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Lokales Übler Treppensturz nach Ölattacke
Dresden Lokales Übler Treppensturz nach Ölattacke
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08:52 01.08.2018
Sylvia H. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Quelle: picture alliance / dpa
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Dresden

Klein, schmal und sehr still saß Sylvia H. am Dienstag auf der Anklagebank im Amtsgericht. Nach den Plädoyers und noch vor dem Urteil sagte sie als sogenanntes letztes Wort ganz freundlich „Dankeschön“. Die 55-Jährige macht den Eindruck, als könne sie keiner Fliege was zuleide tun. Allerdings täuscht der Eindruck, die Angeklagte kann auch anders: Bitterböse und richtig rabiat.

Schuld daran sind ihre Vorlieben für Alkohol und für Hans-Jürgen L. Das Paar kann nicht miteinander, aber offenbar auch nicht ohne einander. Da wird getrunken, gestritten, gedroht oder gehauen, dann zeigt einer den anderen an und danach versöhnt man sich wieder – bis zum nächsten Zoff und der nächsten Anzeige. Das Paar beschäftigt Polizei und Justiz, bei der Staatsanwaltschaft stapeln sich die Akten..

Nun stand Sylvia H. vor dem Amtsgericht. Ursprünglich sollte der Fall im Mai verhandelt werden, aber die Angeklagte hatte an jenem Tag keine Lust, war wie fast immer betrunken und wollte nicht zur Verhandlung kommen. Es folgte ein Sitzungshaftbefehl und sie wanderte vorübergehen ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft warf ihr gefährliche Körperverletzung und Bedrohung vor.

Sie hatte Hans-Jürgen L. bei den üblichen Streiterein mehrmals gedroht, ihn umzubringen: „Ich bring dich um, ich stech dich ab.“ Das waren keine leeren Versprechungen, sie ging wirklich mit dem Küchenmesser auf ihn los. Der 64-Jährige konnte ihr das aus der Hand schlagen.

Am 26. September 2017 gab es wieder einmal Zoff auf der Finsterwalder Straße, Hans-Jürgen L. trank danach mit einem Bekannten bei einer Nachbarin, Sylvia H. becherte allein in ihrer Wohnung. Aus Wut, Eifersucht, Rache und um ihm „eins auszuwischen“ goss sie am Abend Öl auf die Treppe, damit er hinunterfällt und sich was bricht. Sie formulierte sogar genau was, nur ist das nicht druckreif.

Es kam auch zum Treppensturz, nur fiel nicht Hans-Jürgen L., sondern ein anderer Mann die Stufen hinunter und zog sich dabei eine Rückenprellung zu. „Ich wollte mit dem Hund Gassi gehen und hatte plötzlich einen Flugschein“, erinnerte sich das Opfer. Die Angeklagte hatte alles so gut „eingeölt“, dass selbst Polizei und Rettungskräfte Probleme hatten und sich am Geländer nach oben ziehen mussten.

Diese Tat war hinterhältig und gemeingefährlich, alle Hausbewohner, egal ob alte Menschen oder kleine Kinder, hätten zu Sturz kommen und sich sehr schwer verletzen können. Sylvia H. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde – allerdings mit der Auflage, eine Suchtberatung aufzusuchen, damit sie vielleicht ihr Alkoholproblem in den Griff bekommt und endlich aufhört zu saufen und kriminellen „Mist“ zu verzapfen.

Von Monika Löffler

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