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Türkische Behörden wollen Hilfsgüter von „Dresden hilft Kobane“ vernichten

Oma Heidi und der türkische Zoll Türkische Behörden wollen Hilfsgüter von „Dresden hilft Kobane“ vernichten

Dass die Reise nach Syrien keine leichte werden würde, wusste Heidemarie Franzke. Mit einem gespendeten Rettungswagen der Initiative „Dresden hilft Kobane“ voller medizinischer Hilfsgüter hatte sich die 72-Jährige im vergangenen Herbst auf dem Weg ins Krisengebiet gemacht. Doch nun machen ihr türkische Behörden einen Strich durch die Rechnung.

In einem offenen Brief bittet Heidemarie Franzke die Beamten in Ankara, die konfiszierten Hilfsgüter von „Dresden hilft Kobane“ herauszugeben.
 

Quelle: Hauke Heuer

Dresden. Dass die Reise in die syrische Kurden-Hochburg Kobane keine leichte werden würde, das wusste Heidemarie Franzke. Mit einem gespendeten Rettungswagen der Initiative „Dresden hilft Kobane“ voller medizinischer Hilfsgüter hatte sich die 72-Jährige im vergangenen Herbst auf dem Weg ins Krisengebiet gemacht. Doch nun machen ihr türkische Behörden einen Strich durch die Rechnung. Oma Heidi, den Spitznamen gab sich die tatkräftige Seniorin selbst, ringt nun die Hände. Der Grund: Der türkische Zoll weigert sich, die Hilfsgüter herauszugeben.

Rund 4000 Kilometer Fahrt hat die Rentnerin im vergangenen Jahr auf den Sitzen des gespendeten Krankenwagens zurückgelegt. Mit einem Rettungswagen der Initiative „Dresden hilft Kobane“, der voll mit medizinischen Gerätschaften beladen war, ist die 72-Jährige mit ihrer Gruppe heil in der türkischen Stadt Ankara angekommen. Dort sollten nur noch einige Formalitäten erledigt werden, bis die Spenden ihr Ziel bei Flüchtlingen im türkisch-syrischen Grenzgebiet erreichen würden. Doch das Gesundheitsamt der Provinz Ankara verweigerte die Weiterreise. „Der Rettungswagen war für türkische Verhältnisse angeblich zwei Zentimeter zu breit.“ Stattdessen ist der Wagen nun in Nordgriechenland für die Organisation DocMobile im Einsatz, die die Menschen in den dortigen Flüchtlingslagern medizinisch versorgt. Die teure medizinische Ausrüstung hat der türkische Zoll dennoch eingezogen, mit der Begründung, dass nur eine Spedition die Hilfsgüter ausführen könne.

 „Das Verhalten der türkischen Behörden ist bitter – nicht nur für uns, sondern auch für all diejenigen, die uns mit ihren Spenden unterstützt haben: die Schüler des Pestalozzi-Gymnasiums etwa und die Ärzte und Sanitäter, die uns Ausrüstung zur Verfügung gestellt haben“ erklärt Heidemarie Franzke. Insgesamt liegen im türkischen Zoll-Lager medizinische Geräte, etwa Blutdruckmessegeräte und Verbandszeug, im Wert von rund 16.000 Euro. „Das will mir einfach nicht in den Kopf.“

In einem offenen Brief sieht Franzke nun die letzte Möglichkeit, die Behörden in Ankara zum Umdenken zu bewegen. Den Brief hat die Initiative am 21. Dezember auf Türkisch und Deutsch an den zuständigen Beamten in Ankara abgeschickt. „Die deutsche Botschaft vor Ort hat mir versichert, dass die Rückmeldung bereits unterwegs zu uns ist – doch ich mache mir keine großen Hoffnungen.“ Am heutigen Mittwoch läuft die Frist für die Aufbewahrung der Hilfsgüter im Zoll-Lager in Ankara ab.

„Ich bin die Letzte, die daran denkt, aufzugeben“, sagt Oma Heidi. Deshalb hat sie sich bereits eine neue Strategie ausgedacht, um Menschen, die am Existenzminimum leben, zu unterstützen: „Wir möchten Patenschaften aufbauen, bei denen Dresdner Bürger den Menschen in kurdischen Krisengebieten mit monatlichen Geldspenden unterstützen.“

www.openpetition.de/!zollankara

Von Juliane Weigt

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