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Lokales Umweltzentrum Dresden sucht nach Ideen für Äußeren Matthäusfriedhof
Dresden Lokales Umweltzentrum Dresden sucht nach Ideen für Äußeren Matthäusfriedhof
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18:17 09.09.2015
Ein verwittertes und ein saniertes Grab auf dem Äußeren Matthäusfriedhof in der Dresdner Friedrichstadt. Quelle: Carola Fritzsche

Grund dafür ist ein Umbruch in der Bestattungskultur. Wurde für die früher üblichen Erdbestattungen im Sarg und die klassischen Reihengräber und großen Grabmale viel Platz benötigt, änderte sich dies mit der Einführung der Feuerbestattung und der Urnenwiesen. Immer mehr Flächen blieben ungenutzt - es herrscht wirklich Friedhofsruhe.

Dabei hat die Anlage einmal bessere Zeiten erlebt. Sie wurde 1851 angelegt, weil sich der Innere Matthäusfriedhof an der heutigen Friedrichstraße als zu klein erwies. Zehn Jahre später entstanden nach Plänen von Carl Adolf Canzler ein im neugotischen Stil gestaltetes Torhaus mit Kapelle sowie eine kleine Wohnung für den Totenbettmeister. Der Äußere Matthäusfriedhof erfreute sich regen Zuspruchs, so dass er 1865 und 1880 auf eine Fläche von 5,6 Hektar erweitert werden konnte. 1905 wurde ein mehrgeschossiges Beamtenhaus mit Friedhofskanzlei gebaut. 80 Jahre später, im Januar 1985, beschloss der damalige Rat der Stadt Dresden dann die "Genehmigung zur Aufhebung des Äußeren Matthäusfriedhofes" - er wurde einfach nicht benötigt. Die Matthäuskirchgemeinde gab zweimal Land an Unternehmen ab, der Friedhof verkleinerte sich auf eine Größe von rund zwei Hektar. Aufgrund fehlender Einnahmen konnten das Friedhofsgelände und die Gebäude nur noch unzureichend instand gehalten werden. Nach der Stilllegung verwandelte sich das Gelände größtenteils in einen naturbelassenen und weitgehend vergessenen Ruheort. Das änderte sich erst, als der Verein Arbeit und Lernen Dresden 1993 Hand anlegte. Ab dieser Zeit wurde die gärtnerische Anlage gepflegt, das Torhaus renoviert und wertvolle denkmalgeschützte Gräber erhalten. 2012 musste sich der Verein aus wirtschaftlichen Gründen verkleinern und die Kirchgemeinde suchte dringend einen Nachfolger.

Der ist jetzt gefunden. Für die Gestaltung und Pflege der entwidmeten Friedhofsfläche ist seit Juni das Umweltzentrum Dresden e.V. verantwortlich. Der Verein bringt viele Erfahrungen und Vernetzungen in Sachen Grünpflege und Naturschutz mit. "Ziel ist es vor allem, den als stadtklimatisch sehr wertvoll eingeschätzten Friedhof für Dresdner und Gäste als einen Ort der Erholung inmitten eines Industriegebietes zu bewahren", verspricht Geschäftsführer Stefan Mertenskötter. Der alte Baumbestand soll überwiegend erhalten bleiben und Bereiche mit naturbelassenen Flächen geschaffen werden. Detlef Thiel, Leiter des Amtes für Stadtgrün, ist begeistert: "Stefan Mertenskötter und sein Team sprühen geradezu vor Ideen, wie das Gelände in Zukunft genutzt werden kann." So soll hier zukünftig ein Info- und Bildungsort für Jung und Alt in Sachen Umwelt und Gedenkkultur entstehen. Starke Impulse setzt auch Johanne de Carnée, die im ehemaligen Torhaus eine Floristikwerkstatt betreibt und regelmäßig entsprechende Seminare mit internationaler Beteiligung durchführt. Mit der Pflege der Gräber der sowjetischen Kriegsgefangenen sowie der deutschen Kriegsopfer des Ersten und Zweiten Weltkriegs übernimmt der Verein eine Aufgabe der Kommune.

Das Engagement lohnt sich, der Friedhof hat sich verwandelt. Beim vierten Dresdner Gartenspaziergang im August konnten die Besucher historische Wandgräber bestaunen, unter alten Bäumen wandeln und Kräuter und üppig blühende Pflanzflächen vor den Gewächshäusern genießen. Der Umweltzentrum e.V. ist dankbar für Ideen oder praktische Unterstützung bei der Pflege des Grundstücks.

iTipps und Angebote Hinweise nimmt das Umweltzentrum unter 4 94 35 00 oder uzd@uzdresden.de entgegen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.09.2013

Löffler Monika

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