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Unbegleitete Flüchtlingskinder: Tagessatz 120 bis 265 Euro

Stadt rechnet mit bis zu 500 minderjährigen Asylbewerbern Unbegleitete Flüchtlingskinder: Tagessatz 120 bis 265 Euro

In Dresden werden gegenwärtig 307 unbegleitete ausländische Minderjährige (uaM) vom Jugendamt betreut. Die Stadt bereitet sich darauf vor, in diesem Jahr bis zu 500 uaM aufnehmen zu müssen.

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Quelle: dpa

Dresden.  In Dresden werden gegenwärtig 307 unbegleitete ausländische Minderjährige (uaM) vom Jugendamt betreut. Die Stadt bereitet sich darauf vor, in diesem Jahr bis zu 500 uaM aufnehmen zu müssen. Das teilte das Jugendamt jetzt auf DNN-Anfrage mit. Die Minderjährigen stammen aus Afghanistan (192), Syrien (125) sowie Pakistan, Irak, Somalia, Iran und Albanien. Der Altersdurchschnitt liegt den Angaben zufolge zwischen 16 und 17 Jahren.

Allerdings ist die Verwaltung in den meisten Fällen auf die Altersangaben der jungen Asylbewerber angewiesen. So haben nur neun von ihnen laut Sozialbürgermeisterin Kris Kaufmann (Die Linke) einen Pass ihres Herkunftslandes vorweisen können. 93 der Bewerber hätten als Geburtstermin den 1. Januar angegeben. Kaufmann antwortete auf eine Anfrage von FDP-Stadtrat Jens Genschmar.

Da Minderjährige nicht abgeschoben werden können, kontrolliert die Stadt in Zweifelsfällen die Altersangaben. Sollten erhebliche Zweifel bestehen, könne unter Einbeziehung des Gerichtes auch eine Röntgenuntersuchung angeordnet werden. Mitunter erklären als uaM registrierte Personen nach einigen Tagen oder Wochen auch selbst, dass sie tatsächlich älter sind als 17 Jahre. Laut Jugendamt kommt das etwa vier Mal im Vierteljahr vor.

Die Fluktuation betrage lediglich zwei Prozent. Wenn uaM Dresden verlassen würden, dann vor allem mit einem klaren Ziel. Sie würden in eine Stadt ziehen, in der bereits Verwandte oder Freunde leben würden. Oder Bekannte, die sie auf der Flucht kennengelernt hätten. In sehr seltenen Fällen würden uaM spurlos verschwinden. Das sei die absolute Ausnahme, so das Jugendamt.

Betreut werden die jungen Menschen vorwiegend von verschiedenen Trägern der freien Jugendhilfe wie Empatis, Natürliches Erleben, Kühn&Kollegen, Burmeister&Luding oder Auguszt&Jetter. Es gibt aber auch schon drei Gastfamilien, in denen ausländische Minderjährige untergebracht sind. In den nächsten Wochen sollen es mehr als zehn Familien sein, die einen uaM aufnehmen, so das Jugendamt.

Die jungen Ausländer werden in Vorbereitungs- und sogenannten DaZ-Klassen (Deutsch als Zweisprache) an der 101. Oberschule in Johannstadt sowie an mehreren Schulen in freier Trägerschaft unterrichtet. Das Jugendamt kümmert sich um Termine bei der Bildungsagentur für die jungen Menschen, bei denen in einem Gespräch die Schulfähigkeit geprüft und eine Bildungsempfehlung gegeben werde. Für die uaM besteht Schulpflicht, für die Umsetzung sind das Schulverwaltungsamt, die Vormünder und die Betreuungseinrichtungen verantwortlich.

Die Kosten für die Betreuung von uaM sind sehr hoch. Freien Trägern zahlt das Jugendamt je nach Intensität der Betreuung Tagessätze zwischen 120 und 265 Euro. Das sind 3600 bis 7950 Euro pro Monat. Zum Vergleich: Für die Unterbringung und Betreuung eines erwachsenen Asylbewerbers erhält die Stadt gegenwärtig 7600 Euro pro Jahr vom Freistaat.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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