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Lokales Umweltzentrum Dresden sucht Pflanzenpaten für Artenschutzprojekt
Dresden Lokales Umweltzentrum Dresden sucht Pflanzenpaten für Artenschutzprojekt
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07:30 14.03.2018
am 12.03.18 in Dresden : im Rahmen eines Wildblumenprojektes säen Silvana Eger und Julia Mertens (v.l.) Wildblumen Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Das echte Herzgespann, das Sommer-Adonisröschen oder die Skabiosen-Flockenblume – im Landkreis Meißen wachsen einige Pflanzen mit verheißungsvollen Namen. Doch diese Arten haben neben ihrer Benennung auch noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie kommen alle nur noch zerstreut vor und sind gefährdet. Am Umweltzentrum Dresden startet in diesem Frühjahr das Artenschutzprojekt „Urbanität & Vielfalt“, um seltene Wildpflanzen aus der Region in ihrem Bestand zu stärken.

Patenschaft für den Artenerhalt

„Im Rahmen des Projekts werden Pflanzenpaten aus Dresden und dem Landkreis Meißen gesucht“, erklärt Projektmitarbeiterin Julia Mertens. In der Gärtnerei des Umweltzentrums am ehemaligen Äußeren Matthäusfriedhof werden derzeit etwa 5000 Jungpflanzen herangezogen. Das Saatgut für die Anzucht stammt aus regionalen Wildherkünften. Insgesamt zehn Arten aus dem Raum Meißen sind in das Vorhaben integriert. „Wir geben die Pflanzen in die Hände der Bürger, die sie in einem Blumenkasten, auf dem Balkon oder im Garten hegen und pflegen können“, sagt Mertens. Doch die Patenschaft ist befristet: Mitte September sollen die ausgewachsenen Pflanzen und das Saatgut an das Umweltzentrum zurückgegeben werden. „In Abstimmung mit den Naturschutzbehörden werden die Exemplare auf ausgewählten Flächen im Landkreis Meißen eingepflanzt und somit in ihrer jeweiligen Herkunftsregion ausgebracht“, erläutert Silvana Eger, Leiterin der Projektgärtnerei.

Zum einen sei das Ziel des Projekts, seltene Wildarten zu vermehren, so Mertens. „Gleichzeitig wollen wir aber auch die Bürger in die Welt der biologischen Vielfalt um sie herum mitnehmen. Wir wollen zeigen, wie jeder Einzelne von uns mit kleinen Schritten etwas zum Erhalt gefährdeter Arten beitragen kann.“ Gerade die städtische Bevölkerung, die wenige Berührungspunkte mit der ländlichen Pflanzenvielfalt hat, solle für den Artenschutz sensibilisiert werden. „Die Zeit des Redens ist langsam vorbei“, meint Mertens. „Nur Vorträge zu halten ist bei weitem nicht so effektiv wie ein positives, belebendes Projekt.“

Themenabende in Meißen und Dresden

Heute findet im Kunstraum des Umweltzentrums am Schützenplatz der erste Themenabend zu „Urbanität & Vielfalt“ statt. Ab 19 Uhr informieren Julia Mertens und Silvana Eger über den Ablauf des Projektes und über die Wildpflanzen. „Bei unseren Themenabenden werden Vorkenntnisse zur fachgerechten Kultivierung vermittelt. Das ist eigentlich keine große Kunst“, findet Eger. „Die Paten sollen jedoch nachvollziehen, dass es nun mal Wildpflanzen und Kulturpflanzen gibt und diese nicht eingekreuzt werden sollten.“ Der Besuch eines Themenabends ist die einzige Bedingung für die kostenfreie Pflanzenpatenschaft. Bis April sind mehrere Veranstaltungen dieser Art geplant. Vor Ort können sich interessierte Bürger für das Projekt einschreiben.

Zum Tag der Stadtnatur am 26. Mai organisieren die Projektmitarbeiter auf dem Friedhofsgelände an der Bremer Straße einen Themennachmittag. Anschließend werden die Jungpflanzen ausgegeben. Die Pflanzenpaten erhalten Pflegeanleitungen und Tipps. „Nach der Auswertung des Anmeldebogens können wir den Paten die passenden Pflanzen zuordnen“, erklärt Eger. „Denn während das Zittergras und die Färber-Hundskamille auch auf dem Balkon gut gedeihen, brauchen der Große Wiesenknopf und die Betonie beispielsweise mehr Boden und fühlen sich daher im Garten wohler.“

Bundesweites Engagement

In Dresden sind im Rahmen des Projekts verschiedene Schauflächen angedacht: Eine buntblühende Stadtwiese an der Wiener Straße soll zum Hingucker werden. Außerdem stellen die Projektmitarbeiter zwei Pflanzkübel mit Wildkräutern am Pirnaischen Platz auf und richten Schauflächen für die Projektpflanzen an der Gärtnerei des Umweltzentrums ein. Auch im Raum Meißen sind Schauflächen und Veranstaltungen geplant.

Das Projekt „Urbanität & Vielfalt“ läuft derzeit deutschlandweit an: Auch in Berlin, Potsdam und Marburg stellen Botanische Gärten und Baumschulen vorkultivierte Jungpflanzen zur Verfügung. Das Artenspektrum umfasst insgesamt 44 Pflanzen. Julia Mertens sieht „Urbanität & Vielfalt“ als Leuchtturmprojekt und hofft, dass sich künftig mehr Städte am Artenschutz beteiligen. Das Wildblumenprojekt wird mit Mitteln des Bundesumweltministeriums sowie dem Sächsischen Umweltministerium gefördert. Auch die Stadt Dresden und der Stadtverband Dresdner Gartenfreunde kooperiert mit dem Umweltzentrum, wie Mertens schildert: „Die Fachberater der Kleingärten wollen das Thema ’naturnahes Gärtnern’ vorantreiben. Unser Projekt passt sehr gut zu diesem Vorhaben.“

„Urbanität & Vielfalt“ – Veranstaltungen

14., 27. März und 11. April, jeweils 19-21 Uhr: Themenabend mit Infos zum Projekt im Kunstraum des Umweltzentrums Dresden, Schützenstraße 1.

21. März, 19-20.30 Uhr: Themenabend mit Infos zum Projekt in der NABU-Station Schloss Heynitz in Nossen, Heynitz 8-10.

24. und 25. März: Infostand auf der Ostermesse Dresden, Messering 6.

17. April, 19-20.30 Uhr: Themenabend mit Infos zum Projekt im Hahnemannzentrum Meißen, Leipziger Straße 94.

22. April, 10-14 Uhr: „Gemeinsame Gärten“: Theaterstück „Fräulein Brehms Tierleben: Hymenoptera – Die wilden Bienen“ und Infostand zu „Urbanität & Vielfalt“ im Theater Junge Generation, Kraftwerk Mitte 1.

26. Mai: Erste Pflanzenausgabe für Dresden in der Gärtnerei des Umweltzentrums Dresden, Bremer Straße 18.

27. Mai: Erste Pflanzenausgabe für Meißen in der NABU-Station Schloss Heynitz in Nossen, Heynitz 8-10.

Jeden ersten Montag im Monat (17-19 Uhr), jeden zweiten Mittwoch (13-16 Uhr), von Juni bis September: Sprechzeiten in der Gärtnerei des Umweltzentrums Dresden, Bremer Straße 18.

Von Junes Semmoudi

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