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Lokales Turmfalkennachwuchs auf dem Dresdner Pullmann Hotel wird beringt
Dresden Lokales Turmfalkennachwuchs auf dem Dresdner Pullmann Hotel wird beringt
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20:00 13.06.2017
Petra Zimmermann von der Umweltakademie Dresden, Dirk Hanke, Hotelchef Daniel Schlomann, Harald Wolf vom Umweltamt Dresden und "Hotel-Ornithologe" Uwe Gerber (von links) präsentieren den siebenfach Turmfalkennachwuchs. Quelle: Maraike Mirau
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Dresden

Fernab vom Trubel auf der Prager Straße, hat sich im März ein Turmfalken-Pärchen auf dem Dach von Dresdens höchstem Hotel eingenistet. Vor zwei Wochen entdeckten die Mitarbeiter des „Pullman Newa“ dann den sechsfachen Nachwuchs.

Nach 16 Tagen im Nest ist es für die kleinen Falken an der Zeit, ein individuelles Kennzeichen zu bekommen und kartiert zu werden. Bei der Beringung  der Turmfalken am Dienstag auf dem Dach des Dresdner Pullmann Hotels, kam es zu einer kleinen Überraschung, als noch ein weiterer Jungvogel entdeckt wurde. Dirk Hanke, der von der Beringungszentrale Hiddensee beauftragt wurde, beringt seit 2006 Jungvögel im Raum Dresden, seit zwei Jahren arbeitet er mit dem Umweltamt Dresden zusammen. „Da das Beringen nur ein Hobby ist, bin ich froh dass mich das Umweltamt bei der Kartierung der Vögel unterstützt“, erzählt der Hanke gegenüber den DNN. Die Beringung hilft wildlebende Vögel zu untersuchen und über einen großen Zeitraum zu verfolgen. Den Falken wird dabei ein individuell nummerierte Metall- oder Plastikring an den Füßen angebracht um die Tiere später wieder identifizieren zu können. Harald Wolf vom Dresdner Umweltamt erzählt in diesem Zusammenhang, dass ein Falke aus der Dresdner Südvorstadt im letzten Jahr im Norden Frankreichs wiederentdeckt wurde.

Sieben kleine Turmfalken sind vorletzte Woche auf dem Dach von Dresdens höchstem Hotel, dem Pullmann Dresden Newa, geschlüpft. Heute bekamen sie durch Dirk Hanke ihr individuelles Kennzeichen.

Die Ringe behalten die Falken laut Petra Zimmermann von der Umweltakademie ihr ganzes Leben. Die meisten Turmfalken werden etwa fünf bis sechs Jahre alt. „Gerade die Jungtiere sind vielen Fressfeinden und den Gefahren in der Stadt, wie Oberstromleitungen, ausgesetzt. Häufig kommt es auch vor, dass nach einem harten Winter das Elternpaar nicht genug Futter findet und das schwächste Glied in der Familie gefressen wird“, erklärt Zimmermann gegenüber den DNN.

Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatten Hotelmitarbeiter einen Nistkasten angebracht und mit Holzpellets und Heu „wohnlich“ ausgestattet. „Der Hotelkomplex eignet sich ideal für den Nestbau der Turmfalken, da er dem natürlichen Brutstätten der Falken sehr nah kommt. Das Pullmann Hotel ist für die Falken wie eine Art Kunstfelsen“, erzählt Wolf gegenüber den DNN. Turmfalken sind streng geschützt und lieben hoch gelegene Brutplätze. Da sie selbst keine Nester bauen, nutzen sie meist alte Krähen- oder Taubennester oder suchen in Nistkästen Unterschlupf. Der Nistkasten ist laut Hotelchef Daniel Schlomann eine Win-Win-Situation für Falken und Hotel, da die Turmfalken die Tauben und deren Dreck fernhalten und im Gegenzug eine kostenlose Unterkunft bekommen.

Laut Harald Wolf sind derzeit in der Stadt etwa 300 Nistplätze von Turmfalken bekannt: „In guten Jahren werden bis zu 440 junge Falken geboren. Im Moment gehen wir jedoch davon aus, dass nur 110-180 der Nistplätze tatsächlich von einem brütenden Turmfalken-Pärchen  besetzt sind.“ Im zweiten Nistkasten auf dem Dach des Pullmann Hotels hat ein Falkenpärchen eine neue Nestmulde errichtet. Vielleicht kann sich Dresdens höchstes Hotel bald über noch mehr Nachwuchs freuen.

Maraike Mirau

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