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Lokales Tradition versus Innovation - Das Unternehmen Dr. Quendt geht bis ins Jahr 1876 zurück
Dresden Lokales Tradition versus Innovation - Das Unternehmen Dr. Quendt geht bis ins Jahr 1876 zurück
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18:15 09.09.2015
Das wohl bekannteste Produkt der Spezialitätenbäckerei: Azubi Roger Wesolek kontrolliert die Herstellung von Russisch Brot. Rund 130 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Im Sommer können es wegen der Stollenproduktion auch doppelt so viele sein. Quelle: Dietrich Flechtner

Auf den heutigen Namen stößt man erstmals in den 1980er Jahren: Dr. Hartmut Quendt entwickelte zu dieser Zeit die Technologie zur kontinuierlichen Fertigung von Original Dresdner Russisch Brot für den VEB Dauerbackwaren. 1989 war der Prototyp fertig. Drei Jahre später wurde dann die Dr. Quendt Backwaren GmbH gegründet. Das Geschäft nahm schnell Fahrt auf. Aus dem Kleinbetrieb wurde ein stattliches mittelständisches Unternehmen, das heute im Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee angesiedelt ist. 2007 ging die Führung von Dr. Hartmut Quendt an seinen Sohn Matthias über.

"Etwa zeitgleich mit dem Generationswechsel trat die Notwendigkeit auf, die Verkaufsbasis des Unternehmens zu verbreitern. Es galt, verstärkt auch außerhalb des ostdeutschen Heimatmarkts erfolgreich zu sein", berichtet der Geschäftsführer und Inhaber Matthias Quendt. Die Ausdehnung gelang, der Umsatz wurde auf über 20 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Rund 130 Mitarbeiter - Matthias Quendt nennt sie seine Mitreisenden - beschäftigt das Unternehmen. In den Sommermonaten kann diese Zahl doppelt so hoch sein. Denn bereits Mitte Juni beginnt in Coschütz-Gittersee die Stollenproduktion. In drei Schichten wird dann gearbeitet, sowohl in der Woche als auch am Wochenende.

Mittlerweile konzentriert sich das Unternehmen viel stärker als in den vergangenen Jahren auf Innovationen - und dies in Einklang mit der Dresdner Tradition. Denn: "Tradition entsteht nicht durch andächtigen Stillstand, sondern durch das stetige Bemühen, immer wieder Neues zu schaffen, das den großen Vorgängern gerecht wird. Als Traditionsträger wollen wir die Dresdner Back-Kompetenz erweitern und bereichern, nicht nur erhalten", sagt Matthias Quendt.

Besonderes Augenmerk legt der Geschäftsführer dabei auf einen gesunden Genuss. In den kommenden Jahren möchte er deshalb die Herstellung Stück für Stück auf Bio umstellen. Die ersten Schritte in diese Richtung sind bereits getan: Alle Dr. Quendt-Klassiker - Dresdner Christstollen, Russisch Brot (Dr. Quendt ist bei beiden Produkten Marktführer in Deutschland), Dinkelchen und Bemmchen - gibt es mittlerweile in einer Bio-Version, neue Produktentwicklungen werden auf dieser Basis konzipiert.

Auch den Domino-Stein, von der Firma Herbert Wendler, ebenfalls eine Vorgängerfirma von Dr. Quendt, in Dresden entwickelt, bewahrt Dr. Quendt mit Bio-Rohstoffen und dem Original-Rezept als Dresdner Spezialität. "Nachahmungen in niedriger Qualität überschwemmen den Markt. Bei Dr. Quendt ist jetzt wieder das Original erhältlich", so Matthias Quendt. Genuss soll möglichst gesund sein und dem Anspruch auf Nachhaltigkeit gerecht werden, findet er.

Ob ihm genau deshalb seine eigenen Produkte nie zu viel werden, ist reine Spekulation. Fakt aber ist, dass es seinen Mitarbeitern während der Arbeitszeit ausdrücklich erlaubt ist, zu naschen. Und davon macht auch der Chef regelmäßig Gebrauch.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.08.2013

Christin Grödel

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