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Trotz Studienabschluss Dresdner hat keine Chance auf Referendariat in Sachsen

Trotz Studienabschluss Dresdner hat keine Chance auf Referendariat in Sachsen

Willi Wrubel hat fünf Jahre lang Lehramt Gymnasien an der TU Dresden studiert. Im Dezember ist er fertig geworden. Der 26-Jährige gehörte 2007 zu den ersten Studenten, die kein Erstes Staatsexamen mehr absolviert haben, wie es ja nun wieder eingeführt werden soll, sondern aufs Bachelor- und Masterstudium umgestiegen sind.

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Willi Wrubel möchte gern Englisch und Geschichte am Gymnasium unterrichten. Den Masterabschluss hat er in der Tasche, das Referendariat noch nicht.

Quelle: Dietrich Flechtner

Das ist ihm jetzt zum Verhängnis geworden. Seinen Antrag auf Zulassung zum zweijährigen Referendariat, das im Sommer beginnt, hat die Bildungsagentur abgelehnt.

Frage: Welche Fächer haben Sie studiert und mit welcher Note das Studium abgeschlossen?

Willi Wrubel: Studiert habe ich Englisch und Geschichte. Und abgeschlossen mit einer 2,3. Das ist jetzt nicht der Knaller, aber gesundes Mittelmaß.

Warum hat es nicht geklappt mit dem Referendariat in Sachsen?

Das ist ganz klar: Damit die sächsische Regierung Geld spart, dürfen Absolventen des Masterstudiengangs wie ich nur noch ein Jahr statt zwei Jahre Referendariat machen. Vorausschicken muss ich, dass ich mit meinem Masterabschluss ein paar Tage zu spät fertig geworden bin, um mich noch rechtzeitig für das einjährige Referendariat bewerben zu können, das im Februar begonnen hat. Daraus kann ich auch niemandem einen Vorwurf machen außer mir selbst. Also habe ich mich für das zweijährige Referendariat beworben, das es ja nach wie vor gibt und das jeweils im Sommer beginnt. Das aber hat die Bildungsagentur abgelehnt.

Warum? Gab es Bewerber mit einem besseren Notendurchschnitt?

Das Verrückte ist: Meine Noten haben überhaupt keine Rolle gespielt. Und ich war einigermaßen überrascht, als ich die Begründung las. Zugelassen für das zweijährige Referendariat wird nur noch, wer "die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt bestanden oder aber außerhalb von Sachsen eine gleichwertige Prüfung absolviert hat". Das heißt im Klartext: Bewerber aus anderen Bundesländern dürfen das zweijährige Referendariat in Sachsen absolvieren, ich aber, der ich ja meinen Abschluss hier erworben habe, nicht. Das ist schon skandalös.

Was bedeutet das jetzt für Sie?

Eigentlich wollte ich in Sachsen bleiben. Ich habe ja auch meine Freundin hier. Ich will aber nicht noch ein ganzes Jahr warten, bis ich mich erneut für das einjährige Referendariat bewerben kann, das erst im Februar 2014 beginnt. Ich weiß ja nicht mal, ob ich dann angenommen werde.

Was werden Sie jetzt tun?

Mich in einem anderen Bundesland umsehen. Ich habe mich jetzt schon in Thüringen, Berlin und Niedersachsen beworben. Irgendwo wird es schon klappen.

Und werden Sie zurückkommen?

Ich möchte schon. Aber das kommt auf die Konditionen an. Man weiß ja nicht, was noch so alles passiert.

Wie überbrücken Sie die Zeit bis zum Referendariat?

Ich hatte riesengroßes Glück und habe bis Schuljahresende an einer Mittelschule in Mittweida eine Stelle bekommen. Normalerweise wird Vertretungslehrern gesagt: Gehen Sie mal für eine Woche dahin oder dorthin.

Gibt es noch irgendwo in Deutschland ein so kurzes Referendariat wie hier?

Das ist ein sächsischer Alleingang. In anderen Bundesländern hat man das Referendariat lediglich von zwei Jahren auf anderthalb heruntergekürzt - ebenfalls um Geld zu sparen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.03.2013

Katrin Richter

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