Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Trotz Boom in der Kartographie: TU Dresden schließt ihren gefragten Studiengang
Dresden Lokales Trotz Boom in der Kartographie: TU Dresden schließt ihren gefragten Studiengang
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:27 09.09.2015
Wo herrscht welches Klima auf der Welt? Das beantwortet diese Karte. Landkarten zu verstehen, ist wichtig. Quelle: Westermann
Anzeige

Trotz dieser positiven Aussichten ist der Studiengang Kartographie an der TU Dresden aber in wenigen Jahren Geschichte. Lehrstuhlinhaber Professor Manfred Buchroithner kann das nicht verstehen.

„Wir sind ein weltweiter anerkannter Kartographiestandort. Das zeigt sich auch daran, dass der Kongress, der zuvor schon in Moskau oder Washington D.C. gastierte, ins vergleichsweise kleine Dresden kommt“, sagt Buchroithner. Dennoch steht die Entscheidung fest: Ab Oktober werden keine neuen Bachelor-Studenten mehr immatrikuliert. „Ich habe zum Rektor gesagt, dass das eine Fehlentscheidung ist, die man rückgängig machen sollte“, betont der Professor.

Rückendeckung bekam er dabei von seinen Kollegen aus der ganzen Welt. „Kollegen, die mich schon seit Jahrzehnten kennen, schütteln nur den Kopf“, so Buchroithner, der zudem darauf verweist, dass der Studiengang auf universitärer Ebene in Deutschland einzigartig sei. Außerdem gebe es Beispiele von anderen renommierten Forschungseinrichtungen, die einen ähnlichen Weg gehen wollten und dies bereut hätten.

„Vor etwa 15 Jahren hat das Massachusetts Institute of Technology in den USA seinen Kartographiestudiengang gestrichen. Vor drei Jahren mussten die Verantwortlichen aber erkennen, dass das ein Fehler war und etablierten ihn erneut“, gibt Buchroithner zu bedenken.

Obwohl die Uni-Leitung das Ende der Kartographie Anfang des Jahres beschlossen hat, weiß der Dresdner Professor noch immer nicht den genauen Grund. „Es hieß, dass es einen Katalog mit 20 Entscheidungskriterien gibt. Wie die genau aussehen, weiß ich bis heute nicht. Zumal es an Dingen wie fehlenden Publikationen in anerkannten Fachzeitschriften nicht gelegen haben kann.“

Auf Anfrage von DNN-Online erklärt die TU-Pressestelle, wie es zu der Entscheidung kam: „Der eigentliche Grund für die Streichung des Studiengangs sind die mangelnden Gelder des Freistaates Sachsen“, sagt Sprecher Mathias Bäumel. Die Uni-Leitung habe mehrere Jahre mit den Fakultäten gesprochen und um Kürzungsvorschläge gebeten. Aufgrund der finanziellen Zwänge habe sich die Fakultät Umweltwissenschaften für den Abbau von Manfred Buchroithners Professur entschieden, so Bäumel.

Dessen ungeachtet präsentieren Buchroithner und sein Team auf dem Kongress mit 1500 Experten aus 81 Ländern eine kürzlich entwickelte digitalisierte Trekkingkarte vom Mount Everest (Himalaya). Sie kommt ohne Strom aus und soll auch bei Sonnenschein gut lesbar sein. Diese Karte wurde zusammen mit dem Dresdner Unternehmen Plastic Logic entwickelt. Experten der TU haben außerdem ein kompliziertes Höhlensystem auf Borneo detailliert für eine Art 3D-Video aufgearbeitet. Nun kann die Höhle aus der Perspektive einer Fledermaus durchflogen werden.

Stephan Hönigschmid

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Linken-Ortsbeirätin Kristin Hofmann ist sauer. „Die Stadtreinigung hat einen schön bemalten Tauschbox-Schrank von der Schönbrunnstraße, Ecke Scheunhofstraße einfach entfernt.

09.09.2015

Noch ist es ruhig im Giraffenhaus und kein Besucher weit und breit zu sehen. Diko, der mittlerweile sechsjährige Giraffenbulle, fährt Tessa sacht mit den Lippen über die kurze Mähne auf dem Rücken.

09.09.2015

Gestern Mittag ertönten auf dem Jorge-Gomondai-Platz aus einem eigentümlichen Automobil absurde Warnhinweise über einen Lautsprecher. "Füttern Sie keine Enten im Großen Garten!" oder "Hüten Sie sich vor alten Männern mit Rollatoren!" wird aus dem Auto paroliert, das die Aufschrift "Schnelle mobile Hilfe" trägt.

09.09.2015
Anzeige