angefangen hatte alles Mitte der 1990er-Jahre: "Da habe ich meine erste Ansichtskarte gekauft und bin seither nicht mehr davon losgekommen." Was mit einem Gelegenheitskauf begann, füllt mittlerweile Kisten und Alben in einem separaten Regal. 1997 dann der erste Kontakt zur Sammlervereinigung - und endlich auch Gleichgesinnte, die wie er den schönsten Stadionansichten nachjagen. "Wenn unsereins in einem Zeitungskiosk einfällt, passiert es schon mal, dass hinterher alle Stadion-Karten weg sind", verrät er lachend.

Dabei sind die Geschmäcker der Sammler so unterschiedlich wie die Menschen dahinter. "Ich selbst habe eine Schwäche für den britischen Fußball und seine Stadien, in vielen davon bin ich selbst gewesen." Stolz zeigt er auf eine Ansicht des altehrwürdigen Wembley-Stadions in London: "Eines meiner Lieblingsstücke. Das hat echten Seltenheitswert, denn das Stadion wurde mittlerweile abgerissen - leider." Wertvoll sei eine Karte vor allem dann, wenn sie entweder sehr alt ist oder aber ein seltenes Motiv trägt. "Für eine alte Ansicht des Stadions des Rasensport e. V. Dresden-Neustadt in Trachenberge hat mir mal jemand 80 Euro geboten", erzählt Bartko. Das sei ungewöhnlich viel, selbst für Sammlerkreise. Die ältesten Karten in seiner Sammlung stammen aus der Wendezeit vom 19. zum 20. Jahrhundert - auch eine Ansicht des alten Harbig-Stadions aus den 1930er-Jahren ist dabei.

Für das Jahrestreffen seines Vereins ist er schon voller Vorfreude. "Natürlich kommen da nie alle zusammen. Doch wir freuen uns ja auch auf andere Sammler" - und über neue Vereinsmitglieder. Rund 80 sind es bislang. Aus allen Bundesgebieten kommen sie und sogar aus dem Ausland. Für 12 Euro Jahresbeitrag ist man dabei. Höhepunkt des Vereinslebens sind die Jahrestreffen, bei denen Ansichtskarten getauscht, Börsen und Treffen ausgewertet und die nächsten geplant werden.

Für Jörg Bartko sind seine Karten wie kleine Museen. "Man kann damit die Geschichte und Entwicklung eines Stadions nachvollziehen. Für die Vereine ist das alles natürlich nicht so interessant, weil sich mit Postkarten kein Geld verdienen lässt." Was ihm noch fehlt: Ansichten vom neuen Dresdner Glücksgasstadion: "Da gab es außerhalb des Fan-Shops noch keine."

Der Verein:

Deutsche Stadionansichtskarten Sammlervereinigung 1992, gegründet: 1992 in Gelnhausen, heute 80 Mitglieder. Projekte: Zeitschrift "Das Stadion" (erscheint jährlich bis halbjährlich), eigene Ansichtskartenserie mit Stadien, die sonst selten auf Postkarten anzutreffen sind.

20. Jahrestreffen am Sonnabend, dem 26. Mai, Clubräume Heinz-Steyer-Stadion (Ostragehege). Ablauf:

10-14 Uhr Tauschbörse für Sammler

14-15 Uhr: Jahresversammlung.

Der Verein freut sich über Zuspruch auch von interessierten Nicht-Mitgliedern. Der Eintritt ist frei.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.05.2012

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