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Lokales Tschirnhaus-Gymnasium geht im Sommer 2018 in Dresden in Betrieb
Dresden Lokales Tschirnhaus-Gymnasium geht im Sommer 2018 in Dresden in Betrieb
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16:50 05.04.2017
Schulleiterin Sandra Gockel vorm denkmalgeschützten Altbau an der Bernhardstraße, der „Fritz-Löffler-Haus“ heißen wird, wenn er fertig ist.  Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Zugegeben: Der kontrovers diskutierte neue Schulname für das Gymnasium Süd-West ist nicht gerade kurz und bündig. Ehrenfried-Walther-von-Tschirnhaus-Gymnasium soll die Schule heißen, die im Sommer 2018 von Gorbitz in das ehemalige Fritz-Löffler-Gymnasium an der Bernhardstraße zieht. So wollten es Schüler, Eltern und Lehrer, und so wird es auch kommen. Am 10. April – dem 366. Geburtstag von Tschirnhaus – wird der neue Name im Mathematisch-Physikalischen Salon feierlich verliehen. „Ich schätze aber, dass sich beizeiten die Koseform ,Tschirni’ bei uns einbürgern wird“, vermutet Schulleiterin Sandra Gockel. Die Mutter von vier Kindern besieht sich die Baustelle in Plauen inzwischen fast wöchentlich. Immerhin 41 Millionen Euro soll die Schule inklusive Ausstattung kosten – mindestens zehn Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.

Bereits seit 2015 drehen sich die Kräne an der Bernhardstraße. Das alte Löffler-Gymnasium wird entkernt und von Schadstoffen befreit. Nach Angaben von Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, verzögert sich die Sanierung des Altbaus jedoch um etwa ein Jahr. „Der Bauverzug begründet sich in den deutlich erhöhten Aufwendungen für die Sanierung und die erforderliche statische Ertüchtigung der Bestandsdecken“, erklärt Schmidtgen. Dennoch zieht die Schülerschaft, die mittlerweile bis zur 7. Klasse hochgewachsen ist, im Sommer 2018 an die Bernhardstraße – und zwar zunächst in den dreistöckigen Neubau, der neben dem Altbau entsteht und in dem jetzt gerade die Rohbauarbeiten laufen. Dort sollen alle Fachkabinette, Unterrichtsräume, Vorbereitungszimmer für die Lehrer und die tiefergelegte Mensa Platz finden. Der künftige Haupteingang wird an die Bernhardstraße zwischen Alt- und Neubau verlegt. Und wenn der desolate Plattenbau auf dem Gelände weggerissen ist, in dem sich bis zum Umzug die 46. Oberschule befand, kann auch der Bau der Vierfeld-Sporthalle beginnen. Schmidtgen zufolge soll sie im Mai 2019 fertig werden. Die Gymnasiasten müssen also zunächst auf andere Sporthallen ausweichen.

Dass die Schule künftig nicht Fritz-Löffler-Gymnasium, wie zuvor von Ortsbeiräten gefordert, heißen soll, begründet die Schulleiterin so: „Wir haben gesagt, das Löffler-Gymnasium ist geschlossen worden, damit haben wir als neugegründete Schule nichts zu tun.“ Das Gymnasium Süd-West bietet das naturwissenschaftliche, das gesellschaftswissenschaftliche und (als eine von nur zwei Dresdner Schulen) das sportliche Profil an. „Wir haben einen universellen Anspruch, und Tschirnhaus war ja ein Universalgelehrter, der in Europa unterwegs war“, erklärt sie, warum die Namenswahl auf den Naturforscher fiel, der von 1651 bis 1708 lebte und Miterfinder des Porzellans gewesen ist. Damit der Name des Dresdner Kunsthistorikers Löffler Fritz Löffler nicht ganz verschwindet, lautet der Kompromiss: Das denkmalgeschützte Schulhaus mit der bemerkenswerten Eingangshalle und dem Balkon wird den Namen „Fritz-Löffler-Haus“ bekommen. Ansonsten muss Sandra Gockel fast alles ändern lassen – das Schulschild, den Stempel, die Homepage, der Briefkopf. Das Logo aber mit der angedeuteten Elbe und den farbigen Strahlen bleibt erhalten.

Zur Namensverleihung wird aller Voraussicht nach auch Christof von Tschirnhaus nach Dresden kommen. Der 55 Jahre alte Lübecker ist Diamantgutachter in einem großen Juwelierhaus in der Hansestadt. Der Nachfahre von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus in neunter Generation ist schon ein paarmal in Dresden gewesen. „Ich fand es ungerecht, dass früher immer nur von Böttger und nicht von Tschirnhaus die Rede war, wenn es um Meißner Porzellan ging“, sagt er. Inzwischen seien die Schulbücher in Sachsen berichtigt worden.

2014 angefangen hat Sandra Gockel mit 75 Fünftklässlern. Freiwillig in den unsanierten Gorbitzer Plattenbau wollten nur ein Dutzend Kinder. „Die anderen sind damals vor allem aus dem Marie-Curie-Gymnasium und dem Gymnasium Bürgerwiese umgelenkt worden“, entsinnt sich die Schulleiterin. Sie seien damals recht unglücklich gewesen. Diesmal haben sich 109 Kinder beworben – genau so viele, wie die Schule zur Verfügung hat. „Das war eine Punktlandung“, meint die Schulleiterin zufrieden. Im Moment ist das Gymnasium auf 316 Schüler angewachsen. Am Ende werden es 1500 Schüler in jeweils sechs Parallelklassen sein. „Wir mausern uns gewissermaßen vom kleinsten zum wahrscheinlich größten Gymnasium der Stadt“, sagt Sandra Gockel. Und sie wird das deutschlandweit einzige Tschirnhaus-Gymnasium leiten. „Ich kenne jedenfalls nur noch eine Tschirnhausstraße – die in Lockwitz“, sagt Christof von Tschirnhaus. Er muss es wissen.

Von Katrin Richter

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