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Lokales Über 100.000 Briefwahl-Anträge in Dresden
Dresden Lokales Über 100.000 Briefwahl-Anträge in Dresden
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09:50 22.09.2017
Auch am Donnerstag bildete sich vorm Dresdner Briefwahlbüro im Stadthaus wieder eine lange Schlange. Erstmals waren über 100 000 Anträge zu bearbeiten. Quelle: Anja Schneider
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Dresden/Pirna

Dresden verzeichnet einen neuen Rekord bei der Briefwahl. Im Vorfeld der Bundestagswahl am Sonntag gibt es in Sachsens Landeshauptstadt erstmals mehr als 100 000 Wahlscheinanträge unter den derzeit rund 429 500 Wahlberechtigten. Damit geht fast jeder Vierte nicht an die Urne, sondern macht sein Kreuz auf dem Stimmzettel schon im Vorfeld. Zur Bundestagswahl 2013 hatte es 76 574 Briefwähler gegeben. Damals machte nicht mal jeder Fünfte von dieser Möglichkeit Gebrauch. Dresden folgt damit einem bundesweiten Trend. „Die Tendenz ist steigend“, bestätigt ein Sprecher der Landeswahlleitung.

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, hatten bis zum Wochenende bereits 11 733 Dresdner im Wahlbüro per Sofort-Briefwahl abgestimmt. Vorm einzigen Briefwahlbüro der Stadt, das sich im Bürgersaal des Stadthauses nahe dem Postplatz befindet, bildeten sich deshalb lange Schlangen mit über einer halben Stunde Wartezeit. Der Andrang in dem seit dem 28. August 2017 geöffneten Wahlbüro hatte zuletzt deutlich zugenommen. „Offenbar ist den Leuten jetzt erst eingefallen, dass am Sonntag Wahl ist“, wundert sich eine Mitarbeiterin. Mit Stand vom Mittwochabend hätten 100 853 Briefwahlanträge vorgelegen.

Zusammen mit den per Post eingegangenen Wahlbriefen lagen somit schon am Wochenende mehr als 56 000 Stimmzettel im Rathaus zur Auszählung bereit. Am Freitag von 9 bis 18 Uhr haben die Dresdner letztmals vor der Bundestagswahl die Möglichkeit, ihre Wahlunterlagen persönlich im Wahlbüro in der Theaterstraße 11­–15, Raum 100, zu beantragen. Die Stadt weist darauf hin, dass die Unterlagen spätestens am Sonntag um 18 Uhr im Rathaus eingegangen sein müssen. Um sicherzugehen, empfiehlt die Verwaltung, ab heute die Wahlbriefe nicht mehr auf dem Postweg zu versenden, sondern sie direkt im Rathaus abzugeben oder in den Briefkasten am Haupteingang einzuwerfen.

Auch andernorts in Sachsen ist der Andrang riesig. In Pirna stieg die Anzahl der Anträge von 3610 im Jahr 2013 auf deutlich über 4000. Die dortige Stadtverwaltung sah sich in dieser Woche durch die Antragsflut dazu gezwungen, einen zusätzlichen Briefwahlbezirk einzurichten und dies per Notbekanntmachung mitzuteilen. „Weil jeder der Auszählung beiwohnen darf, müssen alle Wahllokale im Vorfeld bekannt sein“, sagt ein Stadtsprecher. Andernfalls lässt sich das Ergebnis anfechten. Gründe für den Trend zur Briefwahl seien entsprechende Kampagnen der Parteien, aber auch die gestiegene Flexibilität, Mobilität und Bequemlichkeit der Menschen.

Von Stefan Schramm

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