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Auto & Verkehr Umfrage zeigt: Dresdner fahren wieder mehr Auto

DNN-Barometer Umfrage zeigt: Dresdner fahren wieder mehr Auto

In Dresden wird viel über Stau geschimpft, die Stadt kann die vorgeschriebenen Schadstoffwerte in der Luft nicht einhalten. Nun zeigt das aktuelle DNN-Barometer: In Dresden wird mehr Auto gefahren. 41 Prozent der Befragten gaben an, ihren fahrbaren Untersatz „täglich“ zu nutzen.

In Dresden wird mehr Auto gefahren.
 

Quelle: Stephan Lohse

Dresden.  In Dresden wird mehr Auto gefahren. Das zeigen die Zahlen aus dem neuesten DNN-Barometer. Für die Erhebung hat das Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden im Oktober 502 Dresdner im Auftrag der DNN repräsentativ befragt.

Nach den vorliegenden Zahlen nutzen deutlich mehr Menschen ihr Auto. 41 Prozent der Befragten gaben an, ihren fahrbaren Untersatz „täglich“ zu nutzen. Beim DNN-Barometer im Juni 2016 sagten das nur 36 Prozent der Befragten und im August 2014 waren es sogar nur 29 Prozent.

Leicht rückläufig sind dagegen die Zahlen für die Pedalritter. Aktuell nutzen in Dresden 15 Prozent der Einwohner täglich ihr Fahrrad, bei der vorangegangenen Befragung waren es 17 und im August 2014 noch 19 Prozent. Noch deutlicher gingen die Werte für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) zurück. Vor drei Jahren gaben 26 Prozent an, sie würden „täglich“ Busse und Bahnen nutzen. Im Juni 2016 war es ebenfalls fast jeder vierte Dresdner (24 Prozent), im Oktober äußerten nur noch 16 Prozent der Dresdner, dass sie sich jeden Tag von Bus oder Bahn durch die Stadt fahren lassen.

Die Zahl der Dresdner, die ihr Auto täglich nutzen, steigt.

Die Zahl der Dresdner, die ihr Auto täglich nutzen, steigt.

Quelle: Grafik: Eylert

Unterschiedlich sind die Entwicklungen bei den Dresdnern, die bestimmte Verkehrsmittel „nie“ nutzen. So ging beim Auto der Anteil der Totalverweigerer von 20 im Jahr 2016 auf 15 Prozent zurück, 2014 waren es ebenfalls 20 Prozent. Absolute Nahverkehrsabstinenz üben allerdings ebenfalls etwas weniger Menschen. Der Wert ging von elf Prozent bei der Befragung 2016 auf aktuell acht Prozent zurück.

Gefragt wurde im Barometer nach Nutzungen von Auto, Fahrrad, Motorrad oder ÖPNV „mehrmals pro Woche“, „einmal pro Woche“ und „seltener“. Hier schwanken die Angaben gegenüber früheren Befragungen teilweise deutlich. So geben aktuell 45 Prozent der Dresdner an, sie würden „seltner“ als einmal pro Woche den Nahverkehr nutzen. 2016 zeigten lediglich 30 Prozent der Einwohner dieses Nutzungsverhalten. Beim Auto gibt es dagegen mehr Gelegenheitsfahrer. Sagten 2016 acht Prozent der Dresdner, sie würden ihr Kraftfahrzeug „seltener“ als einmal pro Woche nutzen, so waren es im Oktober dieses Jahres 14 Prozent.

Warum die Dresdner mehr Auto fahren, ist schwer zu sagen. Schließlich meinten die Befragten zu 40 Prozent, der Straßenzustand hätte sich in den letzten 12 Monaten eher „verschlechtert“. 36 Prozent schätzen ihn dagegen als „verbessert“ ein und 24 Prozent gaben an, sie könnten es „nicht beurteilen“.

Bei den Radwegen gab jeder vierte Dresdner an, deren Zustand hätte sich verschlechtert, jeder Dritte hält sie für verbessert. 42 Prozent der Befragten sahen sich aber nicht in der Lage, das zu beurteilen.

Nahezu ausgeglichen ist die Einschätzung zu den Fußwegen. Ein knappes Drittel (32 Prozent) hält sie für „verbessert“, ein reichliches Drittel (37 Prozent) für „verschlechtert“ und der Rest kann es „nicht beurteilen“.

Relativ klar äußern sich die Dresdner bei Fragen zur aktuellen Diskussion um Dieselautos und Fahrverbote. Von den 355 Befragten, die mindestens einmal pro Woche das Auto nutzen, fahren 65 Prozent hauptsächlich einen „Benziner“, mit Dieselantrieben sind 34 Prozent der Dresdner unterwegs, Elektroautos nutzt praktisch niemand. Eine klare Mehrheit von 57 Prozent der Autonutzer spricht sich gegen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge aus, 29 Prozent sind dafür.

Wenn auch die E-Auto-Nutzerzahlen noch unter der statistischen Wahrnehmungsgrenze liegen, so hinterlässt die Diskussion um alternative Antriebe bei allen Dresdner ihre Spuren – egal, welches Nutzungsverhalten sie angegeben haben und unabhängig davon, ob tatsächlich aktuell ein Autokauf ansteht. 17 Prozent der Dresdner können sich den Erwerb eines Hybrid-Autos mit einer Kombination verschiedener Antriebe vorstellen. 17 Prozent würden den Kauf eines Elektroautos grundsätzlich in Betracht ziehen. Für weitere zehn Prozent ist beides denkbar. Allerdings: Für 54 Prozent aller Dresdner kommen Alternativen zum Verbrennungsmotor nicht in Frage. Das korrespondiert mit der Einschätzung der Luftsituation in Dresden. 50 Prozent der Dresden meinen, die Verhältnisse hätten sich in den letzten fünf Jahren nicht verändert, jeweils rund ein Viertel der Dresdner empfindet sie als besser (26 Prozent) oder schlechter (24 Prozent) als 2012.

Bleibt die Frage, bei welchem Verkehrsweg die Dresdner den größten Verbesserungsbedarf sehen. 50 Prozent halten Investitionen in Radwege für „sehr wichtig“, 44 Prozent sehen das bei den Straßen so und 43 Prozent bei Straßenbahntrassen. Für Fußwege sprechen sich 40 Prozent aus. In der Addition mit der Aussage „eher wichtig“ sprechen sich insgesamt 87 Prozent sowohl für Straßen als auch für Radwege aus. Fußwege kommen dann auf 83 Prozent und Straßenbahntrassen auf 76 Prozent. Die jeweils zu 100 Prozent fehlenden Anteile entfielen bei den einzelnen Verkehrsmitteln auf die Aussagen „eher unwichtig“ oder „unwichtig“.

Von Ingolf Pleil

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