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Lokales Umweltbürgermeisterin informiert sich in Dresdner Läden über Müllvermeidung
Dresden Lokales Umweltbürgermeisterin informiert sich in Dresdner Läden über Müllvermeidung
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10:04 02.09.2016
Eva Jähnigen (r.) zu Besuch bei Ladenbesitzerin Berit Heller. In dem Geschäft „Lose“ gibt es keine Verpackungen. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

„Pro Tag werden in Deutschland 320.000 Café-to-go-Becher weggeschmissen. Als ich das das erste Mal gehört habe, hat es mich fast umgehauen.“ Berit Heller ärgert sich. Das ist verständlich, wenn man weiß, was sie beruflich macht. Die Dresdnerin ist Inhaberin des Ladens „Lose“ in der Neustadt und verzichtet bei den angebotenen Produkten komplett auf Einwegverpackungen.

Ihr Geschäft wurde am Donnerstag von der Dresdner Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis ’90/ Die Grüne) neben einem „Konsum“ und einem REWE als einer von drei Läden besucht. Sie wollte sich informieren, wie der Dresdner Einzelhandel mit dem Thema Müllvermeidung und Entsorgung umgeht. Das scheint auch notwendig, denn Jähnigen erklärt: „In den letzten Jahren ist der Verbrauch von Verpackungen pro Dresdner Einwohner um zwei Kilogramm gestiegen“. In der Zwischenzeit gebe es einen Verbrauch von 31 Kilogramm Verpackung pro Dresdner oder Dresdnerin.

Problematisch sei auch das Thema Mülltrennung. Volkmar Lautenbach vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft beklagt: „Viele Leute entsorgen ihren Biomüll in Plastiktüten. Diese werfen sie dann mit in die Biotonne.“ Das sei vor allem deshalb kritisch, weil der Biomüll zu Dünger weiterverarbeitet wird.. Allerdings könne man kleine Plastikstücken nicht aussortieren, weswegen der Dünger nur schwer Verwendung finde.

Als Heller von der Umweltbürgermeisterin gefragt wird, was für einen Wunsch sie gerne an das Rathaus richten würde, zögert sie kurz, sagt dann aber: „Ich weiß, dass das unmöglich ist, aber ich wünschte, man könnte einfach festlegen: ’Jede Plastiktüte kostet fünf Euro“. Heller kann die Ladenbesitzerin verstehen, weist aber darauf hin, dass die Stadt darauf nur wenig Einfluss nehmen könne. „Vieles wird durch die Bundesgesetzgebung geregelt. Wir können aber versuchen, den Einzelhandel zu unterstützen und Öffentlichkeitsarbeit leisten, um die Bürger zu sensibilisieren“. Wenn dies gelingt, muss sich Berit Heller vielleicht bald nicht mehr über 320.000 Café-to-go-Becher am Tag ärgern.

Von Richard Gänzle

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