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Lokales Umstrittener Hochhausplan am Großen Garten
Dresden Lokales Umstrittener Hochhausplan am Großen Garten
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08:34 10.05.2018
Auf dieser zugewucherten Fläche am Lennéplatz sollen 400 Wohnungen entstehen. Die Pläne sind umstritten. Quelle: Anja Schneider
Dresden

 Das war deutlich: Der Ortsbeirat Altstadt hat am Dienstag mit sechs Nein-Stimmen und zwölf Enthaltungen den Bebauungsplan Nummer 3006, Dresden-Altstadt II/Strehlen, Lennéplatz, abgelehnt. Das klingt zunächst überraschend, weil auf dem verwilderten Areal am Lennéplatz rund 400 Wohnungen entstehen sollen. Allerdings: Mehrere Ämter der Stadtverwaltung und das Landesamt für Denkmalschutz laufen Sturm gegen das Vorhaben.

Beeinträchtigung am Denkmalbestand

Gegenwärtig ist die 2,7 Hekar große Fläche nur zu 15 Prozent mit Garagen und Ruinen bebaut. Auf 85 Prozent hat sich Wildwuchs entwickelt, der sich teilweise zu „Großgrün“ ausgewachsen hat. Für das neue Wohnquartier am Lennéplatz müssten 95 Prozent der Vegetation gefällt werden. Geplant sind ein bis zu 50 Meter hohes Hochhaus und eine bis zu sieben Etagen hohe Blockbebauung mit einer hohen Dichte.

Der fast vollständige Verlust des Großgrüns sei eine massive und vor Ort nicht zu kompensierende Beeinträchtigung, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung. Aber nicht nur das: Das Amt für Abfallwirtschaft und Stadtgrün von Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen) sieht einen „irreparablen Eingriff in das Gesamtensemble der denkmalgeschützten Parkanlage Bürgerwiese“ aufgrund der geplanten massiven Bebauung.

Das Landesamt für Denkmalpflege verweist auf die frühere Villenbebauung in dem Areal, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Mit dem Bebauungsplan werde die Gesamtsituation in dem der Bürgerwiese vorgelagerten Gelände zugunsten einer neuartigen und fremden Lösung verlassen. Es komme zu einer erheblichen Beeinträchtigung des überlieferten Denkmalbestandes, die abzulehnen sei. Das städtische Amt für Kultur und Denkmalschutz von Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) schließt sich dieser Ablehnung in vollem Umfang an.

Es sind schon drei Hochhäuser in Planung

Der Bebauungsplan wird nun in zweiter Lesung im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau und im Juni im Stadtrat diskutiert. Sollten die Planungen abgelehnt werden, könnte eine pikante Situation entstehen: Für das Gebiet gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan aus dem Jahr 2000 für ein Handels-, Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum mit einem angemessenen Wohnanteil. Damals war mit einer deutlich aufgelockerten Bebauung geplant worden, auf deren Grundlage auch ein Wohngebiet erstellt werden könnte.

Tilo Wirtz, Baupolitiker der Fraktion Die Linke, weist noch auf einen anderen Aspekt hin: Mit Ferdinandplatz, Wiener Platz Ost und Lennéplatz sind gegenwärtig drei Hochhäuser in der Planung. „Diese Vorhaben dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Wir müssen untersuchen, welche Auswirkungen auf das Stadtbild entstehen“, fordert der Linke-Stadtrat.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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