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Lokales Übergroßes Schlauchboot strandet auf dem Dresdner Theaterplatz
Dresden Lokales Übergroßes Schlauchboot strandet auf dem Dresdner Theaterplatz
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10:01 23.09.2016
Auf dem Dresdner Theaterplatz setzt sich das „Liveboat Chapter V“ mit der andauernden Flüchtlingskrise auseinander.  Quelle: ANJA SCHNEIDER
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Dresden

 Nach langer Odyssee ist am Donnerstag ein übergroßes Schlauchboot auf dem Dresdner Theaterplatz angekommen. Ins Innere des „Lifeboat Chapter V“ gelangt man nur auf Knien durch eine kleine Öffnung. Dort erstreckt sich ein 30 Meter langer Schlauch aus Plastikfolie. Zu sehen gibt es nicht viel, dafür aber viel zu hören. In sieben Sprachen erklingt das Kapitel fünf aus Homers Odyssee. Ab und zu werden Stimmen von Geflüchteten eingespielt. Das Kunstprojekt der Architektengruppe „Plastique Fantastique“ und Klangkünstlerin Hadmut Bittiger thematisiert die Flüchtlingstragödie vor den Grenzen Europas. Es soll einen Ort für Kommunikation und Diskurs schaffen.

Nach langer Odyssee ist am Donnerstag ein übergroßes Schlauchboot auf dem Dresdner Theaterplatz angekommen. Das Kunstprojekt der Architektengruppe „Plastique Fantastique“ und Klangkünstlerin Hadmut Bittiger thematisiert die andauernde Flüchtlingstragödie vor den Grenzen Europas. Es soll einen Ort für Kommunikation und Diskurs schaffen.

Die Idee für das Projekt kam den Akteuren von „Plastique Fantastique“ schon vor der Flüchtlingskatastrophe im Sommer 2015. Im Kapitel fünf von Homers Odyssee geht Odysseus bei einem schweren Sturm von Board. Eine Göttin rät ihm an Land zu schwimmen. Mit Mühe erreicht er das Ufer. Durch die Schließung vieler Landwege spitzt sich die Lage auf dem Wasser zu. Immer mehr Menschen versuchen über diesen Weg zu fliehen. Nicht alle schaffen es wie Odysseus an Land. Die Schicksale einzelner Flüchtlinge wurden von Hadmut Bittiger aufgegriffen und bilden mit Auszügen aus der Odyssee einen Klangteppich im Inneren des Schlauchbootes.

Dresden ist nunmehr die dritte Station für das „Lifeboat Chapter V“. Zuvor wurde es in Berlin und Holland auf Festivals gezeigt. Der Leiter des Konzepts Marco Canevacci empfand die Resonanz bisher als sehr positiv. Besonders auf Festivals seien die Leute offen um über gesellschaftlich relevante Themen zu diskutieren. In Dresden hoffen die Akteure ebenfalls auf große Beteiligung.

Die Präsentation auf dem Theaterplatz ist Teil des Dresdner Kulturfestes „Am Fluss – Zu Kulturen des Ankommens“. Durch die Flüchtlingskrise entstehen neue Wege des Zusammenlebens. Viele Menschen stehen vor der Frage, wie es in Europa weitergehen soll. Das Projekt des Dresdner Kunsthauses in Zusammenarbeit mit dem Societaetstheater Dresden versucht neben den Geschichten der Ankommenden auch die Gefühle und Ängste, derer, die sie aufnehmen, künstlerisch einzufangen. „Für das Kunsthaus ist es wichtig, mit verschiedenen Kunstformaten auf Impulse aus der Kunst und der Gesellschaft zu reagieren“, erklärt Christiane Mennicke-Schwarz, Leiterin des Kunsthauses Dresden. Demnach solle das Kunstfest alle Dresdner zum Nachdenken und Mitdiskutieren eingeladen. „Am Fluss“ findet bis 30. Mai 2017 statt.

Von Justine Büschel

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