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Umstrittener Dresdner Verein eröffnet Begegnungsstätte für Obdachlose

Hilfe unter kritischer Beobachtung Umstrittener Dresdner Verein eröffnet Begegnungsstätte für Obdachlose

Ingolf Knajder, Vorsitzender des Vereins Dresdner Bürger helfen Dresdner Obdachlosen und Unterstützerin Barbara Lässig waren am Dienstag sichtlich bemüht, den Fokus der Eröffnungsfeier der neuen Begegnungsstätte für Obdachlose und Bedürftige auf die Arbeit in der Stätte und die hier angebotene Hilfe zu rücken.

Vereinsvorsitzender Ingolf Knajder und Helferin Nicole Maucksch in der Kleiderkammer für Männer.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Sichtlich bemüht, den Fokus der Eröffnungsfeier der neuen Begegnungsstätte für Obdachlose und Bedürftige auf die Arbeit in der Stätte und die angebotene Hilfe zu rücken, waren Ingolf Knajder, Vorsitzender des Vereins Dresdner Bürger helfen Dresdner Obdachlosen, und Unterstützerin Barbara Lässig. Leicht widersprüchlich waren die Aussagen des Vereinschefs und der FDP-Politikerin trotzdem. Bereits im Vorfeld und nach dem vom Verein organisierten Weihnachtsessen im Ballhaus Watzke im vergangenen Dezember wurden Stimmen laut, der Verein helfe bewusst nur Deutschen und Dresdnern – nicht aber Asylbewerbern. Dazu sagt Lässig: „Personen im Asylbewerberstatus werden in Asylheimen betreut und versorgt. Werden sie in Deutschland anerkannt und bedürftig, sind sie hier willkommen“. Immer wieder hob auch Knajder hervor, dass "jeder Bedürftige, ganz egal welcher Konfession er angehört oder welchen Migrationshintergrund die Person besitzt“ in der Stätte Hilfe findet.

Ingolf Knajder und Helferin Kornelia Fuchs in der Küche der neuen Einrichtung

Ingolf Knajder und Helferin Kornelia Fuchs in der Küche der neuen Einrichtung.

Quelle: Dietrich Flechtner

Unklarheiten spiegelten sich dennoch mit Blick auf das Thema Pegida wieder. Sowohl Lässig als auch Knajder sprachen mehrfach über angebliche Verbindungen zu der asylfeindlichen Bewegung. Zum einen unterstrich Knajder, man wolle mit der neuen Begegnungsstätte zeigen, „dass Dresden eben mehr als nur Pegida und die kaputten Linken ist, die immer gegen Pegida grölen“. Andererseits betonte Lässig, dass "selbst wenn hier einige Mitglieder bei Pegida sind – das sind auch bloß Menschen, die helfen wollen“. Hilfe bekommen Obdachlose und Bedürftige zweifellos zukünftig in den neu eröffneten Räumlichkeiten. Großzügige Bäder und Toiletten, gemütliche Aufenthaltsräume, sowie eine Waschmaschine und eine Kleiderausgabe sollen ein Gefühl von Zuhause vermitteln. Finanziert wurde der Treffpunkt allein durch private Spenden – Freunde und Vereinsmitglieder sammelten Sachspenden und zimmerten die Einrichtung. Darüber hinaus sind ehrenamtliche Helfer vor Ort und leisten den Gästen Gesellschaft.

Unterstützung von der Stadt gab es bei dem gesamten Projekt keine. Die Ursache darin sehen Lässig und Knajder in der aus ihrer Sicht falschen und negativ behafteten Berichterstattung über den Verein, welche ebenfalls die Suche nach einer geeigneten Immobilie erschwerte. Lässig kritisiert die nach ihrer Auffassung daraus resultierende „Einteilung in gut und böse“ in der Dresdner Stadtgesellschaft sei Schuld daran. Vorsitzender Knajder gab zwar zu, dass in der Vergangenheit „sicherlich der ein oder andere unglückliche Satz gefallen ist, aber da kann man sich auch nicht immer im Griff haben“. Gemeint sind damit unter anderem Facebook-Posts vor rund einem Jahr, in welchen er beispielsweise dem Dresdner Tafel-Chef Andreas Schönherr den Tod wünschte, weil er eine Zusammenarbeit mit dem Verein verweigerte.

 Die Begegnungsstätte befindet sich auf der Wiener Straße 73 in Strehlen und ist zunächst montags, mittwochs und freitags von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Sachspenden werden während den Öffnungszeiten entgegen genommen.

Von Aaron Wörz

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