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Lokales Tuberkulosetests an Dresdner Hoga-Schulen abgeschlossen
Dresden Lokales Tuberkulosetests an Dresdner Hoga-Schulen abgeschlossen
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21:03 07.03.2018
Jens Heimann, Amtsleiter des Gesundheitsamtes Dresden  Quelle: Anja Schneider
Dresden

Hinter den Mitarbeitern des Dresdner Gesundheitsamtes liegen anstrengende Wochen. Grund dafür sind die Anfang Dezember bekannt gewordenen Tuberkulose-Fälle an den Hoga-Schulen. 935 Blutuntersuchungen mussten die Experten zwischen dem 4. und dem 14. Dezember durchführen. Eine Anzahl, die sonst auf das ganze Jahr verteilt ist, wie Jens Heimann, Amtsarzt und Amtsleiter des Gesundheitsamtes, sagt.

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Beendet ist die Arbeit damit aber noch lange nicht. Denn parallel zu den Tests der Schüler sowie der Lehrerschaft finden weitere so genannte Umgebungsuntersuchungen im persönlichen Umfeld der Erkrankten und der ehemaligen Belegschaft statt. Auch Schulabgänger werden untersucht, um weitere Krankheitsfälle ausschließen zu können. Detektivarbeit nennt es Robert Heilscher, Abteilungsleiter Hygienischer Dienst. Er und seine Kollegen müssen klären, mit welchen Personen die Erkrankten regelmäßig Kontakt hatten – sei es im beruflichen oder privaten Umfeld. „Die Anzahl dieser Personen schwankt stark, das können 20 sein oder auch 100“, sagt Heilscher.

Sind die Kontaktpersonen ermittelt, werden auch diese untersucht. Fällt der Bluttest positiv aus – wie bei 54 der 935 Personen aus dem Hoga-Umfeld –, bedeutet das: Das Immunsystem hatte Kontakt mit dem Tbc-Erreger. „Das sagt aber nichts darüber aus, ob der Mensch erkrankt ist“, erklärt Prof. Christian Vogelberg, Pneumologe am Uniklinikum. Deshalb wird anschließend die Lunge geröngt. Wird hier ein Befund gefunden, spricht man von offener Tuberkulose, die ansteckend ist – und neue Krankheitsfälle bedeuten neue Kontaktpersonen. Die Arbeit des Gesundheitsamtes beginnt damit von neuem. Bleibt das Röntgenbild ohne Befund, wird die infizierte Person präventiv mit Antibiotikum behandelt.

Die Grafik zeigt: Tuberkulose ist nur eine von vielen Infektionskrankheiten. 2016 gab es 40 offene Fälle, in diesem Jahr sind es bereits 49. Quelle: Grafik: Stadt Dresden

Vier offene Erkrankungen an den Hoga-Schulen haben die Experten diagnostiziert, hinzu kommt ein Krankheitsfall, der weitere Tests erforderlich macht. Und auch alle 881 negativ getestete Schüler und Lehrer werden in acht bis zwölf Wochen erneut untersucht, weil das Immunsystem erst in diesem Zeitraum auf den Erreger reagiert. So soll die Sicherheit noch einmal erhöht werden. „Da der Indexfall innerhalb der Schule gefunden wurde, gab es mit einem Schlag sehr viele Kontakte, die wir abklären mussten. Das ist außergewöhnlich. Das Gesundheitsamt rechnet mit weiteren positiven Ergebnissen“, so Heimann. Aktuell liege man in ganz Dresden in diesem Jahr bei 49 offenen Tuberkulose-Fällen, im vergangenen Jahr waren es 40, 2015 42 Erkrankungen.

Für welchen Trubel die Krankheitsfälle in der Bevölkerung gesorgt haben, zeigt diese Zahl: 3000 Zugriffe täglich wurden auf der eigens von der Stadt eingerichteten Internetseite www.dresden.de/tbc registriert. Auf der Plattform informiert das Gesundheitsamt über die aktuellen Zahlen und beantwortet die wichtigsten Fragen. Gesundheitsbürgermeisterin Klaudia Kristin Kaufmann (Linke) versteht die Aufregung, versucht die Wogen aber zu glätten: „Tbc ist keine hochansteckende Erkrankung, sondern eine Krankheit unter vielen.“ Zielgerichtet, kompetent und unaufgeregt habe man in den vergangenen Wochen an der Thematik gearbeitet. Jetzt habe man einen Zwischenschritt erreicht, die Arbeit gehe aber weiter. Kritik an der Informationspolitik der Stadt lässt sie nicht gelten, die sei bedarfsgerecht ausgefallen. „Die Antwort auf die Frage, ob man jetzt Angst haben muss, lautet Nein“, ist ihre klare Botschaft.

Von Christin Grödel

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